Kommentar
Die SVP und ihr grosses Bündnis – oder wie alle ausser die SP am SVP-Strick zogen

Der Weg zu Roger Bachmanns (SVP) Sieg in der Dietiker Stadtpräsidiumswahl war schon länger vorgespurt. Das hat nicht nur, aber auch damit zu tun, wie sich die Parteien positioniert hatten. Direkt oder indirekt standen praktisch alle hinter der SVP.

David Egger
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Der neu Dietiker Stadtpräsident Roger Bachmann (SVP) nahm im Stadthaus-Foyer zahlreiche Gratulationen entgegen.
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Und von Stadtschreiberin Karin Hauser gab es im Namen der Stadt einen Blumenstrauss...
...nachdem der heutige Vize-Stadtpräsident Jean-Pierre Balbiani (SVP) die Resultate verkündet hatte.
Auch CVP-Fraktionspräsident Gabriele Olivieri gratulierte Roger Bachmann.
Bachmanns Unterstützerinnen und Unterstützer waren zahlreich im Stadthaus-Foyer erschienen.
Als sein Sieg verkündet wurde, ging ein grosser Jubel durchs Stadthaus (siehe Video unten).
Stadtpräsidiumswahl Dietikon am 22. April 2018
So präsentiert sich der neue Stadtrat: Reto Siegrist (CVP), Rolf Schaeren (CVP), Heinz Illi (EVP), der als Stadtpräsident gewählte Roger Bachmann (SVP), Philipp Müller (FDP), Lucas Neff (Grüne) und Anton Kiwic (SP).
Für Bachmann geht nun ein langer Wahlkampf zu Ende. Hier ein Bild von der Stadtratswahl-Podiumsdiskussion am 5. Februar im Dietiker Gemeinderatssaal.
Ausserdem galt es viele Plakate aufzustellen und auf dem Kirchplatz viele Leute anzusprechen. Hier auf dem Bild von November 2017: Der SVP-Nationalrat Hans Egloff, SVP-Stadtrat Roger Brunner, Roger Bachmann und der SVP-Gemeinderat Stephan Wittwer.
Im Februar galt es zudem auch die Podiumsdiskussion des Quartiervereins Limmatfeld zu absolvieren.
Mit 1683 Stimmen liess er seine Konkurrenz klar hinter sich: Der neugewählte Dietiker Stadtpräsident Roger Bachmann (SVP).

Der neu Dietiker Stadtpräsident Roger Bachmann (SVP) nahm im Stadthaus-Foyer zahlreiche Gratulationen entgegen.

David Egger

Roger Bachmann gewinnt die Dietiker Stadtpräsidiumswahl und wird damit seiner Favoritenrolle gerecht. Alles andere als ein Sieg des SVP-Kandidaten und bisherigen Sozialvorstands wäre eine derart grosse Überraschung gewesen, dass sie so einige Limmattaler Wahl-Überraschungen aus diesem Jahr in den Schatten gestellt hätte (abgesehen vom Weininger Losentscheid).

Bachmanns Wahlsieg ist ein Stück weit die Antithese zur SVP-Schlappe in den Städten, von der in letzter Zeit viel zu hören war. Klar: Die beiden Stadträte Jean-Pierre Balbiani (SVP) und Roger Brunner (SVP) werden nicht durch SVPler ersetzt. Aber am Ende des grossen Sesselrückens im Stadtratssaal sitzt ein SVPler am wichtigsten Ende des langen Tischs – und das in einer sehr wegweisenden Amtsperiode für Dietikon und dessen Entwicklung, gerade in Sachen Wachstum, Verkehr und Finanzen.

EVP und SP müssen derweil trotzdem kein Trübsal blasen. Gerade die EVP spielte bei der Stadtpräsidiumswahl ein Zünglein an der Waage: Mit der Verkündung von Heinz Illis Wiederantritt im zweiten Wahlgang, nachdem bereits SP-Mann Anton Kiwic seine Kandidatur verkündet hatte, leistete auch sie einen Beitrag zu Bachmanns ungefährdetem Sieg. Erst recht, als sich auch die Grünen hinter die EVP stellten.

Die SP hat derweil mit Anton Kiwic ganz ohne Bisherigen-Bonus ein respektables Resultat geschafft. Will die SP das 1996 verlorene Stadtpräsidium aber dereinst zurückerobern, müsste sie mindestens mit den Grünen an einem Strick ziehen. Ähnlich wie FDP, die Hälfte der CVP und im weiteren Sinne EVP und Grüne heuer am gleichen SVP-Strick zogen.