Innert kurzer Zeit wurde die Autobiografie «Die verbotene Frau» von Verena Wermuth zum Bestseller. Am 26. November wird nun der gleichnamige Film im Fernsehen ausgestrahlt.

«Ich realisiere immer noch nicht ganz, was ich mit der Veröffentlichung meiner Geschichte ausgelöst habe und was für einen Rummel das alles mit sich gezogen hat», so die Autorin aus Weiningen. Eigentlich hätte sie sich damit nur den Kummer von der Seele schreiben wollen.

Denn die Geschichte über sie und Scheich Khalid, dessen wahre Identität sie verschweigt, hatte kein Happy End: Elf Jahre lang führte Wermuth eine geheime Beziehung mit ihm, bevor dieser sich auf Druck der Familienoberhäupter für eine ihm schon längst vorbestimmte Cousine entschied und diese heiratete. Eine Zweitfrau von ihm zu werden, konnte sich Wermuth nicht vorstellen. Sie kehrte 1990 in die Schweiz zurück und brach den Kontakt mit Khalid vorerst ganz ab.

Wenn sie jedoch heute, 23 Jahre nach der Trennung, immer noch von «ihrem Scheich» erzählt, wird schnell klar, dass sie die gemeinsame Zeit noch lange nicht vergessen hat.

Die Kernhandlung bleibt gleich

Vor sechs Jahren verkaufte die Autorin das Filmrecht ihrer Autobiografie an eine Münchner Film- und Literaturagentur. Mit Alexandra Neldel (unter anderem bekannt aus «Die Wanderhure») und Mido Hamada («Homeland»-Darsteller) in den Hauptrollen wurde die Geschichte diesen Sommer in Marokko verfilmt. Eine Drehbewilligung für die Original-Schauplätze in Dubai erhielt das Filmteam nicht.

Mit dem Ergebnis ist Wermuth sehr zufrieden. «auch wenn ich das Drehbuch natürlich am liebsten gleich selber geschrieben hätte», sagt sie lachend. Durch die Schauspielerin Alexandra Neldel fühlt sie sich gut repräsentiert: «Ich mag ihre Natürlichkeit und Ausstrahlung», sagt Wermuth. Sie fügt an: «Für die Rolle des Scheichs hätte ich mir aber ein etwas typischeres arabisches Aussehen gewünscht.

Mir fehlt bei ihm das charakteristische Merkmal der Wüstenaraber: die lange und gebogene Nase.» Trotzdem überzeuge Hamada in seiner Rolle als Scheich. Natürlich sei die Handlung im Film nicht mehr ganz die Gleiche wie im Buch. «Die Kerngeschichte stimmt aber», so die Autorin.

Über ihre Mutter Kontakt gehalten

16 Jahre lang hat sich Wermuth nach der Trennung nicht bei Khalid gemeldet. Davon liess sich dieser aber nicht beirren: Die ganze Zeit über hielt er den Kontakt zu ihrer Mutter, um trotzdem erfahren zu können, wie es ihr geht. Seit fünf Jahren mailt sie ihm nun auch wieder zurück. «Mittlerweile kann ich mit der Vergangenheit umgehen. Die Khalid-freie Zeit habe ich dafür aber gebraucht», sagt sie. Der Scheich sage ihr auch heute noch, dass sie immer seine einzige und wahre Liebe geblieben sei.

Im Gegensatz dazu hat die Autorin 1995 wieder geheiratet. «In meinem Mann habe ich meine zweite grosse Liebe gefunden», so Wermuth. Ihr Ehemann Franz Wermuth sei stolz auf ihren Erfolg. So genau möchte er über die ehemalige Beziehung zum Scheich aber anscheinend doch nicht Bescheid wissen - ihre Bücher hat er nie ganz gelesen.

Das Wiedersehen in Dubai

Damit die Dreharbeiten beginnen konnten, musste Wermuth noch einmal nach Dubai reisen, um Scheich Khalid für die Verfilmung um Erlaubnis zu bitten. «Als ich ihm zwei Jahre zuvor vom ersten Buch erzählte, fühlte er sich noch geehrt. Als dieses aber zu einem Bestseller wurde, nahm er es nicht mehr so gelassen», so Wermuth. Und für die Verfilmung habe sie nun einige Überredungskünste aufbringen müssen. Trotz seiner Ängste, seine wahre Identität könnte eines Tages doch aufgedeckt werden, stimmte er schliesslich zu.

Über das Wiedersehen in Dubai schrieb Wermuth ein weiteres Buch, das es aktuell in der Bestsellerliste wieder auf Platz eins geschafft hat. «Ihn nach so langer Zeit wieder zu sehen, hat meiner Seele gut getan», sagt sie. Sie hätten viele Missverständnisse von früher klären können. Wermuth hofft, dass es eines Tages möglich sein wird, seine Familie zusammen mit ihrem Mann zu besuchen. «Vor allem Khalids Kinder möchte ich unbedingt sehen.»
Der Film «Die verbotene Frau» wird am 26. November um 20.15 Uhr auf Sat. 1 ausgestrahlt.