«Herr und Frau Schweizer beim Entsorgen»: Das wollte Laura Zingg mit ihrem Kunstwerk «Reziklo + Reziklina» darstellen. Die gesamte Figur besteht aus Altmetall: Aus Dosen und Sprungfedern werden so Durchschnittsbürger. Herr Schweizer — Reziklo — trägt Bart und Hut, Frau Schweizer — Reziklina — langes, lockiges Haar und eine Brille.

Das Kunstwerk hat Zingg zusammen mit Bewohnern der Gemeinde Geroldswil für den nationalen Wettbewerb «Recyclingkunst zu Schweizer Traditionen» hergestellt. Ausgeschrieben wurde dieser von der Igora, der Genossenschaft für Aluminiumrecycling Schweiz. Am Ende konnte sich Zingg tatsächlich zu den Gewinnern in der Kategorie «Erwachsene» zählen. «Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet, zu gewinnen, aber ich freue mich natürlich sehr darüber», sagt sie.

Kunst an der Sammelstelle

Laura Zingg arbeitet als Assistentin der Abteilungsleitung Bau und Werke auf der Gemeinde Geroldswil. Vergangenen April organisierte die Gemeinde im Rahmen des 10-jährigen Bestehens ihrer Abfallsammelstelle einen Recyclinganlass. Dessen Ziel war, den Menschen das Rezyklieren vor Ort näherzubringen. Als Unterhaltungsprogramm diente an diesem Tag unter anderem der Bau der mittlerweile preisgekrönten Skulptur. «Den Rahmen habe ich schon vorgängig in den Wettbewerbsmassen gefertigt. Die Leute konnten dann Dosen und andere Objekte daran befestigen. Es ist also ein Gemeinschaftswerk», so Zingg.

Es habe sie sehr gefreut, wie viel Spass vor allem die Kinder am Basteln hatten. «Man merkt, dass Recycling momentan ein grosses Thema in der Bevölkerung ist», freut sich Zingg. Deshalb denke sie auch, dass man es schon bald zu den Schweizer Traditionen zählen könne.

Anfang September ehrte Rolf Knie die insgesamt 36 Gewinner in den fünf verschiedenen Kategorien. Zingg und die anderen erwachsenen Gewinner dürfen sich über zwei Goldvreneli im Wert von 500 Franken freuen. Nach der Preisverleihung wurden zehn der insgesamt 110 teilnehmenden Kunstwerke versteigert.

Jeder Teilnehmer konnte bei der Anmeldung selber entscheiden, ob sein Kunstwerk unter den Hammer gebracht werden sollte oder nicht — Zingg entschloss sich dafür. Mit den zehn Kunstwerken konnten insgesamt 15 200 Franken eingenommen werden, die nun der Stiftung Pro Infirmis zugute kommen. «Ich war überrascht, dass tatsächlich so viel Geld zusammengekommen ist», sagt Zingg. «Doch ich freue mich natürlich, mit unserer Figur einem guten Zweck gedient zu haben.»