Welche Auswirkung hat die Änderung des Asylgesetzes auf den Kanton Zürich und seine Gemeinden? Wird das neue Gesetz am 9. Juni angenommen, so steht dem Bau des ersten Bundeszentrums nichts mehr im Weg. Dieses würde im kommenden Winter als temporäres Testzentrum auf dem Duttweiler-Areal in Zürich in Betrieb genommen werden und Platz für rund 400 Asylsuchende bieten. Mit der Neustrukturierung des Asylbereichs verspricht sich der Bund schnellere Asylverfahren.

Im Limmattal befinden sich in den Gemeinden Urdorf, Dietikon und Birmensdorf kommunale Asylunterkünfte für Asylsuchende mit laufenden oder bereits abgeschlossenen Asylverfahren. In Urdorf gibt es zudem ein kantonal geführtes Durchgangszentrum. Inwiefern es diese Infrastrukturen bei Annahme des neuen Asylgesetzes noch gebraucht, ist ungewiss. Ursina Ritzmann, Leiterin Soziales und Gesellschaft Birmensdorf, sagt: «Welche Änderungen mit dem neuen Asylgesetz auf uns zukämen, kann ich noch nicht sagen.» Auch Roman Della Rossa, Mediensprecher der ORS Service AG, wagt noch keine Prognose zu stellen.

Zentrum entlastet Kanton

Für Urs Grob, Kommunikationschef der Zürcher Sicherheitsdirektion, ist klar, dass schnellere Asylverfahren zur Entlastung vom kantonalen Asylsystem führen. Er sagt: «Mit dem Bundeszentrum müssten wir weniger Asylsuchende in kantonale und kommunale Infrastrukturen unterbringen.» Denn die 400 Asylsuchenden, die auf dem DuttweilerAreal untergebracht würden, würden dem kantonalen Kontingent von 17 Prozent angerechnet werden. Das heisst, die Kosten für diese Asylsuchende fielen weg, da sie vom Bund übernommen würden. Auch Mirjam Wenger vom Bundesamt für Migration sagt: «Zweck der Gesetzesänderung ist unter anderem die Entlastung der Kantone bei der Unterbringung von Asylsuchenden. Ziel ist, nur noch Asylsuchende auf die Kantone zu verteilen, die Aussichten auf ein Bleiberecht haben.»

Bewährt sich das Konzept des temporären Bundeszentrums, so sollen in weiteren Regionen Zentren mit rund 400 Plätzen für Asylsuchende gebaut werden. Das längerfristige Ziel ist, dass Asylsuchende, die sich in einem laufenden Asylprozess befinden, hauptsächlich in Unterkünfte vom Bund und nicht mehr auf solche des Kantons verteilt werden.