Weiningen ist von jeher eine Turnerhochburg. Das wird die Gemeinde an den Wochenenden vom 27. und 28. Juni sowie vom 4. und 5. Juli unter Beweis stellen. Dann nämlich geht auf dem Weininger Feld das Turnfest des Regionalverbandes Glatt-, Limmattal und Stadt Zürich (GLZ) über die Bühne. Erwartet werden rund 5000 Turnerinnen und Turner sowie gegen 10 000 Besucher.

Schon jetzt ist das Turnfest im Dorf gut sichtbar. Nicht zuletzt wegen der Kommandobrücke, die bereits Ende Juni 2014, ein Jahr vor der Eröffnung des Anlasses, eingeweiht wurde. Aus einer eingelagerten Fussgängerbrücke wurde dabei ein grosses Tor gebaut. Bis der Startschuss fällt, haben die Organisatoren aber noch einiges zu tun. Anfang Juni wurde mit dem Aufbau begonnen.

Thomas Mattle, OK-Präsident des Festes, steht auf der Kommandobrücke und blickt stolz hinunter auf das Gelände. Von hier oben hat er den Überblick über das Geschehen auf dem Weininger Feld, wo an beiden Wochenenden der traditionsreiche Breitensport im Fokus stehen soll. Um die 5000 Sportbegeisterte starten in diversen sportlichen Disziplinen wie dem Einzel- und Vereinsgeräteturnen oder der Leichtathletik. «Nebst dem turnerischen Aspekt sind aber auch die Geselligkeit und das Fest drumherum sehr wichtig», sagt er.

Denn neben den Wettkämpfen ist auch ein breit gefächertes Rahmenprogramm geplant. Damit der Grossanlass reibungslos über die Bühne geht, werden über 1000 freiwillige Helfer mitwirken. Die Weininger Organisatoren können auch auf die Erfahrungen aus Urdorf zurückgreifen: Dort nämlich fand das GLZ-Turnfest im Jahr 2006 statt.

Ein Fest zum Geburtstag

2015 ist nicht nur Fest-, sondern auch Jubiläumsjahr: Der gastgebende Turnverein Weiningen feiert am Turnfest sein 100-jähriges Bestehen. Am 1. August 1915 gründeten sieben Weininger den Turnverein. Eine junge Gemeinschaft hatte sich damals zum Ziel gesetzt, sich gemeinsam körperlich zu betätigen. Nach 100 Jahren zählt der Turnverein Weiningen heute über 60 Aktivmitglieder, sowie 300 Ehren-, Passivmitglieder sowie Kinder. «Wer das Alter von 100 Jahren erreicht, hat vieles erlebt – so auch einen Wandel der Zeit», sagt Mattle. Sei es in der Kleidung, der Gruppendynamik, der Technik oder auch im sportlichen Bereich.

Die strammen Männer in ihren hellen Kostümen, die sich damals noch militärisch angehaucht bewegten, wandelten sich mit den Jahrzehnten zu einem dynamischen Männerverein. Im Jahr 2000 fusionierte der Turnverein dann mit der Damenriege zu einem gemeinsamen Verein, nachdem seit einigen Jahren bereits die Wettkämpfe gemeinsam bestritten wurden. Damit wurden auch die Gewänder bunter und individueller. Die sportlichen Disziplinen wurden seither je nach Können betrieben und an den Turnfesten präsentiert.

Etwas zurückgeben

«Jedes Jahr nehmen wir selber an zwei Turnfesten teil und sind froh, unsere Leistungen an einem Anlass zu zeigen und gegen die Konkurrenz zu bestehen», so Mattle. So sei auch der Gedanke aufgekommen, etwas an die Turnergemeinde zurückzugeben. Selber einen Wettkampf zu organisieren, schien daher naheliegend. Nach diversen Abklärungen und Überlegungen wurde das Projekt GLZ-Turnfest konkret.

Es sei nun an der Zeit, dass endlich der Startschuss falle, sagt Mattle. Der OK-Präsident freut sich auf ein Fest, dass für weitere 100 Jahre in guter Erinnerung bleiben soll. Bis es aber tatsächlich losgehen kann, muss sich noch einiges tun. Mattle hofft auf gutes Wetter: Beim letzten Turnfest in Weiningen, das 1974 durchgeführt wurde, habe es permanent geregnet.