Mit Schwung wird die Schaufel in den Boden gerammt, wieder und wieder. Die Wurzeln der Brombeerranken gehen tief ins Erdreich und lassen sich nicht so schnell ausgraben. Das ganze Jahr über wuchsen die Ranken, schlugen neue Wurzeln und erstickten die übrigen Pflanzen fast. Wuchernde Brombeerranken sind einer der Gründe, weshalb Mitglieder und Sympathisanten des Natur- und Vogelschutzvereins Birmensdorf (NVVB) im «Risiloch» den alljährlichen Naturpflegetag durchführen. Das umzäunte Naturschutzgebiet liegt mitten im Birmensdorfer Wohngebiet. Umgeben von Hecken dominiert darin in grossen Teilen mannshohes Schilf, das in diesem Feuchtgebiet äusserst gut gedeiht.

Was auf den ersten Blick nach ungepflegtem Dickicht aussieht, braucht in Wirklichkeit immer wieder Pflege, weshalb der NVVB die Naturpflegetage organisiert. Angesprochen werden alle; seit einigen Jahren sind dank den «Jungvögeln» auch viele Kinder und Familien mit dabei. Auch an diesem Naturpflegetag stehen ein gutes Dutzend Kinder und Jugendliche im «Risiloch». Anne Semadeni und Evelyn Schulle, die beiden Leiterinnen der Jugendgruppe, zeigen ihnen, wie man Schilfbündel für das Wildbienenhotel herstellt. So sammeln die einen Schilf, welches dann von den anderen zurechtgeschnitten und gebündelt wird. Die beiden Schwestern Lara und Valeria sind dabei ein eingespieltes Team. Seit Jahren beteiligen sich die 12- und die 13- Jährige am Naturpflegetag. «Wir wohnen gleich nebenan und helfen hier gerne mit», sagt Lara. Auch Fabio ist seit Jahren mit dabei. Dass sein Grossvater lange im Vorstand des NVVB war, spielt für ihn eine untergeordnete Rolle: «Ich möchte der Natur auch etwas zurückgeben, man kann nicht immer nur von ihr profitieren», meint Fabio.

Wie alle anderen lässt auch er sich nicht vom immer stärker werdenden Regen aufhalten. «Wir haben allein fürs Mittagessen 32 Anmeldungen, dazu kommen noch diejenigen, die nicht zum Essen bleiben», zählt Joseph Senn, Vorstandsmitglied im Natur- und Vogelschutzverein. «So viele Leute wie heute waren noch nie an einem Naturpflegetag, das ist ein neuer Rekord», sagt er. Er hat diesmal viel zu erklären, denn viele kennen die Arbeiten, die im «Risiloch» anstehen, noch nicht. Während die Eltern noch konzentriert zuhören, welche Pflanzen sie schneiden und ausrupfen sollen, schwärmen die Kleinen bereits aus. Bei ihnen steht nicht das Arbeiten im Vordergrund, sondern der Spass, und so packen denn auch alle begeistert mit an.

Auch die Grossen hacken, graben und schneiden eifrig. Über die obligate Znünipause sind dann alle froh, auch wenn der Kaffee im strömenden Regen etwas verdünnt wird. Den Mittag verbringen die Naturbegeisterten im Restaurant, wo sie sich schon mal für die Arbeit im Naturgarten «Wulikon» am Nachmittag stärken.