Die heiligen drei Könige staunten nicht schlecht, als die Jodlerin Franziska Wigger in der grossen reformierten Kirche vor dem prachtvollen Christbaum einen «Obigjutz» zum Besten gab. So etwas Eingängiges hatten sie an ihrem Festtag noch nie gehört. In diesen Genuss kamen sie dieses Jahr, weil die reformierte Kirchgemeinde Schlieren zum Abschluss ihrer 75-Jahr-Feierlichkeiten das traditionelle Dreikönigskonzert für einmal volkstümlich gestaltete.

«Mit diesem Konzert beenden wir das Musikjahr, in dem wir jeden Monat ein Konzert organisierten», sagte Kirchenpflegepräsidentin Ursula Gütlin-Plüer. Es war ein vielseitiger Abschluss: Organist Gilberto Fischli liess es mit einer Gewitterfantasie auf der 75-jährigen Metzler-Orgel blitzen und donnern oder spielte auf der «Königin der Instrumente» vertraute Weihnachtslieder wie «Gloria in excelsis Deo» und «Tochter Zion, freue Dich». Mit ihm jodelte die Luzernerin Franziska Wigger und der Innerschweizer Heinz della Torre blies die Trompete. Er spielte ebenso Naturblasinstrumente wie Alphorn, Tierhorn und Büchel. Die drei Musizierenden demonstrierten dabei eindrücklich ihre gesanglichen und musikalischen Qualitäten.

Die rassigen und lüpfigen Klänge gefielen den zahlreich erschienenen Gästen ausgezeichnet. So sagte eine Zuhörerin nach dem Konzert spontan: «So wunderschöne, volkstümliche Klänge habe ich in dieser Kirche noch nie gehört.» Auch Organist Gilberto Fischli, der das Dreikönigskonzert, vor 17 Jahren initiiert hat, war rundum zufrieden.

Kulturen treffen zusammen

Beim anschliessenden Apéro im Stürmeierhuus warteten Dreikönigskuchen und Getränke. Man stiess auf das taufrische Jahr an und wünschte sich gegenseitig Glück, Gesundheit und Zufriedenheit im 2013. Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin tat dies auf originelle Art und Weise: Er wies darauf hin, dass die drei Könige dem Weihnachtsgeschehen eine internationale Ausrichtung geben, da durch sie eine Art Globalisierung stattfindet. Denn ohne sie wäre die ganze Weihnachtsgeschichte ein kleinräumiges Geschehen. «Wenn Einwohner von Nazareth sich mit Hirten in Bethlehem treffen, ist das etwa so, wie wenn Innerschweizer nach Zürich kommen», so Brühlmann, «da treffen ja auch keine fremde Kulturen zusammen.»

Mit den drei Königen käme aber etwas Fremdes dazu, und es fände eine Vermischung von Kulturen statt, so der Stadtpräsident. «Und so eine Vermischung von Kulturen haben wir auch soeben im Konzert in der Kirche erlebt. Dabei ist eine Musik entstanden, die unsere Herzen berührt hat.»