Limmattal

Die Tagesfamilien sind auf dem Erfolgskurs

Seit Januar können sich Tagesfamilien im Bezirk neu beim Sozialdienst Limmattal anstellen lassen.

Seit Januar können sich Tagesfamilien im Bezirk neu beim Sozialdienst Limmattal anstellen lassen.

Dank neuer Organisation soll sich Anzahl Betreuungsplätze in zwei Jahren verdoppeln. Die Max-Wiederkehr-Stiftung stellte der Stadt Dietikon 2009 einen Beitrag von 216'000 Franken zur Verfügung. Die «Initialzündung» scheint zu funktionieren.

Rund 30 Jahre ist es her, seit Max Wiederkehr verstarb. Trotzdem ist es sein Verdienst, dass gestern Nachmittag in Dietikon sechs Leute ein erfolgreiches Projekt präsentieren konnten, das sogar als «beglückend» bezeichnet wurde.

Die Freude war echt. Denn es ist bereits sieben Jahre her, seit erstmals ein Anlauf genommen wurde, um im Bezirk eine Tagesfamilienorganisation ins Leben zu rufen. Die Idee scheiterte damals jedoch am fehlenden Geld, wie der Dietiker Sozialvorstand Johannes Felber erklärte: «Die Gemeinden konnten sich nicht entschliessen, eine solche Organisation finanziell zu unterstützen.» Damit war das Projekt wieder gestorben.

Initialzündung durch Stiftung

Vergessen war es jedoch nicht. Im Jahr 2009 stellte Felber die Idee der Max-Wiederkehr-Stiftung vor. Diese wurde vor 30 Jahren von der Witwe Max Wiederkehrs gegründet und stellt der Stadt Dietikon, mit der Max Wiederkehr eng verbunden war, jährlich einen bedeutenden Betrag zur Verfügung, um junge Leute aus der Umgebung bei der Finanzierung ihrer Ausbildung zu unterstützen.

Die Stiftung war bereit, dem Projekt Tagesfamilien durch finanzielle Hilfe zur «Initialzündung» zu verhelfen, wie Stiftungspräsident Franz Lienhardt gestern sagte. Sie stellte der Stadt Dietikon vor drei Jahren einen Beitrag von 216000 Franken zur Verfügung. «Es freut uns, dass wir heute feststellen dürfen, dass es läuft und funktioniert», so Lienhardt.

Bis dahin war es jedoch noch ein weiter Weg. Unter Federführung von Initiator Felber klärte eine gemeindeübergreifende Projektgruppe mögliche Trägerschaften ab und schlug schliesslich den Sozialdienst Limmattal vor. Deren Geschäftsleiter, Ueli Meier, sagte gestern: «Die Tagesfamilien passen sehr gut zu uns.» Man habe es dankbar aufgenommen, dass man sich dadurch mit allen Kindern befassen dürfe, nicht nur mit Problemkindern. «Das ist beglückend.»

Dietikon war die erste Gemeinde im Bezirk, die im Dezember 2011 eine Leistungsvereinbarung mit dem Sozialdienst Limmattal abschloss. Somit kann die Gemeinde neu die Betreuung durch Tagesfamilien subventionieren. Danach folgten Schlieren und Urdorf, dann Aesch.

Bereits im Januar 2012 nahm die neue Tagesfamilienorganisation ihre Arbeit auf, mit «minimalen Strukturen und grossem Engagement», wie Felber sagte. Er sei stolz, dass sie heute selbsttragend sei.

75 Kinder werden betreut

Heute sind der Organisation bereits 50 Familien aus dem Bezirk angeschlossen, die rund 75 Kinder betreuen. Die Verantwortlichen rechnen damit, dass sich diese Zahlen bis in zwei Jahren verdoppelt haben. Die Tagesfamilien sind vom Sozialdienst Limmattal angestellt und somit bei den Sozialversicherungen sowie für Mutterschaft und Urlaub versichert. Dank der neuen Strukturen habe man zudem Qualität und Professionalität deutlich verbessern können, erklärte Andrea Ungerer, Leiterin der Tagesfamilienorganisation.

In Anspruch nehmen können den Service auch Eltern, deren Wohngemeinde noch keine Leistungsvereinbarung mit dem Sozialdienst abgeschlossen hat. Sie müssen jedoch die Vollkosten von 11 Franken pro Stunde und Kind übernehmen, während andere Eltern von ihren Gemeinden einkommensabhängige Subventionen erhalten.

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