Dietikon
Die Stadt plant für 2014 ein neues Kulturfestival

Nachdem das Big Band Festival zuletzt mit 60000 Franken Defizit schloss, soll es jetzt ein Nachfolgeprojekt geben. Momentan sucht die Stadt intensiv nach einem geeigneteren Format für einen überregionalen Kulturanlass.

Sarah Serafini
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Big Band Festival Dietikon 2009 mit der SMD Big Band aus Dietikon unter der Leitung von Mathias Metzler

Big Band Festival Dietikon 2009 mit der SMD Big Band aus Dietikon unter der Leitung von Mathias Metzler

Bettina Hamilton-Irvine

Es ist vor allem der Schlusssatz in der Antwort des Stadtrats auf eine Kleine Anfrage von Catherine Peer, der aufhorchen lässt. Die SP-Gemeinderätin wollte wissen, wie teuer ein Big Band Festival sein dürfe. In der nun veröffentlichten Antwort schreibt der Stadtrat, dass das Festival 2008 ein Defizit von knapp 20000 Franken aufwies und im Jahr 2012 sogar gegen 60000 Franken. Mindestens so interessant ist aber der Schluss des Protokolls: Momentan suche die Stadt intensiv nach einem geeigneteren Format für einen überregionalen Kulturanlass, der im Jahr 2014 erstmals durchgeführt werden soll.
Stadtpräsident Otto Müller bestätigt auf Anfrage: Nach der Absetzung des Big Band Festivals «Swing in Dietikon» im letzten November sei die Stadt Dietikon nun dabei, ein neues Konzept für ein Kulturprojekt zu entwickeln. Was die künstlerische Ausrichtung betrifft, ist laut Müller noch nichts entschieden. «Wir sind noch in der Entwicklungsphase. Für mich kommt Verschiedenes infrage.»
Musik oder Komik
Nebst Musikern kann sich Müller auch vorstellen, Komiker auf die Bühne zu holen. Das Programm soll jährlich wechseln, um ein möglichst grosses Publikum anzusprechen, wie der Stadtpräsident sagt. Damit möchte die Stadt verhindern, dass dem Festival das gleiche Schicksal erfährt wie seinem Vorgänger: Das Experiment Big Band Festival wurde schon nach fünf Jahren beendet, da es nie aus den roten Zahlen herauskam - jedes Jahr gingen zwischen 20000 und 75000 Franken verloren.
«Swing in Dietikon» hat zu wenig Geld eingebracht, da es sich um ein Nischenprodukt handelte. «Das macht es schwierig, weitere Sponsoren zu finden», liess Müller letzten November verlauten. Darum werde jetzt nach einem geeigneten Format für einen überregionalen Kulturanlass gesucht. Dieser soll vermehrt auch ein jüngeres Publikum ansprechen. Der Frage von Gemeinderätin Peer, wie viel ein solcher Anlass denn kosten dürfe, weicht der Stadtrat in seiner Antwort jedoch aus.
«Man kann nicht alles haben»
Der Mitinitiant des Big Band Festivals, René Gubelmann, zeigt sich gegenüber dem Vorhaben der Stadt Dietikon skeptisch. Ein Anlass, der möglichst viele Leute anspreche, funktioniere nicht, meint er. «Man kann nicht alles haben.» Schon beim Big Band Festival habe er auf hochkarätige Qualität in einem Genre, statt auf ein musikalisches Durcheinander gesetzt. «Klar fände ich es toll, wenn es in Dietikon wieder ein grosses Kulturprojekt gäbe. Aber dass die Stadt das in so kurzer Zeit zustande bringt, glaube ich dann erst, wenn ich es sehe», sagt Gubelmann. Dass «Swing in Dietikon» in den Sand gesetzt wurde, stimmt ihn immer noch nachdenklich: «Am meisten Leid tat es mir für die Jungen. Der Jugend Big Band Wettbewerb war sehr beliebt.
Auch Irene Brioschi, Mitglied der Kulturkommission und Präsidentin des Theatervereins Dietikon, liegt die Jugend am Herzen. Ihr habe beim «Swing in Dietikon» besonders der Big Band Wettbewerb für die Jugendlichen gefallen: «Im neuen Projekt würde ich gerne wieder etwas im Bereich Nachwuchsförderung sehen.»
Welche Ideen sonst noch im Raum stehen, zeigt sich im kommenden April. Dann findet die erste Sitzung für den neuen Grossanlass statt.

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