Alle zwei Jahre finden im amerikanischen St. Georg, im Bundesstaat Utah die Huntsman World Senior Games satt. Im Angebot sind 27 Sportarten, über 10000 Athleten älter als 50 Jahre nehmen daran teil – dieses Jahr auch fünf Spieler des Seniorenteams Gordonblues vom Limmattaler Klub Volley S9 aus Birmensdorf und Wettswil. Sie vertreten mit den Globalboys, wie sich die Ü50-Nati nennt, die Volleyball-Schweiz.

Schoggi und ein Bewerbungsvideo

Vor zweieinhalb Jahren liess den heutigen Captain der Schweizer Senioren-Nationalmannschaft Hausi Grossenbacher ein Gedanke nicht mehr los. Der ehemalige NLA-Spieler wollte am Global Cup, der Senioren-WM im Volleyball, teilnehmen. Jedoch ist dies seit jeher ein Einladungsturnier. «Wie unser Hausi so ist, hat er einfach viele Mails, Schweizer Schoggi und ein Bewerbungsvideo nach Amerika geschickt», erinnert sich Hugo Lombriser, Coach der Globalboys. Anfangs 2012 wurde die Bewerbung akzeptiert und erstmals ein Team aus der Schweiz eingeladen.

Das Bewerbungsvideo der Schweizer Globalboys für die Huntsman World Senior Games in St. Georg (Utah, USA)

Mit diesem Video bewarben sich die Oldies in Amerika

«Wir schauen es einfach als Abenteuer an», so Lombriser, schliesslich spiele man ab dem 15. Oktober gegen ehemalige Weltmeister und Olympiasieger. Mit 50 hat man sportlich den Zenit längst überschritten. «Niemand von uns hat je noch damit gerechnet, an eine WM zu fahren», schwärmt der Nati-Trainer und Präsident des Birmensdorfer-Wettswiler Vereins Volley S9. Die vom Grossenbacher und den Gordonblues ins Leben gerufene Senioren-Nati wird finanziell von Spielern und Sponsoren und nicht etwa vom Verband getragen. «Das ist ein heikler Punkt», sagt Lombriser vorsichtig, die Unterstützung von Swiss Volley sei mit 1500 Franken eher dürftig ausgefallen. Es sei ein zeit- aber auch kostenintensives Unterfangen, wofür die berufstätigen Spieler und deren Familien viele Opfer gebracht hätten. «Die Frauen verteufeln uns schon, da von nichts anderem mehr geredet wird», witzelt Lombriser.

Eklat nach der SM

Seit bald einem Jahr trainieren die Globalboys nun alle drei Wochen zusammen und bestritten mehrere Vorbereitungsturniere. So auch die Senioren-Schweizer-Meisterschaft (Ü32) in der Kategorie A, um richtig gefordert zu sein. Gegen die Teams mit vielen, relativ jungen NLB-Spielern schaute aber nur der letzte Platz heraus. Das Abschneiden löste aber keine grosse Besorgnis aus, führte aber dennoch zu einem Eklat im Team. «Ein Spieler regte sich derart ausufernd auf», erzählt Lombriser, dass er ihn in der Folge bat, die Mannschaft zu verlassen.

Der Spass steht im Vordergrund

In St. Georg, nordöstlich von Las Vegas, warten mit Brasilien, Russland und den USA gar übermächtige Nationen auf die Schweizer. Über die Zielsetzung herrscht im Team noch Uneinigkeit. «Die Hälfte redet schon wie die Deutschen», sagt Lombriser, für die gelte nur der WM-Titel. «Mit einer Medaille können wir schon zufrieden sein.» (Auf www.globalboys.ch können Sie den Newsticker zum Turnier mitverfolgen.) Spass haben und dabei sein – darin sind sich die zwölf Volleyballer, welche alle von Nationalliga-A- oder Bundesliga-Erfahrungen profitieren können, aber einig. «Wir fürchten keinen», scherzt der 57-jährige Coach also, «wir hauen jeden in den Boden.»