Limmttal
Diese Bauten zeichnen das Limmattal aus

Das Dietiker Bezirksgebäude wurde diese Woche im Rahmen der «Auszeichnung guter Bauten im Kanton Zürich» als eines der besten Gebäude aus den Jahren 2007 bis 2012 gewählt. Doch das Limmattal hat noch mehr architektonische Perlen zu bieten. Unsere Favoriten.

Sophie Rüesch
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Das sind die besten Bauten der letzten Jahre im Limmattal
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Porsche-Zentrum und VW-Center, Schlieren Architektur: Tilla Theus & Partner Bauherr: AMAG Automobil- und Motoren AG Einweihung: 2012 Mit dem AMAG-Gebäude zwischen Brand- und Bernstrasse verlieh Stararchitektin Tilla Theus der traditionellen Autostadt Schlieren ein modernes Gesicht. Der «Monolith», der das grösste Porsche-Zentrum der Schweiz und das VW-Center Zürich West beherbergt, fällt auf durch seine geschwungene Form, die an Dynamik und Eleganz an einen schwarzen Porsche Cayenne erinnern soll. Eine Schneise trennt die Gebäude der beiden Marken optisch voneinander. Mit einem Baumkonzept und Minergie-Bauweise verpflichtet sich der Bau auch der Nachhaltigkeit.
Neubau Stiftung Autismus und Kind, Urdorf Bauherrin: Stiftung Autismus und Kind Architektur: Horber + Boga Architekten Einweihung: 2007 Das Verwaltungs- und Schulungsgebäude der Stiftung Kind und Autismus pflügt sich durch das Gelände an der Urdorfer Bergstrasse wie ein Schiffsbug durch die Eisschollen im Polargebiet. Nicht umsonst wird das Gebäude mit dem spitzen Winkel auch «Eisbrecher» genannt. Die eigenwillige Architektur darf durchaus auch symbolisch betrachtet werden: Sie soll das Auftauchen des Behinderten in der Gesellschaft baulich auf den Punkt bringen, wie der damalige Institutionsleiter vor der Einweihung erklärte.
Wohnüberbauung Goldschlägi, Schlieren Architektur: Gigon/Guyer Architekten Bauherrin: Migros Pensionskasse Immobilien Einweihung: 2009 Nächster Halt: Schlieren. Wenn Pendler das leuchtende Rot der Fassade der Überbauung Goldschlägi erblicken, wissen sie: Der Schlieremer Bahnhof kann nicht mehr weit sein. Zwischen Bahngleisen und Stadtzentrum entstanden hier 105 Wohnungen für eine urbane Mieterschaft. Die Überbauung verkörpert das Wohnen in der Agglomeration mit einem Augenzwinkern: Das blau-weiss-rote Erscheinungsbild kratzt arg an den Grenzen des guten Geschmacks und bleibt mit seinen mutigen Farbtupfern doch bestechend.
Blue Box Brieger, Schlieren Architektur: Companile & Michetti Architekten Bauherr: Brieger Verpackungen Einweihung: 2012 Der blaue Würfel der Verpackungsfirma Brieger steht im Schlieremer Industriequartier, als hätte ihn ein überdimensioniertes Kleinkind nach dem Spielen liegen lassen. Das auffällige Gebäude imitiert so das Produkt, das die Firma anbietet: Schachteln. Die scheinbar fensterlose Fassade trügt: Das Innere, das Showroom, Warenlager, Büro und eine eigene Entwicklungsabteilung beherbergt, ist lichtdurchflutet. Für die optische Täuschung sorgen feinmaschige Metallnetze, die sich vom Blau der restlichen Fassade nicht abheben, jedoch lichtdurchlässig sind.
Aussichtsturm Altberg, Dänikon Architektur: Timbatec GmbH Bauherrin: Verein Aussichtsturm Altberg Einweihung: 2010 Seit 2010 darf sich das Limmattal mit seinem eigenen Eiffelturm rühmen – wenn es sich beim 34 Meter hohen Altberg-Turm oberhalb von Oetwil auch um eine bedeutend kleinere Variante handelt. Durch das Innere der markanten Holz-Stahl-Konstruktion winden sich 147 Treppenstufen bis zur Aussichtsplattform. Für den Bau des Turms wurde einheimisches Lärchenholz verwendet. Der Altberg-Turm steht auf Däniker Gemeindegebiet; an Planung und Finanzierung beteiligt waren auch die Gemeinden Oetwil, Geroldswil, Weiningen und Unterengstringen.
