Gleich zweimal wurden innerhalb von nur einer Woche Hotels in Dietikon und Spreitenbach überfallen. Zufall oder beunruhigender Trend? «Überfälle auf Hotels sind kein Novum, aber die beiden Fälle stellen schon eine Massierung dar», sagt Stefan Oberlin von der Kantonspolizei Zürich.

Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass es sich um dieselbe Täterschaft handle. «Täterbeschreibung als auch Vorgehen sind ähnlich – die Täter bedrohten die Angestellten mit einer Faustfeuerwaffe. Wir stehen deshalb auch in Kontakt mit den Kollegen aus dem Kanton Aargau», so Oberlin. In Rüti, wo ebenfalls ein Hotel überfallen wurde, gingen die Täter anders vor, sie schlugen sofort auf den Rezeptionisten ein.

Hotels tauschen Informationen aus

Die Überfälle machen Limmattaler Hoteliers nachdenklich. «Ich bin schon etwas beunruhigt», sagt etwa John Rusterholz, Geschäftsführer des Hotels Geroldswil. «Wir haben mit unseren Mitarbeitern geredet und sie geschult.» Man schütze sich, soweit dies möglich sei. «Eine absolute Sicherheit gibt es aber nicht», ist sich Rusterholz bewusst. Unabhängig von den Überfällen würde er regelmässig Informationen mit den drei anderen Hotels aus dem Verbund Zurich Area Hotels austauschen. «Wenn zum Beispiel Handtaschen geklaut werden, warnen wir die anderen.»

Erhöhte Aufmerksamkeit

Ähnlich tönt es auch im Dietikoner Hotel Sommerau, das ebenfalls dem Verbund angehört. «Wir haben keine Angst, aber die Situation zwingt uns zu vermehrter Aufmerksamkeit», sagt Direktor Elio Frapolli. «Wir achten nun umso genauer auf die Einhaltung unserer Sicherheitsstandards.» Passanten hätten in der Nacht keinen Zutritt. «Wir wollen die Hürden möglichst hoch setzen», so Frapolli. «Überfälle auf Hotels sind eigentlich ein Unsinn. Es ist nie viel Geld in der Kasse und die Leute, die in der Nacht arbeiten, haben keinen Zugang zum Tresor», so Frapolli.

Die Kantonspolizei rät den Hotelbetrieben, wenig Bargeld aufzubewahren und klare Abmachungen zu treffen, wie man bei einem Überfall handeln soll. Für manche Hotels sei es unter Umständen auch sinnvoll, eine akustische Alarmanlage zu installieren oder ab einer gewissen Zeit die Türen zu verschliessen und sicherzustellen, dass nur noch Hotelgäste Zutritt erhielten. «Sollte es zu einem Überfall kommen, ist es wichtig, ruhig zu bleiben, damit man sich selbst nicht gefährdet», sagt Oberlin.