An die Besen, heisst es wieder für die Davoserinnen. In Baden absolvierte die Weltmeister-Equipe mit Carmen Schäfer und Janine Greiner aus der Fahrweid jüngst die ersten Trainingseinheiten. Am vergangenen Donnerstag trainierte das Team erstmals in WM-Sieger-Besetzung – allerdings ohne Trainer. Denn der Urdorfer Thomas Lips ist nach Russland abgewandert, der Nachfolger noch nicht spruchreif. «Das kommt in den nächsten eineinhalb bis zwei Wochen aus», vertröstet Carmen Schäfer.

Zum Weggang von Lips sagt sie: «Natürlich sind wir enttäuscht, doch der Kontakt hält natürlich an. Wenn wir uns dann bei den internationalen Turnieren gegenüberstehen, wird das am Anfang wohl für beide Seiten etwas komisch sein – aber so ist das Leben, so ist der Sport.»

Saison zerrte an den Kräften

Die 31-Jährige habe sich während der vergangenen Wochen gut erholt. «Das war auch nötig», betont sie, schliesslich war die Saison kräftezehrend, und mit der WM-Goldmedaille gingen zahlreiche repräsentative Auftritte einher. Nach dem Betreten der Eisfläche in Baden sei das Gefühl für den Sport rasch zurückgekehrt, sei der Fokus auf die kommende Saison bald gelegt gewesen – respektive auf die übernächste. «Wir wollen die Olympiamedaille, die uns 2010 verwehrt blieb», stellt Schäfer klar.

Damals rankten sich Gerüchte um eine Auflösung des Teams, davon ist nun nicht mehr die Rede. «Der Titel hat uns noch mehr motiviert», drückt die Limmattalerin ihre Gefühlslage aus. Das Team bleibt zusammen, die Urdorferin Alina Pätz, die als Ersatzspielerin für die Weltmeisterschaft aufgeboten war, spielt wieder für Basel und werde im Bedarfsfall für das Aufgebot für kommende Grossereignisse berücksichtigt. «Das sprechen wir jeweils mit dem Nationaltrainer ab», erklärt Carmen Schäfer.

Als Grossereignisse stehen in der Saison 2012/13 die EM und die WM auf dem Programm. An den Trials in Biel im Oktober geht es um die Qualifikation für Erstere, wo die Schweizer Vertretung den Startplatz für die Welttitelspiele vom März in Riga sichern kann. Für diese ist traditionell der Schweizer Meister qualifiziert. Dass dies kein Selbstläufer für sie wird, wissen die Davoserinnen aus eigener Erfahrung: In der vergangenen Saison mussten sie Flims zur EM-Teilnahme gratulieren. Bevor sie Weltmeisterinnen wurden.