Cattaneo-Areal, Dietikon Architektur: Holzer Kobler Architektur Bauherr: Reppisch-Werke AG Einweihung: 2009 Am Cattaneo-Areal, auf dem neue und historische Gebäude Rücken an Rücken stehen, zeigt sich Dietikons Wandel vom Dorf zur Stadt. Früher braute die Löwenbräu Dietikon AG hier ihr Bier, dann kauften die namensgebenden Brüder Cattaneo das Areal für ihre Salamiproduktion. Seit 2009 bietet das Areal zwischen Badenerstrasse, Restaurant Freihof und RWD-Hochhaus urbanen Wohn- und Arbeitsraum. Identität stiftet der gläserne Turm mit den unregelmässigen Fassadenelementen, denen er auch den Übernamen «Aquarium» verdankt.
Alterszentrum Am Bach, Birmensdorf Bauherr: Genossenschaft Alterszentrum am Bach Architektur: Egli Rohr Partner AG Einweihung: 2012 Mit einem Alters- und Pflegeheim realisiere man ein Bauprojekt, in das eigentlich die wenigsten einziehen wollten, wurde Karl Traub, der ehemalige Präsident der Genossenschaft Alterszentrum am Bach, bei der Einweihung zitiert. Dass es den Senioren aus Aesch, Birmensdorf und Arni dennoch wohl ist in ihrer letzten Wohnstätte, dafür soll der farbenfrohe Neubau sorgen. Die beiden Innenhöfe mit grosszügigen Fensterfronten spenden den Räumen viel Licht, Holzelemente machen den modernen Bau im Birmensdorfer Zentrum organischer.
In der Umwelt-Arena sollen künftig internationale und nationale Künstler auftreten. archiv Spreitenbach: Umwelt-arena Architektur: René Schmid Architekten Bauherrin: Umwelt Arena AG Einweihung: 2012 Mit der Eröffnung der Umwelt-Arena ging die Vision des Energiepioniers Walter Schmid in Erfüllung. Sein Sohn René Schmid sorgte dafür, dass diese auch baulich realisiert wird. Für den markanten Bau im Spreitenbacher Industriequartier liessen sich die Architekten von ausgebreiteten Vogelflügeln einerseits und von der Dynamik schneller Autos und Boote inspirieren. Form und Funktion entsprechen sich hier auf jedem Quadratmeter. So ist etwa die Gebäudehülle des komplett CO2-neutral betriebenen Baus mit Photovoltaikpanelen bestückt.
Überbauung Limmatblick, Dietikon Architektur: s.a.c.h. Architekten Bauherrin: Siedlungsgenossenschaft Eigengrund Einweihung: 2011 Im Rücken die Bahngleise, im Blick die Limmat: Hinter dem Bahnhof Glanzenberg findet der Spagat zwischen naturnahem Wohnen und bester ÖV-Anbindung seine Vollendung. Nicht nur das zieht eine umweltbewusste Mieterschaft an: Die nach Minergiestandard erstellte Siedlung wird mit Holz aus der Region geheizt. Pendlern dürften die verspielten Glaselemente an der Aussenfassade bekannt sein. Sie sind nicht nur Schmuck, sondern sollen die Bewohner auch vor dem Lärm der vorbeidonnernden Züge schützen.
Auszeichnung für das Bezirksgebäude in Dietikon Der Verwaltungsbau im Stadtzentrum von Dietikon (Bild links), der im Sommer 2010 eröffnet wurde, erhielt den von der Zürcher Baudirektion ausgeschriebenen Preis «Auszeichnung guter Bauten im Kanton Zürich». Die diesjährige Ausschreibung stand unter dem Motto «Grenzen Raum geben/Bauliche Gestaltung von Grenzen». Als «nur vordergründig diskret, in seiner Wirkung aber Respekt erheischend», wird die Gestalt des Gebäudes im Jurybericht gewürdigt. Mit dem Preis werden zum vierten Mal Bauherrschaften sowie Architekten bedacht, die sich in vorbildlicher Weise für die Realisierung qualitätsvoller Architektur engagiert haben. Neben dem Bezirksgebäude Dietikon wurden auch das Sihlcity in Zürich sowie das Hochhaus Weberstrasse in Winterthur mit einem Preis bedacht. (DID)

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ZVG