Im Dezember 2012 wurden die Kapazitäten auf einen Schlag um 10 Prozent erhöht. Unter anderem wurden die Linien 304 und 308 bis zum Bahnhof Altstetten verlängert.

Und die Linie 302 verkehrt seither ab Weinigen weiter bis zum Bahnhof Dietikon. Alleine in den ersten sechs Monaten zählten die VBZ auf diesen drei Linien 9 Prozent mehr Fahrgäste. Oder anders gesagt: In Limmattal Nord stiegen täglich über 1200 zusätzliche Gäste in die Busse zu.

Mitte Dezember werden folgende vier Änderungen vorgenommen.
• Auf der Linie 302 wird mittags und nachmittags zwischen Urdorf, Feldegg und Unterengstringen ein Beiwagen eingesetzt, zur Behebung der Kapazitätsengpässe.
• Die Linie 309 passt sich samstags den verlängerten Öffnungszeiten im Dietiker Einkaufsgebiet Silbern an und fährt abends eine Stunde länger.
• In Dietikon wird die Haltestelle Heimstrasse in Betrieb genommen. Die Fahrgäste der Linien 301, 302 und 304 können dadurch das Limmatfeld mit den verschiedenen Einkaufsmöglichkeiten ohne Umsteigen erreichen.
• Auf verschiedenen Linien werden die Fahrzeiten im Minutenbereich angepasst, um die Pünktlichkeit verbessern zu können.

Ohne die Limmattaler Busse, wäre der Verkehr in der Region nicht zu bewältigen. Das wirft Fragen auf. Die sieben wichtigsten beantwortet Peggy Kröner von der VBZ.

Wie steht es um die Pünktlichkeit der Buslinien?

Über alle Linien und die gesamte Betriebszeit betrachtet erfolgen rund 85% aller Abfahrten pünktlich, das heisst mit weniger als zwei Minuten Verspätung. Das liegt im Rahmen der Zielvorgaben. Auf den Linien 302, 304 und 308 liegt die Pünktlichkeit zu Hauptverkehrszeiten unter 75%. Der Fahrplanwechsel soll die Situation entschärfen. Allerdings ist der Spielraum gering, und von der S-Bahn mitbestimmt. Abhilfe ist erst Ende 2015 möglich.

Warum fahren einem Bus-Chauffeure vor der Nase weg, wenn man von der S-Bahn kommt?

Die Chauffeure befinden sich an den Bahnhöfen dauernd im Spannungsfeld zwischen der Fahrplaneinhaltung und dem Warten auf Fahrgästen von verspäteten S-Bahnen. Kommt dazu, dass die Busse am Bahnhof Umsteiger von der S-Bahn aufnehmen und am nächsten Bahnhof bzw. auf der Rückfahrt als Zubringer zur S-Bahn dienen. Dies erklärt auch, weshalb nicht unbegrenzt auf verspätete S-Bahnen gewartet werden kann. Seit rund einem Jahr haben die VBZ-Chauffeure ein Anschlusssicherungssystem zur Verfügung, das ihnen angibt, ob und wie lange sie auf eine verspätete S-Bahn-Ankunft warten sollen. Die ersten Erfahrungen damit sind sehr positiv. Knapp 90% der Anschlüsse funktionieren, ohne dass der Bus zurückgehalten werden muss. Dank des neuen Systems konnten am Bahnhof Dietikon zusätzlich rund 3% der Anschlüsse von der S-Bahn gesichert werden. Etwa gleich hoch ist der Anteil der Anschlüsse, die aufgrund zu grosser S-Bahn-Verspätung nicht abgewartet werden konnten. Hier ermöglichte das Anschlusssicherungssystem eine pünktliche Abfahrt des Busses, was den übrigen Fahrgästen zugutekommt.

Zu Verspätungen kommt es auch, wenn die Chauffeure Tickets verkaufen müssen. Ist eine Lösung in Sicht?

Der Verkauf soll durch den Chauffeur so vorgenommen werden, dass dadurch keine grösseren Verspätungen entstehen. Zur Vermeidung eines Anschlussbruches kann der Chauffeur zum Beispiel entscheiden, einen Verkauf erst nach Ankunft des Busses am Bahnhof vorzunehmen. Fahrgäste können ihren Teil zu einem speditiven Verkauf beitragen, indem sie den Ticketwunsch klar formulieren, das ½-Tax-Abo sowie das Kleingeld bereithalten oder Mehrfahrtenkarten kaufen.

