Stadtbahn
Die SVP will in Schlieren keine Stadtbahn

Der Schlieremer Stadtrat soll beim Kanton gegen die geplante Limmattalbahn intervenieren. Dies fordert SVP-Gemeinderat Thomas Grädel in einem Postulat, das er vor kurzem zusammen mit mehreren Mitunterzeichnern eingereicht hat.

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Limmattaler Zeitung

Schlieren benötige keine Limmattalbahn, die Kosten seien zu hoch, und der anfallende Mehrverkehr könne «mit einem verdichteten und verbesserten öffentlichen Verkehrsnetz schneller und vor allem kostengünstiger realisiert werden», heisst es im Postulat weiter.

«Aargauer profitieren»

Von der geplanten Route der Bahn, die von Zürich Altstetten durch den Bezirk Dietikon nach Killwangen-Spreitenbach im Kanton Aargau führen soll, profitierten die Zürcher Gemeinden nicht, begründet Thomas Grädel seinen Vorstoss. Die Streckenplanung diene vor allem dem Kanton Aargau, so der Schlieremer SVP-Politiker: «Dies führt wiederum zu einem erhöhten Wettbewerbsvorteil für die Aargauer Gemeinden.» Die Zürcher Gemeinden rechts der Limmat erhielten dagegen weiterhin keine direkte Verbindung – «weder zum Hauptbahnhof Zürich noch in die benachbarten Aargauer Gemeinden».

Nur die S-Bahn könne eine Entlastung der Ost-West-Strassenzüge im Limmattal bringen, argumentiert Grädel weiter. Dazu sehe die vierteTeilergänzung 2015 eine dritte S-Bahn-Linie (S19) durchs Limmattal vor. «Ganz sicher», so Grädel, «erreicht man das nicht mit einem Tram, das auf Umwegen mit 25Zwischenhalten durch Städte rollt, durch die hindurch längst die S-Bahn verläuft.»

Busse wären günstiger

In Schlieren seien in den letzten Jahren grosse Wohnüberbauungen neu erstellt worden, weitere im Bau und geplant. «Und zwar entlang der SBB-Linie», so der Postulant. Die Limmattalbahn solle in Schlieren jedoch in das südliche Gemeindegebiet führen, «wo weder neue Grossüberbauungen noch Geschäftsbauten entstehen werden», und das zusammen mit dem Spital mit drei Buslinien viertelstündlich an vier S-Bahn-Stationen angeschlossen sei.

Mit Blick auf die Kosten führt die SVP Schlieren ins Feld, die vorgesehenen Niederflurtrams verfügten zwar über die doppelte Transportkapazität, kosteten aber das Sechsfache eines Gelenkbusses. «Dafür kann man etliche (Trolley-)Busse anschaffen und in dichter Folge fahren lassen», schreibt Thomas Grädel in seinem Postulat. Platz für eine Busspur sei auf der Zürcher- und Badenerstrasse zwischen Farbhof und Dietikon vorhanden. In Schlieren sei sie bereits Tatsache. (wi)