Bogenschiessen

Diese beiden schiessen mit dem Bogen wie Robin Hood

Helga Pongratz und Andy Wirth beim Bogentraining mit Compoundbögen.

Helga Pongratz und Andy Wirth beim Bogentraining mit Compoundbögen.

Helga Pongratz und Andy Wirth aus Oetwil sind begeisterte Bogenschützen. Sie können beide auf grosse Erfolge an nationalen und internationalen Wettkämpfen zurückblicken.

Der Muskelkater in den Oberarmen ist beim Bogensport vorprogrammiert. Kein Wunder, denn Frauen müssen dabei je nach Bogen mit einer Zugkraft von bis zu 25 Kilogramm und Männer sogar mit einer Kraft von bis zu 30 Kilogramm und mehr den Pfeil zurückspannen können. Der Bogen selbst wiegt nochmals zwischen 500 Gramm und zweieinhalb Kilogramm und muss auf der Höhe des Gesichts gerade nach vorne gestreckt sein.

Sehr konzentriert wirkt Helga Pongratz darum, als sie mit ihrem orangefarbenen Compoundbogen auf die Zielscheibe schiesst. Prompt trifft sie direkt ins Schwarze. Triumphierend schaut sie zu Andy Wirth, ihrem Lebenspartner.

Kennen gelernt haben sich die beiden vor genau drei Jahren durch gemeinsame Bekannte. Als sie gehört habe, dass er ein langjähriger Bogenschütze sei, sei sie sofort fasziniert von ihm gewesen, erzählt sie und schaut ihn verliebt an. Ein moderner Robin Hood?

Leute kennen seinen Namen

Wirth wirkt bodenständig, obwohl er mehrfacher Europameister und Schweizer Meister im Bogensport ist und internationales Ansehen geniesst. Seit 12 Jahren ist er passionierter Bogenschütze. Seinen aktuellen Titel des Europameisters 2012 mit Europarekord hat er in Estland geholt. Stolz zeigt Pongratz seine Medaille, die golden in der Sonne funkelt. «Wenn ich im Ausland an Turnieren teilnehme, kennen die Leute in der Bogenszene meinen Namen und wollen sich mit mir messen.

Das ist ein tolles Gefühl, das mich mit viel Stolz erfüllt», sagt Wirth. Der Bogensport sei auch ein guter Ausgleich zum Berufsleben und beinhalte viele wichtige mentale und körperliche Komponenten, wie Konzentration, Kondition, Kraft und Ausdauer. Wenn man als Bogenschütze an einem Turnier zehn Stunden am Tag, fünf Tage hintereinander im Gelände unterwegs sei, schaffe man das ohne diese Fähigkeiten nämlich nicht. «An einem Field-Turnier lässt man an einem Tag ungefähr 112 Schüsse ab», sagt Wirth.

Passion durch Partner entdeckt

Obwohl Pongratz erst seit kurzem an Turnieren teilnimmt, kann sie schon auf grosse Erfolge an nationalen und internationalen Wettkämpfen zurückblicken. Bereits vier Mal hat sie in den letzten drei Jahren den Schweizer-Meister-Titel geholt und 2011 ist sie sogar Europameisterin geworden. Durch ihren Lebenspartner Andy Wirth hat sie ihre Passion zum Bogensport entdeckt und lernt seither von ihm.

Durch das gemeinsame Hobby seien sie viel zusammen in der Natur unterwegs und würden so praktisch ihre ganze Freizeit gemeinsam verbringen, sagt sie. «Beim Training spornen wir uns gegenseitig an und kontrollieren uns auch. Nur so kann man sich verbessern», erklärt Pongratz. Kontrolle sei wichtig gegenüber der Haltung und der Technik, sonst hätte man am Abend Rücken- und Schulterschmerzen.

Oft werde der Bogensport etwas belächelt und mit Robin Hood und Indianerspielen in Verbindung gebracht, sagt Pongratz. Der Blick in die Vergangenheit zeige jedoch, dass das Bogenschiessen bereits seit Tausenden von Jahren existiere. Und zwar nicht nur als Jagdmethode und Kriegshandwerk, sondern auch als sportlicher Wettkampf in den verschiedensten Kulturen dieser Welt. Steinzeitliche Höhlenmalereien liessen den Schluss zu, dass der Gebrauch von Pfeil und Bogen bereits seit 50000 Jahren bekannt sei. «Über all diese Jahrhunderte hinweg wurde der Bogen ständig weiterentwickelt: vom einfachen Holzbogen über Kompositbögen aus Knochen und Sehnen bis hin zu den modernen Compoundbögen aus Aluminium», erklärt Wirth fachmännisch.

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