Eishockey

Die Urdorfer nehmen die Meisterschaft ersatzgeschwächt wieder auf

Gegen Engelberg-Titlis (in den weissen Trikots) haben die Urdorfer vor der Pause verloren – zum zweiten Mal in dieser Saison.

Sie spielen am Samstag ihr erstes Meisterschaftsspiel in diesem Jahr. Es wird ein spannendes Duell, da die Gegner nur knapp hinter den viertplatzierten Stieren liegen. Ein Pflichtsieg, um weiterhin vorne platziert zu sein.

Die Pause in der 3. Liga neigt sich dem Ende zu. Für den EHC Urdorf geht die Meisterschaft mit einem Heimspiel auf der Kunsteisbahn Weihermatt weiter, bei dem in der Drittelspause die Bambini mit Kurzmatches für Spektakel sorgen wollen.

Spektakel könnte es aber auch bei den Erwachsenen geben. Die Urdorfer empfangen den Glarner EC. Ein brisantes Duell, denn die Glarner liegen in der Tabelle auf Rang 5 und damit nur einen Platz hinter den Urdorfern. Der Rückstand auf die Limmattaler beträgt zwei Punkte. Wollen die «Stiere» also weiterhin vorne mitspielen, ist ein Sieg Pflicht.

Für die Urdorfer ist es zwar die erste Meisterschaftspartie in diesem Jahr, aber nicht der erste Ernstkampf. Den hatten sie bereits am vergangenen Sonntag. Gegen den HC Prättigau-Herrschaft II absolvierten sie die erste Vorqualifikationsrunde für den Swiss Ice Hockey Cup 2020/21.

Zwar setzten sich die «Stiere» in Grüsch gegen den Viertligisten durch, kamen beim 6:5-Sieg am Ende aber noch ins Zittern. Und das, obwohl sie sieben Minuten vor der Schlusssirene noch mit drei Toren Vorsprung geführt hatten. «Wir mussten es ja noch interessant machen», sagt Urdorf-Trainer André Wismer und lacht. «Aber es war ein sehr abwechslungsreiches Spiel.»

Zufrieden sei er allerdings nicht, auch wenn seine Mannschaft ersatzgeschwächt war. «Ich hatte nur wenige Spieler zur Verfügung und musste auf junge Akteure zurückgreifen», so Wismer. «Das war bei Prättigau-Herrschaft allerdings auch so. Zudem haben wir gegen einen Viertligisten gespielt.»

Dieser sei als Underdog sehr motiviert gewesen, was seinem Team am Ende Schwierigkeiten bereitet habe. «Ich denke, für uns ist es einfacher, gegen einen stärkeren Gegner zu spielen», sagt der Urdorfer Trainer.

Am Schluss sei jedoch das Wichtigste, dass man gewonnen habe, auch wenn Wismer dem Cup nicht allzu grosse Bedeutung beimisst. «Für mich war das einfach ein zusätzliches Spiel», so Wismer. Aus diesem konnte der Coach Erkenntnisse mitnehmen. Die wichtigste betrifft das Rotationsspiel. «Das müssen wir verbessern», sagt er. «Wenn ein Spieler aus seiner Position fährt, muss ein anderer übernehmen.» Das klappe noch nicht wie gewünscht.

Jahr mit Niederlage abgeschlossen

Immerhin: Mit dem Sieg gegen Prättigau-Herrschaft II haben die «Stiere» das neue Jahr erfolgreich begonnen, nachdem sie das vergangene mit einer Niederlage abgeschlossen hatten. Gegen Engelberg-Titlis, gegen das die Limmattaler schon zu Hause mit 2:3 nach Penaltyschiessen verloren hatten, unterlagen sie kurz vor Weihnachten auch auswärts – mit 2:4. Es war die erste Pleite nach zuletzt drei Siegen in Folge.

Diese Niederlage schmerzt Wismer allerdings weniger als diejenige gegen den Akademischen EC Zürich. Gegen die Zürcher schossen die Urdorfer in den ersten 22 Minuten drei Tore und führten bis zur Mitte des zweiten Drittels mit 3:0.

Doch dann mussten die Limmattaler innert zehn Minuten noch drei Gegentreffer hinnehmen. Es kam zur Verlängerung und dann zum Penaltyschiessen, in dem die Urdorfer schliesslich unterlagen. «Wir begingen viele Eigenfehler», so Wismer, «und der Gegner steckte nicht auf.»

Ähnliches hatten die «Stiere» auch schon bei ihrer ersten Niederlage im Penaltyschiessen gegen Engelberg-Titlis erleben müssen. Da führten sie bis zum Schlussdrittel mit 2:0 und mussten dann, jeweils in Unterzahl, noch zwei Gegentore hinnehmen. Schliesslich setzten sich die Gäste aus der Zentralschweiz im Shootout durch.

Doch es gab auch Erfolgserlebnisse. Der 3:2-Sieg gegen Bülach zum Beispiel, den souveränen Leader der Gruppe 3, der in dieser Saison bisher erst zweimal verloren hatte – gegen den Glarner EC und eben gegen die Limmattaler. Oder der deutliche Auswärtssieg der «Stiere» gegen den Glarner EC, den man Mitte Oktober gleich mit 6:1 bodigte.

Ersatzgeschwächte Urdorfer

Am Samstag kommt es um 19.30 Uhr also zur Revanche. Trotz des klaren Sieges im Hinspiel bleibt Wismer skeptisch. «Die Hälfte des Teams wird am Samstag fehlen», sagt er. So sei unter anderem Teamleader Sebastian Hauser verletzt, andere Spieler seien im Militär oder wegen ihres Berufs abwesend. «Ich werde einige junge Spieler einsetzen müssen», so Wismer. Er geht davon aus, dass seinen «Stieren» keine einfache Partie bevorsteht.

Dasselbe dürfte auch für die nächste Partie im Swiss Ice Hockey Cup gelten, die im Herbst dieses Jahres ausgetragen wird. Dann könnten die Limmattaler einen starken Gegner zugelost bekommen, womöglich einen Zweitligisten. «Vielleicht ist ja eine Überraschung möglich», so Wismer.

Möglicherweise kommt es ja aber auch zum Duell mit den Limmattal Wings. Die Viertligisten haben in der ersten Runde des Cups auswärts gegen die ZSC Lions II, ebenfalls aus der 4. Liga, mit 3:1 gewonnen.

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