Dietikon

Die Weltmeisterin geht mit den Schülern die Wände hoch

Kletter-Profi Alina Ring führt drei fünfte Klassen des Schulhauses Steinmürli spielerisch an die Kletterwand heran.

Lautes Kinderkreischen schallt durch die alte Turnhalle des Dietiker Schulhauses Steinmürli. Die Kletterstafette ist in vollem Gang, den Kindern steht der Wille zum Sieg ins Gesicht geschrieben. Drei fünfte Klassen des Schulhauses Steinmürli kommen am Montagmorgen zu einer aussergewöhnlichen Sportlektion: Alina Ring, vierfache Schweizer Meisterin und zweite bei den Weltmeisterschaften im Klettern, führt die Kinder auf spielerische Weise an die Kletterwand heran.

Mit pädagogischem Geschick erklärt die Profi-Kletterin ihre Sportart, die für die meisten Kinder neu ist. Über markierte Routen lässt sie sie der Wand entlang krakseln. «Ehrlich gesagt war es unbeschreiblich und Alina war super nett», sagt die 10-jährige Mira begeistert.

«Ich fände es toll, wenn wir in der Schule ab und zu solche Anlässe hätten.» Die Arbeit mit den Kindern ist auch für Alina Ring neu: «Im Rahmen einer Sportwoche der Kirche Hirzenbach habe ich einen Kletter-Kurs für Kinder geleitet, das hat mir sehr gut gefallen», sagt die 19-jährige Zürcherin, während sie Autogramme auf Zettel schreibt.

Der Dietiker Schulpfleger Jürg Hässig hatte die Kletterlektion vorgeschlagen und Martin Imhof, Schulleiter des Steinmürli, den Kontakt zu Anita Ring vermittelt. «Sie hat sich sofort bereit erklärt mitzumachen und das grosszügigerweise, ohne eine Entschädigung zu verlangen», sagt Imhof.

Da die Kinder heute viele Stunden vor dem Fernseher verbringen würden, sei es wichtig, dass sie zur Abwechslung auch das Sportangebot der Schule nutzen. Von den positiven Auswirkungen des Sports für die Kinder ist Imhof überzeugt: «Es ist erwiesen, dass Kinder, die Sport treiben, leistungsfähiger sind.»

Der Schulleiter schnappt sich Besen und Schaufel und wischt etwas Magnesium vom Boden weg, das die Kinder in ihrem Übermut in der Halle verteilen. «Die Luft sieht hier schon aus wie in einer richtigen Kletterhalle», sagt Anita Ring.

Vielleicht ist die richtige Kletterhalle für einige Steinmürli-Schüler gar nicht mehr so weit weg. «Ich habe in jeder Gruppe zwei bis drei gesehen, die Potenzial für eine Kletter-Karriere hätten», meint jedenfalls Alina Ring. Er würde sich freuen, wenn einige der Kinder dazu motiviert würden, sich einem Sportverein oder dem Schulsport der Schulen Dietikon anzuschliessen, sagt Imhof.

Schon «ziemlich gut»

Der 11-jährige Eroll könnte sich gut vorstellen, einmal einen Kletterklub zu besuchen. «Ich kann zwar nie so klettern wie Alina, aber für mein Alter bin ich ziemlich gut», meint der Fünftklässler selbstbewusst. Dass eine Profisportlerin der Schule einen Besuch abstattete, findet er «sehr cool».

«Wir haben diesen Morgen einmal als Versuch organisiert», sagt Imhof. «Und er ist voll und ganz geglückt.» Daher kann sich der Schulleiter gut vorstellen, ähnliche Veranstaltungen mit Profisportlern auch weiterhin durchzuführen; dann aber auch mit anderen Sportarten.

Falls er dazu noch nach Ideen sucht, lohnt sich eine Umfrage bei den Schülerinnen und Schülern. «Die Schule soll einmal einen Handball-Profi einladen», findet Mira, die selbst in einem Handballklub war. Die 12-jährige Adina wünscht sich dagegen, dass nächstes Mal die Sportarten Leichtathletik und Fussball drankommen. Für eine Fussball-Stunde schlägt sie auch gleich einen Profi vor, den man ins Steinmürli einladen könnte: «Cristiano Ronaldo», sagt Adina und grinst.

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