Einige Sekunden lang blieb Mike Grob auf dem Eis liegen, die Hände im Gesicht vergraben. Der Urdorfer konnte es nicht fassen. Kurz zuvor war er vor dem gegnerischen Tor angespielt worden, doch er hatte die Scheibe nicht im Gehäuse untergebracht, sondern knapp daneben gesetzt, wobei sie wohl noch den Pfosten gestreift hatte.

Hätte er getroffen, wäre er mit Sicherheit zum Helden der Partie ausgerufen worden. Denn kurz nach seinem Schuss ertönte die Schlusssirene in dieser spannenden Partie, welche die Urdorfer knapp mit 3:2 für sich entschieden hätten. Statt sich also über einen Sieg in der regulären Spielzeit zu freuen, mussten die Urdorfer in die Verlängerung.

Die Szene mit Grob war schon fast exemplarisch für das Urdorfer Spiel an diesem Samstagabend auf der Kunsteisbahn Weihermatt. Die «Stiere» erspielten sich zwar immer wieder Chancen, scheiterten aber sehr oft. «Wir sind vor dem Tor zu wenig effizient», meinte Urdorf-Trainer André Wismer später.

Immerhin konnten seine Schützlinge gegen Seetal in Führung gehen. Das 1:0 nach einem sehenswerten Backhandschuss von Sebastian Hauser im zweiten Drittel war allerdings überfällig, die Urdorfer hätten zu diesem Zeitpunkt deutlich höher führen müssen.

Ja, sie hatten gar noch Glück, dass Seetals Pascal Mathis eine Minute vor Ende des zweiten Durchgangs nur die Latte traf.

2:0-Führung vergeben

Im Schlussdrittel sahen die «Stiere» siebeneinhalb Minuten vor dem Ende aber dennoch wie die sicheren Sieger aus. Samuel Kuoni hatte das 2:0 erzielt. Doch kurz darauf verkürzte Yves Nick für die Gäste auf 2:1, und anderthalb Minuten vor Schluss glich Sven Trachsler gar noch aus. Die angesprochene Verlängerung stand an.

Und die Overtime begann schlecht für die «Stiere». Nach nicht mal anderthalb Minuten wurde Marco Birrer wegen eines hohen Stocks auf die Strafbank geschickt. Die Urdorfer mussten also in Unterzahl agieren.

Doch die Gäste wussten den nummerischen Vorteil kaum zu nutzen, im Gegenteil: Thierry Gotti kam eine halbe Minute vor Ablauf der Strafe zum Gegenstoss und hätte beinahe einen Shorthander erzielt. Doch es blieb beim 2:2 – auch nach der fünfminütigen Verlängerung. Das Penaltyschiessen musste entscheiden.

Und im Shootout hatten die Urdorfer keine Chance. Mit Ken Walliser, Sebastian Hauser und Thierry Gotti scheiterten gleich drei Schützen, während die Seetaler ihre Penalties verwandelten.

«Es ist sehr bitter», meinte Walliser nach der Partie enttäuscht und ortete die Hauptursache für die Niederlage im selben Manko wie schon Wismer: «Wir machen zu wenige Tore, da schliesse ich mich selbst mit ein.» Ein anderes Problem sei die Anzahl Strafen. Gegen Seetal waren es zwölf Mal zwei Minuten.

«Wenn man zwischen zehn und 20 Minuten in einem Spiel in Unterzahl spielen muss, kann man es auch nicht gewinnen», meinte Walliser. «Wir kassieren schlicht zu viele Strafen.»

«Vor allem zu viele dumme Strafen», ergänzte Wismer und meinte damit die Fouls im Offensivdrittel.

Mit der Niederlage gegen Seetal können sich die Urdorfer nun definitiv keinen Ausrutscher mehr erlauben, falls es mit dem direkten Wiederaufstieg klappen sollte. Denn die Limmattaler stehen nach wie vor auf dem undankbaren dritten Platz.

Wollen sie auf einen der ersten beiden Plätze kommen, die zum Aufstieg berechtigen, müssen sie Seewen und Sursee, die direkten Konkurrenten im Kampf um einen Platz in der 2. Liga, besiegen.

Und sie müssten zusätzlich auf mehrere Ausrutscher der beiden Spitzenteams hoffen. Am besten schon am nächsten Samstag. Dann spielen die Urdorfer auswärts gegen Sursee.