Durchschnittlich wird in der Schweiz alle neun Minuten eingebrochen. In den Sommerferien, wenn viele Häuser verlassen sind, häufen sich die Einbrüche noch mehr. Um sich davor zu schützen, können vor der Abreise bestimmte Vorkehrungen getroffen werden. Und auch für die Versorgung von Haustieren und Garten müssen nicht unbedingt die Nachbarn verpflichtet werden.

Über Lichtschächte, Kellertüren, Fenster oder Terrassentüren verschaffen sich Einbrecher in den Sommerferien Zugang zum Haus. Besonders beliebt bei Dieben seien Einfamilienhäuser, sagt Baris Kilincarslan von der Sahli Sicherheits AG in Birmensdorf. In Mehrfamilienhäusern oder Wohnblöcken sei das Risiko, entdeckt zu werden, für Einbrecher grösser. Doch Kilincarslan weiss, wie man die ungebetenen Gäste auch von seinem Einfamilienhaus fernhalten kann.

Lichtsimulation wimmelt Diebe ab

Wenn während der Abwesenheit das Haus und der Garten gepflegt, die Rollläden regelmässig hinauf- und hinunter gelassen würden und der Briefkasten regelmässig geleert werde, sei das der wirksamste Schutz vor Einbrechern, so der Experte. Denn Dieben werde so demonstriert, dass das Haus nicht vollkommen verlassen ist. Am wirksamsten sei jedoch Licht. «Es gibt Installationen, die völlig willkürlich mehrmals am Tag das Licht ein- und ausschalten», so Kilincarslan. Dadurch werde vorgegeben, dass jemand zu Hause ist.

Die beste Lösung sei nach wie vor, den Nachbarn seines Vertrauens damit zu beauftragen, ab und an nach dem rechten zu schauen. Wichtig sei hierbei jedoch, niemals den Schlüssel irgendwo zu deponieren, sondern dem Nachbarn diesen persönlich auszuhändigen. «Einbrecher beobachten ihre Ziele mehrere Tage, bevor sie zuschlagen. Wird ein Schlüssel beispielsweise unter die Fussmatte gelegt, haben sie ein leichtes Spiel», sagt Kilincarslan.

Für Notfälle gebe es zudem ein Kästchen, den sogenannten «Plombo-Safe», den man bei seinem Nachbar deponieren könne. Darin befindet sich der Schlüssel, der nur mittels Abschneiden einer Schnur herausgenommen werden kann. Durch das Durchtrennen weiss der Eigentümer des Schlüssels, dass der Nachbar diesen benutzt hat. Dies könne hilfreich sein, wenn der Nachbar im Haus nebenan etwas Seltsames bemerke oder eine Gefahr bestehe, so Kilincarslan.

Eine, die den Limmattalern das unbeschwerte Verreisen in die Ferien ebenfalls erleichtert, ist Vreni Surber. Seit 22 Jahren bietet sie mit ihrem Team die Haus- und Tierbetreuung im Limmattal an. Von Katzen bis Schlangen, die Vielfalt an Tierarten sei gross, so Surber. Doch nicht nur die Fütterung der Tiere, auch das Giessen der Pflanzen oder das Leeren des Briefkastens besorgen sie und ihr Team während der Abwesenheit ihrer Kunden. «Schliesslich gehören Haus und Tier zusammen», so Surber.

Vertrauen ist das Wichtigste

An 365 Tagen im Jahr ist man im Einsatz, am meisten Kundenanfragen seien an Feiertagen zu verzeichnen. Im Sommer gäbe es leicht mehr Aufträge von Kunden, welche nur ihren Garten betreut wissen wollen und keine Haustiere haben. «Unsere Stärke ist sicher eine grosse Flexibilität», sagt Manuela Nyffenegger, Mitarbeiterin von Surber. Sie ist für die Region Limmattal zuständig. Die Termine in der Agenda seien nicht immer fix. Im Verlauf eines Tages könne sich vieles ändern. «Manchmal kommen die Kunden früher heim, oder sie verlängern ihre Ferien», sagt Nyffenegger.

Ein guter Kundenkontakt sei wichtig, schliesslich basiere der Service auch auf einem Vertrauensverhältnis. «Ab und zu schicken wir den Kunden auch ein Bild in die Ferien, dann ist die Freude gross. So wissen sie auch, dass es ihrem Haustier gut geht», sagt Surber. Manchmal müsse ein Tier nicht nur gefüttert und gestreichelt werden, sondern auch mit Medikamenten versorgt werden. «Das müssen nicht immer Pillen sein. Immer mehr Katzen haben Diabetes, dann muss ich ihnen Insulin spritzen», sagt Surber. Werde ein Tier krank, bringe man es zum Tierarzt.

Die Limmattaler lieben Katzen

Die gegenseitige Unterstützung sei wichtig, oft fragten Kunden bei Tierärzten nach Empfehlungen für Tierbetreuung an. Sei ein Kunde interessiert, würden zuerst die wichtigsten Fragen geklärt. «Dann lernen wir den Kunden und die Tiere bei einem Termin kennen», sagt Surber. Worauf es ankäme, sei ein gutes Bauchgefühl. «Bis jetzt wurden wir noch von keinem Kunden abgelehnt», so Surber. Im Limmattal geniesse aber eine Tierart Vorrang. «Wir haben sicher etwa zu 80 Prozent Katzenkunden», sagt Nyffenegger.

In etwas kleinerem Rahmen betreut der Schlieremer Werner Kobel Hunde und Katzen während Abwesenheiten. Seit eineinhalb Jahren sorgt der diplomierte Tierpsychologe für das Wohlbefinden der ihm anvertrauten Tiere. Bis zu fünf Hunde nimmt Kobel bei sich zu Hause auf, die Katzen versorgt er im Heim ihrer Besitzer.

Bei einer Anfrage vereinbart Kobel jeweils zuerst einen Probetag. «Wichtig ist, dass sich auch die Tiere untereinander verstehen», sagt er. Ebenso müssen die Sympathie und das Vertrauen zwischen Kobel und dem Tierhalter stimmen. «Wenn es nicht passt, lehne ich einen Auftrag lieber ab», sagt Kobel, «ich will, dass es den Tieren bei mir gut geht, meine Arbeit macht mir grossen Spass.»

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