Limmattalbahn
Die zehn wichtigsten Fragen und Antworten zur Limmattalbahn

Das Bauprojekt der Limmattalbahn beschäftigt Sympathisanten und Gegner. Fragen und Antworten fassen in einem Überblick die wichtigsten Fakten der Pressekonferenz vom Dienstag Nachmittag zum Kreditantrag für den Bau der Limmattalbahn zusammen.

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Visualisierung des Limmattalbahn Projekts.

Visualisierung des Limmattalbahn Projekts.

limmattalbahn.ch

1. Was steckt hinter der Idee der Limmattalbahn?

Das Wachstum der Siedlungsgebiete und der Anzahl Arbeitsplätze im Limmattal, das auch die kommenden Jahre anhalten wird, belastet die Verkehrsinfrastruktur zunehmend. Mehr Busse lassen sich nicht mehr auf die vollen Strassen schicken, sagen Verkehrsplaner. Die S-Bahnhöfe werden weiterhin das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs bilden. Dazwischen wird die schnelle Stadtbahn, die zu 92 Prozent auf eigenem Trassee verkehrt, als «leistungsfähiger Feinverteiler» fungieren.

2. Was beinhaltet das Projekt?

Das Projekt sieht eine 13,4 Kilometer lange Neubaustrecke mit 27 Haltestellen vom Bahnhof Altstetten über Schlieren und Dietikon nach Killwangen-Spreitenbach vor. Die Limmattalbahn, die mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 22 Kilometern pro Stunde verkehrt, wird «Zweirichtungsfahrzeuge» einsetzen, die keine Wendeschlaufe benötigen.

3. Wie viel kostet das Verkehrsprojekt die Gemeinden?

Die sechs Standortgemeinden sowie die Transportunternehmen und die Werke beteiligen sich mit 28,6 Millionen Franken am Projekt, unter anderem für Haltestellenzugänge und Werkleitungen. Die Betriebskosten werden bei einem 15-Minuten-Takt auf jährlich 13 Millionen Franken geschätzt (Kostendeckungsgrad 60 bis 70 Prozent). Für das Defizit werden je zur Hälfte der Kanton und die Gemeinden aufkommen (also je rund 2 bis 2,6 Millionen). Die Verhandlungen über die jeweiligen Kostenteiler mit den Gemeinden laufen und sollen dieses Jahr abgeschlossen werden.

4. Wer betreibt die Limmattalbahn?

Das ist noch offen. Die Limmattalbahn AG ist eine reine Infrastrukturgesellschaft – sie plant und realisiert die Strecke. Ob die AG nach Bauende bestehen bleibt und in welcher Funktion, wird noch zu entscheiden sein. Wie es auch noch den Fahrbetrieb zu vergeben gilt. Die vergleichbare Glattalbahn wird beispielsweise von den Verkehrsbetrieben Glattal als verantwortlicher Betreiber geführt. Bedient werden die drei Linien in deren Auftrag von den Verkehrsbetrieben Zürich, die Fahrzeuge und Mitarbeiter stellen.

5. Was passiert, wenn der Kanton Zürich den Kreditanteil ablehnt?

Dann ist das Projekt einer Limmattalbahn vom Tisch. Rund drei Viertel der geplanten Gesamtstrecke (Altstetten-Killwangen) liegt auf Zürcher Gebiet.

6. Was geschieht, wenn der Kanton Aargau den Kreditanteil ablehnt?

Die zweite Bauetappe (Schlieren-Killwangen) würde in diesem Fall nicht umgesetzt. Aus Zürcher Sicht würde dies «den Gesamtnutzen des Projektes schmälern». Die Verlängerung der Tramlinie 2 von Altstetten bis Schlieren, wie sie in der ersten Bauetappe vorgesehen ist, hätte laut Regierungsrat «immer noch einen genügenden Nutzen». Diese könnte daher – auch ohne Zustimmung des Aargaus – verwirklicht werden.

7. Warum braucht es flankierende Massnahmen?

Der Kanton will die Zentren von Schlieren und Dietikon vom Durchgangsverkehr und dem erwarteten Mehrverkehr entlasten. So will er eine Stärkung des öffentlichen Verkehrs einschliesslich der Limmattalbahn sowie des Fuss- und Veloverkehrs ermöglichen. Dazu muss ein Teil des Verkehrs aus der Achse Zürcher-/Badenerstrasse nördlich auf die Bern- und Überlandstrasse verlagert werden. Konkrete Massnahmen bestehen etwa in der Unterquerung der Engstringerkreuzung in Schlieren, dem Anschluss der Niederholzstrasse an die Überlandstrasse in der Fahrweid und verschiedenen Kapazitätserweiterungen bei Kreuzungen.

8. Wo liegen die Knackpunkte?

Von der Strecke sind wenige Hundert Meter umstritten. Es geht in erster Linie um die Abschnitte Spitalquartier Schlieren und Zentrum Dietikon. Hinzu kommen in Altstetten Diskussionen rund um die neue Streckenführung des Zweiertrams. In allen Fällen laufen Einigungsverfahren.

9. Was wollen die Kritiker?

Die Meinungen reichen von einer totalen Ablehnung der Bahn, weil unnötig, bis hin zu Kritik an einzelnen Streckenabschnitten, die den lokalen Bedürfnissen bessern anzupassen sind. Dabei spielt die Wohnqualität ebenso eine Rolle wie die Verkehrsführung.

10. Wie sieht der Zeitplan aus?

Bis Ende dieses Jahres sollen wichtige Entscheide fallen: So wird erwartet, dass das Bundesparlament über den Beitrag für die erste Etappe berät (35 Prozent der Kosten). Falls Bern die Gelder spricht, sollen die Bauarbeiten für die Strecke bis Schlieren im Jahr 2017 aufgenommen und 2019 abgeschlossen werden. Die zweite Etappe ab Schlieren Geissweid bis Killwangen-Spreitenbach soll bis Ende 2022 erstellt werden – sofern auch der Bund eine Beteiligung spricht und Aargau und Zürich ihre Kreditanteile gutheissen.