Spatenstich für Limmattalbahn
«Die zweite Etappe braucht es wirklich»: Bundesrätin Doris Leuthard im Interview

Verkehrsministerin Doris Leuthard äussert sich zur Stopp-Initiative, zu ihrem Bezug zum Limmattal und zum Lärm des Rangierbahnhofs.

David Egger
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Bundesrätin Doris Leuthard, die Initiative «Stoppt die Limmattalbahn ab Schlieren» will eine neue Abstimmung über die zweite Etappe nach Killwangen. Wie stehen Sie dazu?

Doris Leuthard: Das sind demokratische Rechte, das gehört zur Schweiz. Ich hoffe natürlich, dass auch die zweite Etappe kommt. Am Schluss ist es ein ganzes Projekt, das einen ganzen Raum verbindet. Wir sind aufgrund aller Perspektiven und Entwicklungen der Meinung, dass es die zweite Etappe wirklich braucht und dass sie sinnvoll ist. Ich hoffe, dass die Leute schnell auch den Nutzen sehen.

Was sagen Sie zur Idee, die Limmattalbahn nach Baden zu verlängern?

Da hat der Bund nichts zu sagen. Das ist Sache des Kantons Aargau und der Stadt Baden. Die haben dort auch – vor allem auf den Strassen – eine grosse Problematik. Aber sie müssen selber überlegen, ob es eine Verlängerung gibt oder nicht. Wenn ein Gesuch kommt, setzen wir uns damit auseinander.

Sie sind gut 25 Kilometer vom Limmattal entfernt aufgewachsen. Welchen Bezug haben Sie zur Region?

Relativ wenig, schon verkehrstechnisch. Von mir zu Hause aus nach Zürich nimmt man die S-Bahn in Affoltern am Albis oder man fährt mit dem Auto über das Triemli. Das Limmattal war für mich sozusagen immer etwas am Rand. Aber das ist ja gut, wenn die Freiämter das Limmattal nicht auch noch belasten.

Aber als Verkehrsministerin haben Sie das Limmattal schätzen gelernt?

Natürlich. Als Verkehrsministerin lerne ich zwar viele neue Täler kennen. Aber sehr schnell ist man beim Limmattal. Es ist wirklich eine wichtige Region, auch für die Schweiz. Darum hoffe ich, dass wir mit der Limmattalbahn zur zukünftigen Entwicklung beitragen können.

Die Limmattalbahn bringt Entwicklung und Wachstum weiter. In ihrer Rede sprachen Sie auch von lärmgeringer Infrastruktur. Lauter als die Limmattalbahn sind Güterwaggons. Kommen Sie oder Ihre Nachfolge irgendwann ins Limmattal, um den Start der Arbeiten zum Abbruch des Rangierbahnhofs zu feiern?

Das sind dann andere Fragen. Überall wo gebaut wird und wo viele Menschen leben, gibt es Lärm. Das ist unvermeidbar. Solange die Menschen immer noch mobiler sind, muss man auch etwas in Kauf nehmen. Aber wir machen alles – und das ist auch die Aufgabe der Behörden –, um Bevölkerungswachstum und Mobilität verträglich zu machen. Das heisst, auch Lärmschutzmassnahmen in Projekte zu integrieren. Und es gibt ja auch eine technische Entwicklung, bei den Zügen, bei den Autos und sogar bei den Flugzeugen. Das gehört dazu, aber man kann es nicht von heute auf morgen realisieren.

