Uitikon

Die Wegrechte wurden geklärt — die Uitiker erhalten bald wieder direkten Zugang

Die Uitiker erhalten 2021 wieder einen direkten Zugang, um zum Gleis des Bahnhofs Waldegg zu gelangen.

Nach jahrelangem Seilziehen zwischen dem Besitzer der Liegenschaft am Uitiker Bahnweg bei der SZU-Haltestelle Waldegg, der Gemeinde und den Anwohnern fanden die Verantwortlichen nun eine langfristige Lösung. «Mit den privaten Grundeigentümern konnte eine Einigung erzielt werden, sodass nach Vollendung der geplanten Bauarbeiten der Bahnweg für die Öffentlichkeit als Zugang zur SZU-Station langfristig bestehen bleibt», sagt Gemeindeschreiber Sinisa Kostic auf Anfrage. Bis es so weit ist, müssen sich die Anwohner aber noch gedulden. So geht aus einem Informationsblatt der Gemeinde hervor, dass Ende März die Bauarbeiten nahe der SZU-Station Waldegg beginnen werden. 14 Monate später, im Mai 2021, werden sie beendet.

Wie Kostic weiter sagt, habe man von den Uitikerinnen und Uitikern schon zahlreiche positive Reaktionen auf diese Neuigkeit erhalten. «Die Bevölkerung ist dankbar, dass eine rasche und unkomplizierte Lösung ohne grosse Umwege gefunden werden konnte», sagt er.

Die Unstimmigkeiten zwischen dem Liegenschaftsbesitzer und den Nutzern des Bahnhofs Waldegg dauern schon rund drei Jahre. 2017 sperrte der Besitzer des letzten Abschnitts den Bahnweg mit Zäunen und verschlossenen Gartentoren ab, da der Weg nur wenige Meter an den Fenstern des angrenzenden Neubaus vorbeiführt. Nur mit dieser Massnahme sei die Privatsphäre der Bewohner zu gewährleisten, hiess es damals.

Der Besitzer erteilt der Gemeinde das Wegrecht

Fussgänger mussten fortan durch den Garten des Restaurants Waldesruh oder ganz um das Gebäude herumlaufen, um zum Gleis zu gelangen. Doch hätte theoretisch auch dieser Weg dereinst geschlossen werden können. Die Besitzer der Waldesruh-Liegenschaft wollten der Öffentlichkeit erst kein Wegrecht erteilen, da ein solches eine künftige Nutzung der Terrasse oder des Grundstücks rechts vom Gebäude durch den Eigentümer verhindert hätte. An mehreren Gemeindeversammlungen wurden die Zugänge zum Bahnhof thematisiert, und auch mehrere Anfragen, in denen nach einer Lösung verlangt wurde, gingen bei der Gemeinde ein.

Seit längerem führte die Gemeinde mit beiden Eigentümern Gespräche, jedoch wurde erst jetzt eine Lösung gefunden. «Dank dem Einsatz des Uitiker Tiefbauvorstehers Markus Stäheli (SVP) und einem Entgegenkommen der Waldesruh-Liegenschaftsbesitzer kann man der Bevölkerung nun eine erfreuliche Lösung präsentieren», sagt Kostic. So werde der Wegabschnitt rechts am Waldesruh-Gebäude vorbei ab Mai 2021 der Öffentlichkeit langfristig zur Verfügung stehen. Da das Waldesruh-Gebäude umgebaut und ein Anbau erstellt wird sowie der bestehende Schopf durch einen neuen ersetzt wird, dauert es noch eine Weile. Während dieser Zeit ist der ganze Bahnweg gesperrt und die Pendler erreichen die Haltestelle über die Neuhausstrasse.

Für die Zeit danach erhält die Gemeinde aber das Fusswegrecht. Dieses werde ins Grundbuch eingetragen. Derzeit erarbeite man den Dienstbarkeitsvertrag, so Kostic. «Die Gemeinde übernimmt im Gegenzug zum Wegrecht den Winterdienst und die Reinigungsarbeiten auf diesem Abschnitt.» Hauptsächlich beinhalten die Arbeiten der ­Gemeinde am Weg die Verbesserung der Beleuchtungssituation, so Kostic weiter. Auch dies wurde anlässlich der letzten Gemeindeversammlung von einer Einwohnerin gefordert, da es aktuell nachts zu dunkel sei auf besagtem Abschnitt.

Haltestelle wird bis 2023 um 50 Meter verschoben

Mit dieser Lösung wird der 2017 gesperrte Abschnitt nicht wieder begehbar. Wo vormals noch leicht überwindbare Gartentore waren, befindet sich heute sogar ein durchgehender Zaun. Doch wird dieser Durchgang auch nicht mehr notwendig sein, ist die Gemeinde überzeugt. Die SZU muss nämlich ihre Haltestellen bis zum Jahr 2023 um rund 50 Meter Richtung Bergspitze versetzen, da die heutige in einer Kurve liegt. So bleibt zwischen Perron und Zug stets ein Spalt, wodurch das Behindertengleichstellungsgesetz nicht erfüllt wird. Das Perron wird also dereinst dort beginnen, wo der Bahnweg am Restaurant vorbeiführt. Die Nutzung des 2017 gesperrten Weges wäre dann also gewissermassen ein Umweg für die Fussgänger.

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