Bezirk Dietikon
Die Steuerkluft zwischen den Limmattaler Städten wird grösser

Während die meisten kleineren Gemeinden ihre Steuerfüsse stabil halten konnten, öffnet sich zwischen Schlieren und Dietikon ein Graben. Die Gründe dafür sind nicht so einfach zu erklären.

Sophie Rüesch
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Die Steuerkluft nimmt zu: In Schlieren (im Bild) ist der Steuerfuss nach der neusten Anpassung 10 Prozent tiefer als in Dietikon.

Die Steuerkluft nimmt zu: In Schlieren (im Bild) ist der Steuerfuss nach der neusten Anpassung 10 Prozent tiefer als in Dietikon.

Keystone

Nur unter Protest nahm das Dietiker Parlament im Dezember das Budget 2014 an. Kein Wunder, beinhaltet es doch einen Anstieg des Steuerfusses um zwei Punkte auf 124 Prozent. Die Rechnungsprüfungskommission, die das Budget symbolisch zur Ablehnung empfahl, sowie Parlamentarier jeder politischen Couleur stellten den Kanton an den Pranger, der Dietikon mit dem neuen Finanzausgleich massiv benachteilige. Sogar mit zivilem Ungehorsam drohten die Gemeinderäte.

Doch alles Murren nützte nichts: Nur mit der unliebsamen Steuererhöhung, an die der Erhalt der 40 Millionen Franken aus dem Finanzausgleich geknüpft war, schafft es die Bezirkshauptstadt, 2014 gerade noch aus dem Schneider zu kommen. Das ewige Schlusslicht Dietikon fällt damit im regionalen Vergleich noch weiter ab. Und eine Besserung ist alles andere als in Sicht: Ab 2017 fällt der Übergangsausgleich des Kantons weg – wie Dietikon das Loch in der Kasse dann füllen wird, weiss heute noch niemand.

Aus komfortabler Lage können die Schlieremer das Treiben in ihrer Nachbarstadt beobachten. Nach über zehn Jahren eines verharrenden Steuerfusses können sie sich dieses Jahr darüber freuen, gleich fünf Prozent weniger für Steuern ausgeben zu müssen. Eine Effizienzsteigerung in der Verwaltung sei massgeblich daran beteiligt, dass der Steuerfuss auf 114 Prozent reduziert werden konnte, wie Finanzvorsteherin Manuela Stiefel geltend machte.

Doch ganz so einfach ist die Situation nicht. Auf der Verwaltung sind die Dietiker nämlich schon lange effizienter als die Schlieremer, wie Zahlen belegen. Zu schaffen machen der Bezirkshauptstadt neben den Einbussen im Rahmen des Finanzausgleichs und Zentrumslasten viel mehr steigende Ausgaben für die Schule und die soziale Wohlfahrt.

Kleinere Gemeinden stabil

Einen Kostenanstieg in diesem Bereich beklagten derweil fast alle elf Gemeinden des Bezirks. In acht von ihnen hatte dies trotzdem keine Auswirkung auf die Steuern: In Urdorf, Oberengstringen, Geroldswil, Weiningen, Uitikon, Unterengstringen, Oetwil und Aesch bleibt der Steuerfuss auf dem Stand des Vorjahres. Uitikon behält mit 77 Prozent die attraktivsten Steuerkonditionen im Bezirk.

Demgegenüber steht die Gemeinde Birmensdorf, die im gesamten Bezirk den markantesten Anstieg zu verzeichnen hat. Um ganze zehn Prozent ist der Steuerfuss dort angestiegen. Schuld daran sind hohe Investitionslasten bei den Schulgemeinden für die geplanten Bauvorhaben Haldenacher und Brüelmatt. Um eine Verschuldung abzuwenden, entschied sich die Gemeinde dagegen, die Steuererhöhung der Schulgemeinden mit dem Steuerfuss der politischen Gemeinde auszugleichen, wie das ihr Sekundarschulgemeinden-Partner Aesch tat.