Die Tambouren unter der Leitung von Roger Küng sind ein eingespieltes Team – hier zeigen sie ihr Können

Die Tambouren unter der Leitung von Roger Küng sind ein eingespieltes Team – hier zeigen sie ihr Können

So richtig eintauchen in die vielfältige Welt der Stadtjugendmusik Dietikon konnte das Publikum beim diesjährigen Jahreskonzert am Samstagabend im katholischen Pfarreizentrum St. Agatha. Bisweilen stürmisch und dann wieder sanft, stets in Gedanken an die Tiefen des Meeres, präsentierten die insgesamt siebzig Musikanten einen Mix ausgewählter Stücke, die zum Motto «Under Water» passten. Unterstützt wurde das von Marco Nussbaumer dirigierte Hauptkorps vom Zwischenkorps, dirigiert von Rico Felber, sowie von den Tambouren unter der Leitung von Roger Küng.

Man könne sehr viel zum diesjährigen Motto machen, fanden die beiden 14-jährigen Freundinnen Andrina Federer und Leonie Stocker, die auch bei der aufwendigen Dekoration im ganzen Pfarreizentrum mitgeholfen hatten. «Ich bin zum ersten Mal dabei und etwas nervös. Denn es ist etwas ganz anderes, als mit dem Zwischenkorps aufzutreten», erzählte Andrina Federer. Auch die Probezeit sei super gewesen, ergänzte Leonie Stocker, die sich bereits im vergangenen Jahr zu den Grossen zählen durfte: «Es ist eine lockere Stimmung und trotzdem kommen wir immer vorwärts.» Stockers Lieblingsstück war «Pirates of the Caribbean – At the World’s End», während Federer das «Little Mermaid Medley» favorisierte.

Im Saal versteckten sich Nemos

Mit sechs Jahren Erfahrung sass in der vordersten Reihe Julia Meier, die Klarinette spielte. Es war auch sie, die sich die Idee für die Wettbewerbsfrage des Abends ausgedacht hatte. Es galt die kleinen Nemos im Saal zu finden, die aus dem berühmten Film «Findet Nemo» bekannt sind.

Ein Stück aus Pirates of the Caribbean durfte angesichts des diesjährigen Mottos «Under Water» nicht fehlen

Ein Stück aus Pirates of the Caribbean durfte angesichts des diesjährigen Mottos «Under Water» nicht fehlen

Sie könne sich keinen besseren Dirigenten als Marco Nussbaumer vorstellen, sagte die 19-Jährige: «Er ist mit Abstand der Beste und besitzt auch Sinn für Humor.» Einen solchen bewiesen alle auf der Bühne, als sie für den Auftritt nach der Pause kurzerhand in Flip-Flops und mit Schwimmhilfen erschienen und während dem gesamten zweiten Teil im Surfer-Look musizierten, wobei die Professionalität in keiner Weise unter der so aufgelockerten Stimmung litt. In Acht nehmen musste man sich aber vor den kleinen Haien auf zwei Beinen, die nach der Ansage zum Musikstück «Jaws» verkleidet durch den Saal geschlendert waren.

Oliver Bachmann, der die ganze Moderation auswendig konnte, führte gemeinsam mit Siro Telli durch den Abend. Zum Stück «Bärentanz» fanden die beiden, dass Tambouren eben alles möglich machen würden. Dies bewies auch Elia Gloor, als er – aufgrund einer Verletzung – mit Stöcken zur Bühne humpelte. Lob rieselte es auch für die musikalische Leitung von Roger Küng. «Ohne dich wären wir nie Vizemeister am Weltjugendmusikfestival in Zürich geworden», sagte Dalia Schilling in der Dankensrede und überreichte die Blumen. Alle Auftritte seiner Formation und ebenso die fulminanten Soloeinlagen sorgten für laute Reaktionen aus dem Publikum und tosenden Applaus.

Einblick in das Konzert des Hauptkorps – hier spielt es gerade ein Stück aus dem Film «Pirates of the Caribbean»

Einblick in das Konzert des Hauptkorps – hier spielt es gerade ein Stück aus dem Film «Pirates of the Caribbean»

Gleich zwei der Wettbewerbspreise gingen in diesem Jahr an die Familie Grob aus Urdorf. «Mein Göttibub Robin Bollinger und Nachbar Renato Bellotti spielen in der Formation mit», sagte Thomas Grob. Deshalb habe er trotz Alternativprogrammen wie zum Beispiel Fussball den Weg zum Konzert gefunden. «Die Familie geht vor und der abwechslungsreiche Abend hat sich gelohnt», meinte er. Der ganze Abend habe ihm sehr gefallen, sagte auch Peter Grob, der Vater von Thomas Grob, der ebenfalls einen Wettbewerbspreis holte.

Auf zu neuen Ufern ging es im Anschluss für mehrere Musikanten, denen die Urkunde zum Abschluss überreicht wurde: «Sie sind altersbedingt der Musikgruppe entwachsen oder können es sich zeitlich nicht mehr einrichten», sagte Präsidentin Pia Siegrist, die sich herzlich für die gemeinsame Zeit bedankte. Zum Schluss wurde der «Sechseläuten-Marsch« gespielt und dies in einer ganz neuen Version, womit Marco Nussbaumer sozusagen den Sprung ins kalte Wasser wagte. «Als Solothurner erlaube ich mir das und nehme die Verantwortung voll auf mich», meinte er schelmisch. Doch auch der neue «Sechseläuten-Marsch» kam gut an.

Ins kalte Wasser sprang Marco Nussbaumer mit der Zugabe, einem etwas anderen Sechseläuten-Marsch

Ins kalte Wasser sprang Marco Nussbaumer mit der Zugabe, einem etwas anderen Sechseläuten-Marsch