Dietikon
Die Stadt will Basisdaten zum Grundwasser liefern

Bauwillige im Gebiet Silbern-Lerzen-Stierenmatt sollen mit einem Grundwassermessnetz entlastet werden.

Sophie Rüesch
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Das Entwicklungsgebiet Silbern-Lerzen-Stierenmatt in Dietikon.jpg

Das Entwicklungsgebiet Silbern-Lerzen-Stierenmatt in Dietikon.jpg

Bettina Hamilton-Irvine

Die Stadt Dietikon rüstet sich für den Moment, in dem es mit der Entwicklung im Gebiet Silbern-Lerzen-Stierenmatt (SLS) weitergehen kann. Zwar hatte das Dietiker Stimmvolk im März 2012 den öffentlichen Gestaltungsplan SLS angenommen. Doch seither sind die Pläne blockiert.

Grund dafür war das Fehlen einer Schutzverordnung für das angrenzende Naturschutzgebiet mit dem Flachmoor Antoniloch-Schachen-Werd, was Naturschutzorganisationen auf den Plan rief. Der Rekurs des Schweizer Vogelschutzes SVS/BirdLife Schweiz und der Pro Natura Schweiz wurde zwar mittlerweile sistiert, jedoch beanspruchte auch die darauf folgende Erarbeitung der Schutzverordnung Zeit.

«Vertrauensbildende Massnahme»

Voraussichtlich im nächsten Jahr soll die Moorschutzverordnung, die unter der Federführung des kantonalen Amtes für Natur und Landschaft erarbeitet wurde, nun aber in Kraft treten. Bestandteil der Verordnung ist, dass für jedes Bauprojekt mit Einbauten im Grundwasser ein hydrologisches Gutachten erstellt wird. Der Stadtrat will Bauwilligen Basisdaten dafür liefern und hat für die Einrichtung eines integralen Grundwassermessnetzes einen Kredit in der Höhe von 145 000 Franken bewilligt.

Die Stadt Dietikon habe sich während des ganzen Prozesses der Erarbeitung der Moorschutzverordnung eingebracht – «mit dem Ziel, eine für alle Parteien akzeptable Lösung zu finden», so die Mitteilung. In diesem Zusammenhang sei auch das Projekt Grundwassermessnetz entwickelt worden, das die Stadt vorfinanziert. Der Stadtrat bezeichnet diesen Entscheid als «vertrauensbildende Massnahme», die Bauwillige von langwierigen und teuren Messkampagnen entlasten soll.

74 Messstellen...

... sollen in den nächsten zwei Jahren im Gebiet Silbern-Lerzen-Stierenmatt errichtet werden.

Sie müssen gemäss der Verordnung bei Einbauten ins Grundwasser einen individuellen Nachweis erbringen, dass der Wasserhaushalt im Moor nicht beeinträchtigt wird. Ein individueller Nachweis ist nötig, weil ein vom Kanton in Auftrag gegebenes Gutachten nur ungenügende Kenntnisse über die Mechanismen des Grundwasserhaushaltes im betroffenen Gebiet ausgewiesen habe.

Gratis stellt die Stadt die gewonnenen Daten zum Grundwasser nicht zur Verfügung. Sie sollen Bauwilligen aber «gegen einen angemessenen Betrag» zur Verfügung gestellt werden.
Den Auftrag zur Erstellung des Messnetzes hat der Stadtrat für 145 000 Franken vergeben. Die Messungen dürften gemäss Mitteilung zwei Jahre in Anspruch nehmen. Sobald die Schutzverordnung des Kantons rechtskräftig ist, kann es damit losgehen. Im ersten Jahr sollen 44, im zweiten Jahr 30 Messstellen eingerichtet und betreut werden. (rue)