Limmattal
Diese Firmen profitieren von der Hitzewelle

Nicht alle müssen unter der Hitzewelle leiden. Einigen Gewerben bescheren die hohen Temperaturen einen Ansturm an Kunden.

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In den Hitzetagen sind Kühlungstechnologien gefragt.

In den Hitzetagen sind Kühlungstechnologien gefragt.

Keystone

Frischluft ist gefragt

Die Risch Lufttechnik AG in Geroldswil verkauft in dieser Woche beträchtlich mehr Geräte als sonst. Vor allem Deckenventilatoren für Büroräume seien derzeit sehr gefragt, sagt Geschäftsführer Peter Tanner. Diese würden zwar nicht die Temperatur im Raum senken, jedoch für ein Frischegefühl sorgen. Wer wirklich eine Innentemperatur von 20 Grad erreichen wolle, müsse ein Klimagerät anschaffen. Von Tischventilatoren rät der Fachmann hingegen ab. Im Rekordsommer 2003 hätten viele Personen gesundheitliche Probleme davon bekommen, weil sie sich permanent dem Luftstrom aussetzten. Blase die Luft immer auf dieselbe Stelle, könne man sich schnell erkälten, wenn man schwitze, oder gar Nierenbeschwerden bekommen. Deckenventilatoren hingegen seien angenehmer, da diese einen feineren Luftstrom haben.

Run auf Eiswürfel

Kältetechnik-Anbieter sind zurzeit im Dauereinsatz. Nicht nur wegen Einbauten von neuen Anlagen, sondern auch für Wartungen und Reparaturen. Die Katech AG zum Beispiel wird zurzeit mit Anfragen überhäuft. Denn: «Hohe Temperaturen sind für keine Maschine gut», sagt Guy Grünenberger von der Zürcher Kälte-, Klima- und Gebäudetechnikfirma, der gestern Vormittag in Dietikon unterwegs war.
So können verstopfte Filter oder Register an Kühlanlagen zu Komplikationen führen, vor allem wenn auch noch die pralle Sonne an Aussenelemente einer Anlage scheint, wie das zum Beispiel an Tankstellen häufig der Fall ist. Zu Störungen kann es zwar auch bei tieferen Temperaturen kommen – doch während Hitzeperioden, wenn alle Kühlanlagen auf Hochtouren laufen, treten sie vermehrt auf.

Guy Grünenberger sorgt dafür, dass es kühl bleibt

Guy Grünenberger sorgt dafür, dass es kühl bleibt

Limmattaler Zeitung

«Wird eine Maschine mehr benutzt, gibt es auch mehr Pannen», so Grünenberger – oder aber bestehende Defekte werden erst dann bemerkt, wenn die Maschine auch tatsächlich eingeschaltet wird.
Die Firma, die vor allem im Gastgewerbe und in der Lebensmittelbranche tätig ist, muss während solcher Hitzephasen Prioritäten setzen. Defekte an Kühlschränken für Lebensmittel oder auch Kühlungen von Serverräumen hätten da Vorrang, erklärt Grünenberger. «Wir können leider nicht überall gleichzeitig sein.» Die Katech verkauft zudem Eiswürfel und Crushed Ice für den Privatgebrauch, auch Eismaschinen kann man bei ihr mieten. «Dieses Geschäft läuft bei solchen Temperaturen natürlich sehr gut», so Inhaber Dieter Ortner.

Kälte auf 4 Rädern

Die Nachfrage bei der Schlieremer Firma Coolingvans AG ist gross, seit die Temperaturen in die Höhe geschossen sind. «Jeder will ein Kühlfahrzeug mieten, um Getränke und Nahrungsmittel frisch von A nach B zu transportieren», sagt Marlyse Friedrich, Mitarbeiterin der Autofirma. Im Moment seien die 27 Fahrzeuge sogar ausgebucht. Jedes Jahr im Sommer würde Coolingvans diesen Ansturm auf die Mietautos erleben. Denn erst dann beginnen wieder die alljährlichen Festivals, die draussen stattfinden. Die meisten Autos würden gemietet, um Getränkepaletten zu transportieren. Im Moment sei der Transport aber eine grosse Belastung für die Fahrzeuge. «Da es so heiss ist, trinkt man mehr. Die Kunden packen darum auch mehr Getränke in ihr Mietauto», sagt sie. Würden die Türen häufig auf- und zugemacht, verlängere sich der Kühlprozess unnötig.

Alle wollen campen

Zurzeit ist Hochsaison bei den Campingprofis in Schlieren. Das merke man vor allem daran, dass die Kunden schon am Montag in den Laden kommen und nicht erst am Wochenende, sagt Alena Rossi, die im Laden arbeitet. Darunter seien auch viele neue Camper, die noch unerfahren sind. «Sie brauchen die komplette Grundausstattung inklusive aller Möbel.» Dazu gehörten Zelt, Luftmatratze, Schlafsack, Lampe, Kocher, Kühlbox und ein Stromkabel. Aber auch langjährige Stammkunden deckten sich jetzt wieder mit neuen Accessoires für den Campingausflug ein, so Rossi. Nach wie vor stehe Campen im Trend und es sehe nicht danach aus, dass sich das bald einmal ändern werde.