Eishockey

Die «Stiere» fallen unter den Strich und verlieren gegen Engiadina mit 5:8

Der EHC Urdorf unterliegt dem Club da Hockey Engiadina in der 2. Liga mit 5:8.

«Auch wenn ihr verloren habt», sagte einer der beiden Schiedsrichter nach dem Spiel zu Urdorfs Trainer André Wismer, «ihr habt doch ein tolles Spiel gezeigt». Die gut gemeinten Worte des Unparteiischen waren ein schwacher Trost für Wismer, der sich nach der Partie nicht zu den Geschehnissen auf dem Eis der Kunsteisbahn Weihermatt in Urdorf äussern mochte.

Man konnte es ihm nicht verübeln. Denn besonders das letzte Drittel war aus Urdorfer Sicht äusserst frustrierend verlaufen. 5:3 führten die Gäste vom Club da Hockey Engiadina zu Beginn des Schlussabschnitts. Die «Stiere» rannten also einem Rückstand hinterher, und dann stellte der Urdorfer Luca Biasuz seinem Gegenspieler an der Mittellinie auch noch ein Bein. Die Schiedsrichter, die an diesem Abend teilweise etwas gar kleinlich pfiffen, gaben die Strafe. Die Limmattaler kassierten in Unterzahl prompt den nächsten Gegentreffer und gerieten defensiv nun vollends aus dem Konzept. Nicht einmal eine Minute nach dem 3:6 mussten sie das 3:7 hinnehmen. Wismer nahm ein Timeout, um seine Truppe einzuschwören, und ersetzte Torhüter Urs Landis durch Ersatzgoalie Yves Wismer. Doch hinten blieben die «Stiere» anfällig. Kaum eine Minute war nach dem Timeout gespielt, da klingelte es schon wieder im Urdorfer Kasten. Der Bündner Diego Dell’Andrino konnte allein auf Goalie Wismer zustürmen und liess sich die Chance nicht entgehen – 3:8 aus Limmattaler Sicht.

Man kann den Urdorfern zugutehalten, dass sie trotz des Rückstandes weiterhin verbissen kämpften und versuchten, den Zuschauern wenigstens einen versöhnlichen Abschluss zu bieten. Tatsächlich gelangen ihnen noch zwei Tore. Eines davon war besonders sehenswert: Die Urdorfer waren im Angriff, als Valentin Kiser auf Höhe der Mittellinie einmal mal abzog und den Puck genau in den Torwinkel drosch. Damit war Kiser der spektakulärste Treffer des Abends gelungen.

Doch auch Kisers Traumtor konnte nicht kaschieren, dass die Limmattaler derzeit harte Zeiten durchmachen. Die Niederlage gegen Engiadina war die dritte in Folge, und bei allen drei Pleiten haben die Urdorfer mindestens sieben Gegentore kassiert. Damit hat Wismers Mannschaft am meisten Gegentreffer aller Teams in ihrer 2. Liga-Gruppe. Zudem ist es auf den vorletzten Tabellenplatz gefallen, da St. Gallen am selben Abend gewann und die Limmattaler in der Rangliste überholte.

Dass die Urdorfer nach ihrem Aufstieg in dieser Saison zu kämpfen haben würden, dessen sei man sich bewusst gewesen, sagte Klubpräsident Thomas Leimgruber und ergänzte: «Wir haben ja spät erfahren, dass wir in die 2. Liga aufsteigen konnten, wenn wir das wollten. Die Saisonplanung war zu diesem Zeitpunkt schon weit fortgeschritten.» So sei die Mannschaft bereits zusammengestellt gewesen.

Zwei Sechs-Punkte-Spiele

Aus Sicht Leimgrubers war der Entscheid, eine Liga höher zu spielen, dennoch gerechtfertigt. «Wir hatten uns gesagt, dass wir es mal versuchen würden», so Leimgruber. Natürlich würde man gerne die Playoffs erreichen, aber wenn es nicht klappe, sei dies auch kein Weltuntergang.

Die Chancen, unter die besten acht Mannschaften der Gruppe zu kommen und sich damit für die Playoffs zu qualifizieren, sind für die Urdorfer weiterhin intakt. Am kommenden Samstag spielen sie gegen St. Gallen, jenes Team also, das zurzeit auf einem Playoffplatz steht. Und eine Woche später empfangen die «Stiere» Tabellenschlusslicht Lenzerheide-Valbella, das in der laufenden Saison erst einen Punkt holen konnte. «Das sind jeweils Sechs-Punkte-Spiele», sagte Leimgruber zu den beiden bevorstehenden Duellen und fügte an: «Die müssen wir gewinnen.»

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