Dietikon
Die Tochter auf der Bühne, der Vater im Orchester

Die Tanzschule Schlieren und der Orchesterverein Oerlikon traten gemeinsam im Pfarreizentrum St. Agatha in Dietikon auf. 250 Zuschauer waren von den Darbietungen begeistert. Initiant der Veranstaltung war Tobias Liechti.

Senada Haralcic
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Gemeinsam nehmen die Beteiligten den Applaus entgegen
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Tanzschule Schlieren und der Orchesterverein Oerlikon treten gemeinsam in Dietikon auf
Farbenprächtiger Auftritt
Tanzaufführung in Schlieren

Gemeinsam nehmen die Beteiligten den Applaus entgegen

Senada Haralcic

Der Orchesterverein Oerlikon und die Tanzschule Schlieren hatten sich lange auf den Auftritt im Pfarreizentrum St. Agatha in Dietikon vorbereitet, und es hat sich gelohnt: Fast 250 Zuschauer waren an der ersten Aufführung begeistert von der vielfältigen Aufführung.

Fünf-jährige Mädchen in bunten Kostümen entzückten das Publikum mit ihren tänzerischen Darbietungen, während vor Ihnen ein grosses Orchester vom bekannten Dirigenten Günther Stückle geführt wurde. Hintereinander tänzelten die Mädchen auf die Bühne, liessen sich jedoch von den vielen Zuschauern nicht einschüchtern, im Gegenteil: Die Mädchen strahlten um die Wette und zeigten ihre Freude zur klassischen Musik und dem Ballett.

Dass dieses Konzert eine grosse Herausforderung für beide Gruppen wird, war den Veranstaltern klar, schliesslich hatten sie sich hohe Ziele gesteckt: Der Orchesterverein spielte «Tuttifäntchen» von Paul Hindenmith, mischte mit «Böhmische Suite» von Antonin Dvorak östliche Elemente in die musikalische Begleitung. Nicht zuletzt freuten sich die Zuschauer über das Stück «Schlittenfahrt», das von Leopold Mozart, Vater des Wunderkindes Wolfgang Amadeus Mozart, komponiert wurde und zur Vorweihnachtszeit einstimmt.

Die Kinder auf der Bühne und der Vater im Orchester

Initiant dieser Veranstaltung ist Tobias Liechti. Seine zwei Töchter tanzen Ballett in der Tanzschule Schlieren und Liechti spielt im Orchesterverein das Cello: «So kam ich auf die Idee, dass ein Zusammenschluss bestimmt eine tolle Darbietung ergeben würde». Trotzdem hatte der 39-Jährige grossen Respekt vor der Aufführung, schliesslich konnten Orchester und Tänzerinnen nur einmal zusammen üben: «Bei der Generalprobe waren wir noch nicht zufrieden und hofften, dass beim Auftritt doch noch alles klappt». Nach der eineinhalbstündigen Vorstellung war der Familienvater sichtlich erleichtert, und verbuchte seine Idee als grossen Erfolg. Schliesslich sei das Ganze für solch junge Tänzerinnen und ein Laienorchester nicht ganz unproblematisch, sagt Liechti. «Es ist alles eine Frage der Konzentration», fügt er noch hinzu.

«Das Tempo ist anders»

«Ich bin total begeistert, wie toll das alles geklappt hat», erzählt Heidi Däster, die seit 1991 Inhaberin und Leiterin der Gymnastik- und Tanzschule Schlieren ist. Die jungen Tänzerinnen hätten immer mit CD geübt: «Das war wirklich eine Herausforderung. Schliesslich ist bei einem Live-Orchester das Tempo anders und es sind meistens auch nicht die genau gleichen Instrumente», erzählt die Stadtzürcherin. Sie erhielt vom Orchesterverein die Vorlage mit ihren Ballettschülerinnen ein Konzert tänzerisch zu begleiten und war von Anfang an begeistert: «Dadurch war ich frei, auszuwählen wo ich Tänzerinnen einsetzen will und wo die Musik allein, ohne Tanzbegleitung stattfindet», sagt Däster und fügt noch hinzu, dass eine lange Vorbereitungszeit unumgänglich war, schliesslich seien die Proben nur einmal pro Woche möglich und das eigentliche Training dürfe dabei auch nicht in Vergessenheit geraten.
Doch nicht nur auf der Bühne befanden sich Kinder und Jugendliche, auch im Orchester durfte der Nachwuchs des Orchestervereins einen Teil des Konzerts mit Pfeifen und Triangel begleiten. So ergaben sich abwechslungsreiche Szenen: Über Minuten war der Tanz auf der Bühne die Hauptattraktion und dann übernahm das Orchester wieder die volle Aufmerksamkeit. Die Standing-Ovations und der tobende Applaus belohnten das Orchester und die Balletttänzerinnen für ihre lange Vorbereitungszeit und ihren Mut.