Schlieren
Die Stadt Schlieren will einen eigenen Blechpolizisten

Wegen ihrer präventiven Wirkung zieht der Schlieremer Stadtrat eine semistationäre Radaranlage einer mobilen vor.

Florian Niedermann
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Eine solche semi-stationäre Radaranlage will Schlieren anschaffen.

Eine solche semi-stationäre Radaranlage will Schlieren anschaffen.

Zur Verfügung gestellt

Der Schlieremer Stadtrat will eine eigene Radaranlage für die Ahndung von Geschwindigkeitsübertretungen anschaffen. Einen entsprechenden Antrag unterbreitet er dem Stadtparlament an der Sitzung vom kommenden Montag. Damit reagiert die Stadtregierung auf ein Postulat von Gemeinderat Jürg Naumann (QV). Er forderte die Anschaffung einer mobilen Anlage, der Stadtrat legt in seiner Antwort aber dar, dass ein semistationärer Blechpolizist eine bessere präventive Wirkung hat.

Eine mobile Anlage, also ein kleines würfelförmiges Messgerät, das bei Bedarf einfach an den Strassenrand gestellt wird, kostet zwar nur rund die Hälfte einer semistationären Anlage – nämlich knapp 100 000 Franken. Da das Gerät aber leicht ist, muss die Anlage stets bewacht werden, um Diebstahl vorzubeugen. Eine semistationäre Anlage ist grösser und bleibt in der Regel über eine längere Zeitperiode an der gleichen Stelle stehen. Zwar muss sie mithilfe eines Krans oder eines Staplers verschoben werden, dafür beschränkt sich der personelle Bedarf während des Betriebs auf das Wechseln des Akkus und die Pflege des Geräts.

Das wichtigste Argument für die Wahl einer semistationären Radarfalle ist für den Stadtrat aber der präventive Effekt, wie Polizeivorstand Pierre Dalcher (SVP) auf Anfrage erklärt: «Ein solches Gerät ist besser sichtbar als eine mobile Falle. Wir wollen nicht möglichst viele Bussen eintreiben, sondern die Verkehrsteilnehmer für die Einhaltung der jeweiligen Geschwindigkeitslimite sensibilisieren.» Bei einem sechswöchigen Testversuch zeigte sich, dass die Übertretungen zurückgingen, während die Radarfalle im Einsatz war.

Naumann ist mit Vorlage zufrieden

Postulant Naumann wäre mit einer semistationären Anlage zufrieden, wie er auf Anfrage erklärt: «Auch dieser Typ Radarfalle kann verschoben werden und entlastet so die Stadtpolizei bei der Überwachung neuralgischer Stellen im Strassenverkehr.» Wenn das Parlament dem Kauf zustimme, sei er bereit, sein Postulat abschreiben zu lassen.

Die Stadt prüfte auch, ob eine periodische Miete eines solchen Geräts besser wäre. Eine Hochrechnung habe aber gezeigt, dass sich der Kauf eines Radarmessgeräts lohne, schreibt die Exekutive. Nachdem die Stadt drei Offerten verschiedener Anbieter solcher Radaranlagen geprüft hatte, entschied sie sich für ein Gerät der Firma CES AG in Dübendorf. Das Radarmessgerät selbst kostet die Stadt gemäss Kostenvoranschlag rund 171 000 Franken. Dazu kommen jährlich rund 40 000 Franken für den Standort- und Akkuwechsel. Der Stadtrat will aber auch eine interne Lösung für diese Aufgaben prüfen.