Uitikon
Die Uitiker Bevölkerung kann Fleisch und Käse bald frisch ab Theke kaufen

Eine private Investorin plant einen Erweiterungsbau beim Zentrum Waldegg für über 13 Millionen Franken. Der Gemeinderat ist erfreut. Nur eine Klausel in einem Landkaufvertrag stösst ihm sauer auf.

Florian Niedermann
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So soll das Zentrum aussehen.

So soll das Zentrum aussehen.

zvg

Wovon andere Gemeinden nur träumen, wird in Uitikon schon bald Realität: In unmittelbarer Nähe zum Dorfzentrum kann die Bevölkerung Fleisch, Käse und Fisch voraussichtlich ab 2018 frisch ab Theke einkaufen. Der Grund: Die Immobilieninvestorin Immra AG plant, bis dann das bestehende Gewerbezentrum gegenüber dem Entwicklungsgebiet Leuen-Waldegg um einen rund 2000 Quadratmeter grossen Neubau zu erweitern.

Hauptmieterin wird die Migros mit einer Filiale im Untergeschoss sein, in der auch Frischtheken vorgesehen sind, wie Karl Weber von der Immra AG sagt: «Mit dem Ausbau des Zentrums Waldegg wollen wir dafür sorgen, dass die Uitiker nicht mehr in umliegenden Gemeinden einkaufen müssen. Alle Dinge des täglichen Bedarfs sollen im Dorf erhältlich sein.»

Heutige Mieter können bleiben

In den über 13 Millionen Franken teuren Bau wird weiter auch eine Apotheke/Drogerie einziehen. Nebst der Mitinhaberin Post könnten auch alle heutigen Mieter im Zentrum Waldegg bleiben, versichert Weber. Und im Obergeschoss des Neubaus würden zusätzliche Büro- und Praxisräume entstehen. Die Mietzinse in den bestehenden Gebäuden nördlich und östlich davon werden laut der Investorin nach der Erweiterung auf dem selben Niveau liegen, wie heute – im Neubau selbst hingegen «leicht höher sein, aber im üblichen Rahmen», wie Weber sagt. Sämtliche Gebäude werden im Zuge der Bauarbeiten von Öl- auf Wärmepumpenheizung umgestellt. Der Neubau soll Minergie-Standards genügen, die bestehenden Bauten aus den Achtzigerjahren werden auf ihrem wärmetechnischen Stand belassen.

Möglich wird das Bauvorhaben dank eines Geschäfts der Immra AG mit dem Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (EWZ): Sobald die Baubewilligung vorliegt, kauft sie ihm einen nördlich der bestehenden Gewerbebauten gelegenen Streifen Land ab, der wegen der Nähe zur Starkstromleitung nicht bebaut werden kann. So erhielten die Planer Platz für insgesamt 144 Parkplätze, die neu hinter den Gebäuden liegen und über die Zürcherstrasse erschlossen werden. Weiter sind 80 Abstellplätze für Velos geplant.

Der Uitiker Gemeinderat hat die Pläne der Immra AG positiv aufgenommen, wie Gemeindeschreiber Bruno Bauder auf Anfrage sagt: «Das neue Zentrum wird einen guten Gegenpunkt zu den Überbauungen Leuen-Waldegg bilden.» Sauer aufgestossen sei dem Gemeinderat aber, dass die Stadt Zürich im Kaufvertrag für den Landstreifen des EWZ eine Bewirtschaftung der entstehenden Parkplätze verlangt. «Wir haben das zur Kenntnis genommen», sagt Bauder. Die Exekutive werde nun beraten, wie man mit dieser Einflussnahme Zürichs auf kommunale Bestimmungen umgehe.

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