Am Anfang der Gemeindeversammlung in Aesch stand eine Entschuldigung von Gemeindepräsident Johann Jahn (Forum). «Im Weisungsheft ist uns ein Fehler unterlaufen. Beim Druck der Broschüre ist unser RPK-Präsident Roger Stoop im Behördenverzeichnis verloren gegangen. Roger, ich bin froh, dass du heute trotzdem da bist», sagte er. Die 53 erschienenen Stimmbürgerinnen und Stimmbürger konnten sich ein Lachen nicht verkneifen.

Sie gaben bei der Versammlung am Mittwochabend allen vier Anträgen grünes Licht. Auf der Traktandenliste standen die Jahresrechnung 2017, die Totalrevision der Siedlungsentwässerungsverordnung (SEVO) des Zweckverbandes Kläranlage Birmensdorf, die Erneuerung des Wahlbüros für die Amtsdauer 2018 bis 2022 und eine Einbürgerung.

Finanzvorstand Diego Bonato (SVP) erläutere die Jahresrechnung, bevor diese zur Abstimmung gebracht wurde. Dabei ging er auf das Phänomen ein, dass die Steuerkraft pro Einwohner und die ordentlichen Steuereinnahmen im Jahr 2017 trotz des Einwohnerzuwachses leicht gesunken ist.

Renovation oder Tod

«Es ist anzunehmen, dass die Personen, die zugezogen sind, weniger zu versteuern haben als die, die bereits hier leben.» In einer Gemeinde wie Aesch mit kleiner Einwohnerzahl hätten bereits minime Änderungen Auswirkungen. «Wenn ein Einwohner mit grossem Einkommen stirbt oder viele Personen im selben Jahr ihre Häuser renovieren und das von den Steuern abziehen, kann genau das passieren», erklärte Bonato. Dramatisch sei diese Entwicklung aber nicht. «Wir haben immer noch eine überdurchschnittlich hohe Steuerkraft pro Einwohner und zahlen Finanzausgleich.»

Im Gegensatz zu den ordentlichen Steuern nahm Aesch viel mehr Grundstückgewinnsteuern ein als budgetiert. Insgesamt brachten diese der Gemeinde rund 2,95 Millionen Franken ein. Was schliesslich dazu führte, dass die Rechnung mit einem Plus von rund 2,05 Millionen Franken statt einem erwarteten Plus von rund 220'000 Franken schliesst. Auch die Jahresrechnung der Primarschulegemeinde bewilligten die Aescherinnen und Aescher. Das Minus von rund 403'000 Franken ist leicht besser als der budgetierte Verlust von rund 435'000 Franken.

Die einzigen Voten an diesem Abend kamen zur Totalrevision der SEVO. Die Stimmbürger hatten darüber zu befinden, ob sie die Anpassungen der Abwasserentsorgungsbestimmungen gutheissen. Diese bilden die Grundlage für die Rechte und Pflichten der Verbandsgemeinden. Dazu gehören neben Aesch die Gemeinden Birmensdorf, Uitikon, Bonstetten, Stallikon und Wettswil.

In diesem Zusammenhang wollte ein Stimmbürger wissen, ob man anhand der Änderungen bereits Rückschlüsse auf mögliche Gebührenerhöhungen machen könne. «Die Siedlungsgewässerverordnung dient als Basis. Die Gebühren variieren von Gemeinde zu Gemeinde», antwortete der zuständige Tiefbau- und Werkvorstand Roland Helfenberger (SVP). Tendenziell würden die Abwassergebühren steigen. Ein Indiz dafür sei etwa der Umbau der Kläranlage für mehrere Millionen Franken. Ein anderer Votant fragte, ob Aesch als Verbandsmitglied überhaupt über Entscheidungsfreiheiten verfüge. «Die SEVO besteht zu 90 Prozent aus übergeordnetem kantonalen Recht. Die einzelnen Gemeinden haben da nicht viel zu sagen», so Helfenberger.

Das Stimmvolk wählte zudem acht Mitglieder für das Wahlbüro. Drei davon waren im Gemeindesaal anwesend. «Schön, dass einige von euch hier sind. So sehen wir euch auch mal. Sonst arbeitet ihr ja eher im Hintergrund», sagte Gemeindepräsident Jahn. Am Mittwochabend wurde aber nicht nur begrüsst, sondern auch verabschiedet.

Für RPK-Mitglied Peter Rasi (SVP) war es nach 16 Jahren die letzte Gemeindeversammlung. «Ich möchte allen für die gute Zusammenarbeit danken», sagte er. Man habe sich den gleichbleibenden Steuerfuss und starke Finanzen zum Ziel gesetzt. «Ich glaube, das haben wir gut hinbekommen.» Rasi wünsche den neuen Gesichtern in der RPK viel Vergnügen. «Es ist ein schönes Ämtli.»