Mit den kürzlich veröffentlichten Fotografien aus dem Jahr 2013 zählt die visuelle Langzeitbeobachtung nun bereits fünf Stationen, anhand derer man Schlierens angestrebten Wandel zur aufgewerteten Wohn- und Arbeitsstadt in Zwei-Jahres-Schritten verfolgen kann.

Mindestens drei weitere werden noch folgen; das Projekt, das Ulrich Görlich und Meret Wandeler vom Institut für Gegenwartskunst an der ZHdK 2005 starteten, läuft noch bis 2020. Wie viele Menschen dann in der Stadt leben werden, die zu Beginn der Studie noch gut 13 000 Einwohner zählte, steht in den Sternen geschrieben. Dass es noch einmal bedeutend mehr als die heutigen 17 500 sein werden, wagt aber selbst die zurückhaltendste Prognose nicht zu bezweifeln.

Zum Anlass für die Beobachtung nahmen die Initianten das Stadtentwicklungskonzept der Metron, das Schlieren seit 2005 umsetzt. Ihnen geht es beim Projekt um mehr, als der Stadt an den westlichen Toren zu Zürich ein Fotoalbum zu erstellen. In den Veränderungen des Schlieremer Stadtbilds erkennen sie ein Vorzeigebeispiel für nachhaltige städtebauliche Überlegungen, die in Zeiten von Bevölkerungswachstum, knapper werdenden Landreserven und fortschreitender Urbanisierung immer wichtiger werden; Schlieren wird zur Blaupause der typischen Agglomerationsstadt, wie man sie im ganzen Land und darüber hinaus antrifft.

Die neuesten Fotografien, die an insgesamt 63 Standorten in der ganzen Stadt jeweils aus derselben Perspektive geschossen wurden, komplettieren nun den bereits bestehenden Bildfundus aus den Jahren 2005, 2007, 2009 und 2011. Die aktualisierten Bildabfolgen veranschaulichen damit noch eindrücklicher, wie grundlegend sich Schlieren in den letzten Jahren verändert hat: Weg sind die grossen Baulandreserven, die Zwischennutzungen und vielerorts auch bereits wieder die Baustellen. An ihrer Stelle stehen heute ganze neue Stadtteile, die Tausende von neuen Wohn- und Arbeitsplätzen bieten. (RUE)

www.beobachtung-schlieren.ch