Die Dietiker Bevölkerung fühlt sich mehrheitlich sicher: Rund 81 Prozent geben an, sich «sicher» oder «sehr sicher» zu fühlen in ihrem Wohnort. Dies sind die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage, welche die Dietiker Sicherheits- und Gesundheitsabteilung in Zusammenarbeit mit der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften durchgeführt hat. Erfreulich ist jedoch nicht nur das hohe Sicherheitsgefühl, sondern auch der überdurchschnittlich hohe Rücklauf der Fragebögen.

Ältere Leute nicht weniger sicher

Von den 3000 zufällig ausgewählten Einwohnerinnen und Einwohnern, welche den Fragebogen erhalten haben, retournierten 1055 oder mehr als ein Drittel diesen ausgefüllt. Darüber sei man «glücklich», sagte Sicherheits- und Gesundheitsvorstand Heinz Illi (EVP), der die Resultate gestern gemeinsam mit Thomas Winkelmann, Leiter der Sicherheits- und Gesundheitsabteilung, präsentierte. Überraschend sei auch, dass das Sicherheitsempfinden quer durch alle Altersgruppen hindurch ähnlich sei: «Die Vermutung, dass sich ältere Leute tendenziell weniger sicher fühlen, hat sich nicht bewahrheitet», so Illi.

Erwartungsgemäss verstärkt sich hingegen das Unsicherheitsgefühl in der Nacht – und zwar relativ massiv und vor allem bei Frauen. Während sich 34 Prozent der Befragten nach dem Eindunkeln in ihrem Wohnquartier unsicher fühlen, geben 70 Prozent an, sich nachts an gewissen Orten in Dietikon nicht wohl zu fühlen. Die Liste der unbeliebten Orte wird hier vom Bahnhof angeführt; als besonders bedrohlich werden die Unterführungen wahrgenommen.

Wie Winkelmann erklärte, sei das subjektive Sicherheitsgefühl nicht unbedingt an die effektive Zahl von Vorfällen gekoppelt. «Weder im Bereich von Kapitalverbrechen noch Verkehrsunfällen steht das Dietiker Zentrum besonders schlecht da», so Winkelmann. Auch Raub komme im Zentrum nicht häufiger vor als anderswo. Generell zeige die Kriminalitätsstatistik, dass Dietikon vergleichbar sei mit anderen Vorortsgemeinden, sagte Winkelmann: «Dietikon ist nicht besser aber auch nicht schlechter als andere Gemeinden.»

Vergleichbar ist Dietikon auch im Bereich der von der Bevölkerung wahrgenommenen Probleme. Wenn man die Antworten dazu studiere, falle auf, so Winkelmann, dass diese sehr ähnlich seien mit solchen aus Uster, wo praktisch die gleiche Umfrage durchgeführt worden ist.

Hohe Polizeipräsenz ist wichtig

Als grösstes Problem werden in Dietikon «herumhängende und sich langweilende Personen» wahrgenommen. Auf einer Skala von 1 bis 4, wobei 1 für «gar kein Problem» und 4 für ein «sehr grosses Problem» steht, erreichte diese Antwort einen durchschnittlichen Wert von 2,7 Punkten.

Illi will dies jedoch nicht als Aufforderung verstehen, Personen, die sich am Bahnhof treffen, verjagen zu müssen. Man könnte zwar auf die Taktik anderer Städte setzen und versuchen, Ansammlungen von Menschen mit regelmässigen Kontrollen vom Bahnhof zu verjagen. Dies komme jedoch nicht infrage, so Illi: «Diese Menschen sind nicht böse.» Wichtig sei hingegen, dass sich niemand bedroht fühle.

Dazu sei offensichtlich vor allem eine hohe Polizeipräsenz wichtig, erklärte Illi. Laut Umfrage wünschen sich 44 Prozent der Bewohner mehr uniformierte Fuss- oder Velopatrouillen in den Wohnquartieren – und das, obwohl sich die Antwortenden vor allem im eigenen Wohnquartier sicher fühlen. «Der Wunsch nach mehr Polizeipräsenz ist teilweise unabhängig vom Sicherheitsgefühl», sagte Winkelmann.

Mehr Patrouillen erachtet Illi nicht als nötig. Man habe im letzten Jahr 800 Fuss- und Velopatrouillen absolviert: «Unsere Polizei ist bereits sehr präsent.» Zur Erhöhung des Sicherheitsgefühls rund um den Bahnhof strebe man aber eine effizientere Zusammenarbeit mit Kantonspolizei, Bahnpolizei und privaten Sicherheitsdiensten an. Zudem seien bessere Beleuchtungen in den Unterführungen, schnelleres Entfernen von Sprayereien und Reinigungsvereinbarungen mit Take-away-Läden vorgesehen.