Wenn heute eine alte Strassenlampe ersetzt wird, muss eine neue effiziente LED-Strassenlampe hin: Diese Devise setzt die Gemeinde Geroldswil schon seit einiger Zeit um, nachdem in einer Testphase einzelne Lampen an der Moosstrasse mit LED-Leuchten bestückt worden sind und man damit gute Erfahrungen machte. So wird Energie gespart, die Stromrechnung für die Strassenbeleuchtung fällt tiefer aus. Doch mit den acht LED-Strassenlampen an der Bergstrasse sind nicht alle zufrieden. Sie wurden vor gut zwei Jahren auf Bestellung der Gemeinde installiert durch die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ), als die steile Strasse saniert wurde.

«Die LED-Strassenlampen blenden hier zu stark», sagt Einwohner Kurt Wirth. Er hat darum auf der neuen Plattform www.petitio.ch die Petition «Keine Blendung für Anwohner und Strassenbenützer» ins Leben gerufen, die der Gemeinde Geroldswil übermittelt wird, sofern sie hundert Unterstützer findet. Als Vorstandsmitglied von Dark Sky Switzerland, einer Organisation, die sich gegen Lichtverschmutzung einsetzt, fallen Kurt Wirth, der zudem als Elektroplaner arbeitet, Unterschiede zwischen verschiedenen Strassenlampen sofort auf. Am Übergang der Geroldswiler Dorf- zur Bergstrasse wird der Unterschied besonders gut sichtbar:

An der Dorfstrasse steht eine alte Natriumdampflampe, ein paar Schritte weiter an der Bergstrasse steht eine LED-Lampe. Während die Natriumdampflampe ihr Licht in alle Richtungen streut, dafür aber für angenehm warm-oranges Licht sorgt, ist das LED-Licht schön auf die Strasse gerichtet, gleichzeitig aber so stark und hell, dass es blenden kann. Wirth regt an, dass die Farbtemperatur von neutralweissen 4000 Kelvin auf warmweise 3000 Kelvin gesenkt wird. «Mit dem heutigen Stand der Technik ist das problemlos möglich», sagt Wirth.

Extrem grosse Fortschritte bei LED-Technik

Einziges Problem: Die Fortschritte in der LED-Technik sind so rasend schnell, dass die Lampen an der Bergstrasse nicht mehr auf dem neusten Stand der Technik sind, wie nun eine Nachfrage bei den EKZ zeigt. Diese sind sich zwar bewusst, dass 3200-Kelvin-LED-Lampen in der Bevölkerung auf mehr Akzeptanz stossen, geben aber zu bedenken, dass sie zum Zeitpunkt der Installation noch nicht energieeffizient waren. Anders gesagt: Würde man die Bergstrasse heute (statt 2015) mit LED-Lampen ausstatten, würde das Anliegen von Wirth automatisch erfüllt.

«Seit diesem Jahr setzen wir standardmässig auf warmweisse Leuchten. Sie haben bei der Energieeffizienz stark zugelegt», sagt EKZ-Pressesprecher Noel Graber. Am Beginn der Bergstrasse sei das Lichtniveau zudem auch aus Sicherheitsgründen erhöht, da dort zwei Fussgängerstreifen sehr nahe nebeneinanderliegen. Um die Lichtfarbe zu ändern, müssten die Leuchten komplett ausgetauscht werden, so Graber weiter. Wie viel das kosten würde, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Und ob Wirth der Einzige ist, der das fordert, wird die Petition zeigen.