 Spatenstich für das 800-Millionen-Franken-Projekt Limmattalbahn auf dem Stadtplatz in Schlieren.
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 Die Limmattalbahn verbindet ab Ende 2022 die Gemeinden Zürich-Altstetten, Schlieren, Urdorf, Dietikon, Spreitenbach und Killwangen.
 Am Montag fand der Spatenstich für die 1. Etappe von Altstetten nach Schlieren mit Bundesrätin und Verkehrsministerin Doris Leuthard statt.
 Die Zürcher Regierungsrätin Carmen Walker-Späh beim Spatenstich.
 Der Aargauer Regierungsrat Stephan Attiger beim Spatenstich.
 Gesamtprojektleiter Daniel Issler beim Spatenstich.
 Bundesrätin Doris Leuthard beim Spatenstich, flankiert von der Zürcher Regierungsrätin Carmen Walker-Späh und dem Aargauer Regierungsrat Stephan Attiger
Die letzte Schaufel: Doris Leuthard beim Spatenstich, kurz bevor das Haltestellendomino fällt.
Der Startschuss für den Jahrhundertbau ist erfolgt.
Willy Haderer, sozusagen der Vater der Limmattalbahn, schaut Bundesrätin Doris Leuthard über die Schulter.
 Der Zürcher Stadtrat Filippo Leutenegger, der Aargauer Regierungsrat Stephan Attiger, Bundesrätin Doris Leuthard, der Limmattalbahn-Verwaltungsratspräsident Hans Egloff, die Zürcher Regierungsrätin Carmen Walker-Späh, der Limmattalbahn-Gesamtprojektleiter Daniel Issler, der Dietiker Stadtpräsident Otto Müller, die Urdorfer Gemeindepräsidentin Sandra Rottensteiner, der Schlieremer Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin und der Killwanger Gemeindeammann Werner Scherrer.
 Regierungsrätin Carmen Walker-Späh, Bundesrätin Doris Leuthard, der "Vater der Limmattalbahn" Willy Haderer und der Verwaltungsratspräsident der Limmattalbahn AG, Nationalrat Hans Egloff am Baustart der Limmattalbahn in Schlieren.
 Der Spreitenbacher Gesamtgemeinderat liess es sich nicht nehmen, ein Erinnerungsbild mit Bundesrätin Doris Leuthard zu machen. Links von ihr Gemeindepräsident Valentin Schmid.
 Bundesrätin Doris Leuthard im Interview.
 Willy Haderer aus Unterengstringen, der "Vater der Limmattalbahn", liess sich das Spektakel nicht entgehen.
Statt eines roten Teppichs gab es einen schwarzen Teppich, darauf eingezeichnet die Bahnlinie mit den Haltestellen.
 Im Bild: Dietiker Stadtpräsident Otto Müller, Urdorfer Gemeindepräsidentin Sandra Rottensteiner, Nationalrat und Limmattalbahn-Verwaltungsratspräsident Hans Egloff aus Aesch, und der Limmattalbahn-Vater Willy Haderer.
 Im Bild: Urdorfer Gemeindepräsidentin Sandra Rottensteiner, Nationalrat und Limmattalbahn-Verwaltungsratspräsident Hans Egloff aus Aesch, der Schlieremer Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin und der Dietiker Stadtpräsident Otto Müller.
Das Haltestellen-Domino, bevor es gefallen ist.
Der Zürcher Stadtrat Filippo Leutenegger.
Auch der Aargauer Regierungsrat und Baudirektor Stephan Attiger und sein Vorgänger Peter Beyeler liessen sich den Spatenstich nicht entgehen.
Der Gemeindeammann von Wettingen: Roland Kuster.
 Der Alt-Regierungsrat und Baudirektor des Aargaus, Peter C. Beyeler, filmt den Spatenstich. Links Jasmina Ritz, Geschäftsführerin Limmatstadt AG, ganz rechts im Bild Danilo Follador, im Urdorfer Gemeinderat zuständig für Bau und Planung.
Endhaltestelle Killwangen: Der Dominostein hat das Ziel erreicht.
 Die Limmattaler Politikerin Yvonne Apiyo Brändle-Amolo.
 Der Schlieremer Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin.
 Der Aargauer Alt-Regierungsrat und Alt-Baudirektor Peter Beyeler im Gespräch mit seinem Nachfolger Stephan Attiger (rechts).
Moment der Spannung: Die Dominosteine fallen.
Baustart der Limmattalbahn
 Regierungsrätin Carmen Walker Späh, der Zürcher Stadtrat Filippo Leutenegger und Bundespräsidentin Doris Leuthard beim offiziellen Spatenstich der Limmattalbahn in Schlieren.
Regierungsrätin Carmen Walker Späh, der Zürcher Stadtrat Filippo Leutenegger und Bundespräsidentin Doris Leuthard beim offiziellen Spatenstich der Limmattalbahn in Schlieren.
Bundespräsidentin Doris Leuthard.
 Regierungsrätin Carmen Walker Späh.

Spatenstich für das 800-Millionen-Franken-Projekt Limmattalbahn auf dem Stadtplatz in Schlieren.

Sandra Ardizzone