Reaktion
Die Zürcher Untersuchungsgefängnisse stocken ihren Nachtdienst auf

Der Ausbruch aus dem Limmattaler Gefängnis hat etwas bewegt - zumindest in der Politik. Künftig sollen nachts in jedem Zürcher Untersuchungsgefängnis immer mindestendrei Aufseher präsent sein.

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Der Eingang zum Gefängnis Limmattal, das einen neuen Chef und eine neue Abteilung für Krisenintervention erhält. DEG

Der Eingang zum Gefängnis Limmattal, das einen neuen Chef und eine neue Abteilung für Krisenintervention erhält. DEG

David Egger

Gestern wurde das Urteil im Fall der ehemaligen Gefängnisaufseherin Angela Magdici gefällt, die ihrem jetzigen Verlobten Hassan Kiko letztes Jahr zur Flucht aus dem Limmattaler Gefängis verhalf: Sie wird zu einer bedingten Gefängnisstrafe von 15 Monaten verurteilt. Magdici gab sich vor Gericht reuig «Ich würde es nicht wieder tun, ich habe einen Fehler gemacht», weiter sagt sie, «es hat nichts gebracht.»

Magdici vor Gericht
9 Bilder
Angela Magdici mit Anwalt Urs Huber
Angela Magdici auf dem Weg zum Bezirksgericht Dietikon Die Staatsanwaltschaft wirft ihr Entweichenlassen eines Häftlings, Begünstigung sowie grobe Verletzung der Verkehrsregeln und Sachentziehung vor. (KEYSTONE/Walter Bieri)
Bezirksgericht Dietikon
Angela Magdici und Urs Huber im TalkTäglich
Chiasso, Grenze: Magdici wird von der Tessiner Kantonspolizei in Empfanggenommen. Corriere del Ticino
Angela Magdici auf Facebook
Aufseherin Angela Magdici meldet sich per Videobotschaft zu Wort.
Die 32-jährige Aufseherin Angela Magdici hat den 27-jährigen Gefangenen Hassan Kiko aus seiner Zelle befreit.

Magdici vor Gericht

KEYSTONE

Damit hat sie aber nicht ganz recht, zwar sitzt der gefasste Hassan Kiko wieder hinter Gitter, doch das Gefängnis hat seither mehrere Sofortmassnahmen ergriffen. Gegenüber der SRF-Radiosendung «Heute Morgen» sagte Roland Zurkirchen, aktuell noch Gefängnisdirektor in Dietikon und neu bald Leiter der Zürcher Untersuchungsgefängnisse: «Künftig arbeiten in den Zürcher Untersuchungsgefängnissen auch nachts stets drei Aufseher oder Aufseherinnen». Weiter sei das Mindestalter des Aufsichtspersonals von 30 auf 35 Jahre angesetzt worden. Diese Neuerungen werden gemäss Zurkirchen bald umgesetzt.

Kurz nach dem Gefängnisausbruch Limmattal hatte der Regierungsrat bereits in die Wege geleitet, dass man die Gefängnisschleusen nur zu zweit passieren kann.