Wenn das Fahrrad über die Wintermonate lange Zeit im Keller stand, sollte es erst einmal gründlich gereinigt und durchgecheckt werden, bevor man sich auf den Sattel schwingt. Denn Staub und Dreck aus dem Vorjahr haben sich an Rahmen, Ketten und Bremsen angelagert. Um das Fahrrad für sommerliche Ausflüge vorzubereiten, konnte man es am Samstag hinter dem Pfarrhaus von St. Agatha in Dietikon abgeben. Organisiert wurde die Velo-Putzaktion vom Dietiker Kinder- und Jugendverein Jubla. Gegen einen kleinen Geldbetrag brachten zwölf Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren rund 80 Fahrräder wieder auf Hochglanz. «Den Erlös sammeln wir für unser Sommerlager», sagte eine der sechs Leiterinnen Natalie Lips.

Mit Eimer, Lappen und Putzmitteln bewaffnet, machten sich die Kinder an die Arbeit. Dabei kam es auch vor, dass hartnäckiger Belag erst mit Seifenwasser eingeweicht und dann mit einer Zahnbürste abgeschrubbt wurde. Lenker, Sattelsätze und Pedale wurden mit einem feuchten Schwamm abgewischt. Damit wirklich alles schön sauber wird, wurden die Räder auch auf den Kopf, also auf Sattel und Lenker gestellt. Einige Fahrräder hatten durchaus einen besonders gründlichen Frühlingsputz notwendig: «Eine Frau brachte ein Velo vorbei, das sie seit zwanzig Jahren nicht mehr geputzt hatte. Es war voller Spinnweben», erzählte Jubla-Vereinsmitglied Maurice Bonett.

«Grundsätzlich sind die Leute sehr freundlich und unkompliziert. Doch es gibt auch solche, die Angst haben, dass die Kinder etwas kaputt machen», sagte Jubla-Leiterin Dalia Schilling. Doch da musste niemand Grund zur Sorge haben. Die Leiterinnen gaben den Kindern genaue Instruktionen und packten selbst mit an. Nach etwa 30 Minuten hatte jedes Velo das volle Programm genossen: die Ketten geschmiert, die Reifen gepumpt und der Chromglanz – wie neu. «Wenn wir uns gegenseitig helfen, geht es schneller», motivierte Jubla-Leiterin Linda Zehnder.

Die Kinder scheuten sich nicht davor, sich die Hände dreckig zu machen. Die neunjährige Helena Chici ist bei Jubla schon lange dabei und liebt die verschiedenen Veranstaltungen des Vereins sowie speziell die Velo-Putzaktion. «Dinge draussen in der Natur zu unternehmen, macht mir am meisten Spass», meinte sie. Der Plausch kam in der Tat nicht zu kurz. Die Arbeit in der Sonne erleichterten sich die Kinder mit Musik und Znüni. Gegenseitiges Nassspritzen mit dem Gartenschlauch sorgte für Abkühlung. Auch Alma Portmann brachte ihr Velo zum Frühjahrsputz vorbei. «Ich finde die Aktion herzig und äusserst praktisch. Man bringt sein schmutziges Velo vorbei, vereinbart eine Abhol-Zeit und nimmt sein blitzblankes Fahrrad nach einer Tasse Kaffee wieder in Empfang», freute sie sich über das Angebot.