Dietikon

Diese Fahrzeuge sollen Güter transportieren — Dietikon soll im Untergrund mitwirken

In solchen Fahrzeugen sollen Güter unterirdisch transportiert werden. Die Dietiker Politik zeigt sich interessiert.

In solchen Fahrzeugen sollen Güter unterirdisch transportiert werden. Die Dietiker Politik zeigt sich interessiert.

Von der unterirdischen Transportbahn Cargo Sous Terrain könnte die Stadt profitieren, glaubt ein CVP-Politiker. Er regt eine Beteiligung an.

Für CVP-Gemeinderat Beda Felber ist klar: «Ein Erfolg des Projekts Cargo Sous Terrain ist für Dietikon von grossem Interesse.» Das private Projekt eines Tunnels, durch den Güter zwischen St.Gallen und Genf in autonomen Fahrzeugen transportiert werden sollen, weise ein sehr vielversprechendes Potenzial auf, schreibt Felber in seiner eingereichten Interpellation.

Doch ob diese Pläne auch umgesetzt werden könnten, sei ungewiss. Denn es stelle eine grosse Herausforderung dar, lange unterirdische Strecken zu finanzieren und wirtschaftlich zu betreiben. Und ohne breite Unterstützung sei eine Realisierung kaum möglich, hält Felber fest. Er regt deshalb an, dass sich Dietikon in irgendeiner Form am 33-Milliarden-Projekt engagieren soll: So will er vom Stadtrat wissen, unter welchen Voraussetzungen sich die Stadt als Aktionärin an der Cargo Sous Terrain AG beteiligen könnte. Zudem erkundigt er sich, welche anderen Möglichkeiten der Stadt zur Mitwirkung offen stünden.

Mit der automatischen unterirdischen Transportbahn könnte grundsätzlich das oberirdische Verkehrssystem entlastet werden; die Zahl der schweren Lastwagen auf den Schweizer Hauptverkehrsachsen würde abnehmen. «Dietikon ist ein zentraler Verkehrsknotenpunkt für Strassen- und Bahnverkehr», schreibt der CVP-Gemeinderat in seiner Interpellation. Mit dem Güterbahnhof befinde sich einer der grössten Umschlagplätze für Güter Europas auf dem Stadtgebiet. Da passt Cargo Sous Terrain gut – Felber ­bezeichnet das Vorhaben als «visionäres Projekt für den zukünftigen Gütertransport».

Die Cargo Sous Terrain AG will ein Güterverkehrssystem erstellen. Behälter und Paletten sollen unterirdisch in selbstständig fahrenden Fahrzeugen zwischen verschiedenen Logistikzen­tren in der Schweiz transportiert werden. Erst von diesen Hubs aus erfolgt die Feinverteilung der Güter ober­irdisch an die Kunden und Besteller.

Eine erste Teststrecke soll zwischen Zürich und Härkingen erstellt werden. Ein Hub ist dabei im Raum Dietikon/Spreitenbach vorgesehen. In der Stadt Zürich sind Zugangspunkte in Altstetten, beim Hardturm und im Gebiet Oerlikon-Affoltern denkbar. Gemäss früheren Angaben der Cargo Sous Terrain AG wird eine Realisierung dieses Teilstücks um das Jahr 2030 angestrebt. Grösste Schweizer Aktionärin des Unternehmens ist gemäss dessen Angaben die Mobiliar, weitere Hauptinvestoren aus der Schweiz sind demnach Coop, Migros, die Schweizerische Post, Swisscom, die Zürcher Kantonalbank und die Credit Suisse.

Ob die Stadt Dietikon dereinst unter den weiteren Aktionären aufgeführt wird, zeigt sich bald. Beda Felber wird seine Interpellation, die von zehn weiteren Gemeinderäten aus den Reihen von CVP, EVP, FDP und SP mitunterzeichnet wurde, demnächst im Parlament begründen. Danach hat der Stadtrat längstens drei Monate Zeit, um die aufgeworfenen Fragen schriftlich zu beantworten.

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