Während der Sommermonate waren Busse ohne Klimaanlagen unterwegs, ein grosser Teil der Busse im Limmattal ist in die Jahre gekommen. Wird die Limmattaler Busflotte benachteiligt?

Innerhalb des ZVV gelten für alle Betriebe dieselben Regeln. So sind Dieselbusse während mindestens 14 Jahren als Kursfahrzeuge und anschliessend als Reservefahrzeuge einzusetzen. In den letzten Jahren wurden zur Erhöhung der Kapazität insgesamt 9 Gelenkbusse beschafft, wovon vier Busse erst seit Ende letzten Jahres im Einsatz sind. Das Durchschnittsalter dieser Teilflotte beträgt bei Limmat Bus nur rund 3,5 Jahre. Das Durchschnittsalter der Standardbusse beträgt etwas über 11 Jahre. Dies erklärt gewisse Mängel in der Ausstattung, da zum Beispiel der Einbau von Klimaanlagen bei der Beschaffung der Renault-Busse noch nicht die Regel war. Die gute Nachricht ist, dass schon bald die ersten 12-Meter-Busse ersetzt werden.

Das Limmattal boomt, Wohnbevölkerung und Arbeitsplätze steigen. Werden die Strassen verstopft und die Busse übervoll sein?

Der Anteil des öffentlichen Verkehrs am Gesamtverkehr wird erhöht. In den vergangenen Jahren konnte dank gezielter Ausbauten eine überdurchschnittliche jährliche Zunahme an Fahrgästen von rund 3% erreicht werden. So waren 2012 über 9,1 Millionen Fahrgäste mit den Bussen im Limmattal unterwegs. Die nächste grössere Anpassung im Busnetz ist im Rahmen der vierten S-Bahn-Teilergänzung vorgesehen, die in gut zwei Jahren beginnt. Zu diesem Zeitpunkt werden weitere Gelenkbusse in Betrieb genommen für den Einsatz auf der Linie 302 und 303. Einen Quantensprung stellt die Inbetriebnahme der Limmattalbahn dar. Wenn alles nach Plan läuft, ist eine erste Etappe 2020 realisiert.

Wie zufrieden sind die Limmattaler Kunden mit dem ZVV-Angebot?

Erfreulich ist im Limmattal die positive Entwicklung seit der Befragung im Jahr 2010. Insbesondere die Punkte Freundlichkeit des Fahrpersonals, das Angebot an Sitzplätzen oder auch die Information in den Fahrzeugen wurden signifikant besser bewertet. Die Investitionen in grössere Fahrzeuge, in die Aus- und Weiterbildung des Personals sowie das Leitsystem ZVV werden von den Fahrgästen wahrgenommen. Schlechtere Noten erhielt die Bedienung der neuen Ticketautomaten. Weil neu ein viel breiteres Ticketsortiment am Automaten gekauft werden kann, inklusive Verlängerung des Monatsabonnements, stieg die Komplexität bei der Bedienung. Allerdings kommen die Fahrgäste laufend besser zurecht und die negativen Kundereaktionen zum Thema Ticketautomaten sind rückläufig. Obwohl das Netz-Angebot in den letzten Jahren laufend ausgebaut wurde, wurde es schlechter bewertet. Erklärt wird das damit, dass Anpassungen in den Linienführungen immer eine gewisse Zeit benötigen, bis sich die Fahrgäste darauf eingestellt haben und sich neue Verbindungen am Markt etabliert haben.

Wie steht es um die Sicherheit auf den Buslinien?

In der Befragung des ZVV wurde das Kriterium Sicherheit im Raum Limmattal ähnlich hoch bewertet wie in den übrigen Regionen. Einen Beitrag zum subjektiven Sicherheitsgefühl leistet die Videoüberwachung in den Fahrzeugen. Mittlerweile sind alle Gelenkbusse und rund die Hälfte der Standardbusse mit Kameras ausgerüstet.