Die Kunst der im brasilianischen Belém geborenen Consuelo Pfister-Dias ist so farbintensiv wie die Natur ihres Heimatlandes, die viele Erinnerungen der 62-Jährigen prägt. «Bunte Natur mag ich und deshalb ist Herbst meine Lieblingsjahreszeit. Bunte Wälder zu malen, wäre aber Kitsch. Ich erlebe sie lieber live», sagt sie. Innerhalb eines halben Jahres hat die Kunstmalerin über 30 neue Bilder erstellt, die sie ab morgen in der Dietiker Stadtbibliothek unter dem Titel «Freude» ausstellt.

Noch befinden sich die Bilder für die Ausstellung in ihrer Wohnung in Dietikon. Beim Malen setzt sie auf Acrylfarben und verwendet die Transcollage-Technik. Bei dieser schleift man mit einer Maschine Teile vom Papier ab, die man entfernt haben möchte. Dadurch entsteht eine eigenwillige Bildstruktur.

Kunstmalerin Consuelo Pfister-Dias stellt die Technik der Trance-Collage vor.MTS

Kunstmalerin Consuelo Pfister-Dias stellt die Technik der Trance-Collage vor.MTS

Erinnerungswürdige Wale

Aus einem Stapel greift die Künstlerin einen kleinen Bilderrahmen heraus, auf dem ein Buckelwal zu erkennen ist. Vor 38 Jahren habe sie an der brasilianischen Küste die grossen Säuger beobachtet. Es sei so eindrücklich gewesen, dass sie diese Begegnung nun auf Papier festhalten wollte, erklärt sie.

Auf einem scheinbar abstrakten Bild sind bei genauer Betrachtung Armbanduhr und Perlenkette aus Hochglanzmagazinen zu erkennen, darüber schweben Blumen. Uhr und Kette stellen Schätze dar, die man im Meer finden kann, erklärt Pfister-Dias. Wieso im Meer Blumen sind? «In meiner Fantasie hat es Blumen im Meer», sagt die Künstlerin.

Viele ihrer Sujets würden der Fantasie entspringen, sagt Pfister-Dias. Ausser bei Personen, da benutze sie fürs Gesicht oft eine Foto-Vorlage. Neben Porträts für Freunde und Bekannte finden Motive aus der Weltliteratur und brasilianischen Sagen den Weg in ihre Kunst. Eine zentrale Rolle hat seit je die Natur im Leben und der Kunst der Wahldietikerin eingenommen.

In den 1980er Jahren hatte sich Pfister-Dias für den Naturschutz in Brasilien eingesetzt. Chico Mendes, ein Naturaktivist und guter Freund, sei aufgrund seines Engagements ermordet worden, erinnert sie sich. Dass sie heute noch lebt, liege daran, dass sie in der Stadt wohnte und Mendes sich in den brasilianischen Tropen aufhielt, erklärt Pfister-Dias. Die Zerstörung der Natur in Brasilien schreite heute weniger stark voran, doch die Situation in ihrem Heimatland sei alles andere als in Ordnung. «Ich lebe deshalb sehr gerne in der Schweiz», sagt die Künstlerin, die der Liebe wegen vor 26 Jahren in die Schweiz zog und mit einem Schweizer verheiratet ist.

Ausstellung «Freude»
Bilder von Consuelo Pfister-Dias
1. Oktober bis 30. November in der Stadtbibliothek Dietikon während der Öffnungszeiten zu sehen

Vernissage: Samstag um 10 Uhr