Schlieren
Die Stadt hat einen neuen Schleichweg – er soll aber nur Unternehmen auf dem Areal der alten NZZ-Druckerei dienen

Ab Juni gibt es eine neue Verbindung zwischen Wagistrasse und Bahnhof. Diese soll aber nicht den Schlieremer Zentrumskreisel entlasten.

Alex Rudolf
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Ab Juni 2021 kann der Schlieremer Bahnhof ab der Wagistrasse entlang der Gleise angefahren werden. Dabei handelt es sich um eine Privatstrasse der Swiss Prime Site, die primär der Zulieferung der Unternehmen dient, die sich im JED eingemietet haben.

Ab Juni 2021 kann der Schlieremer Bahnhof ab der Wagistrasse entlang der Gleise angefahren werden. Dabei handelt es sich um eine Privatstrasse der Swiss Prime Site, die primär der Zulieferung der Unternehmen dient, die sich im JED eingemietet haben.

Britta Gut

Beinahe täglich staut sich der Verkehr vor dem Schlieremer Stadtplatz in alle Richtungen. Teilweise stehen Autos bis zur Geissweid, über die Engstringerbrücke und bis zur Tram­station Gasometerbrücke und darüber hinaus. Im Juni wird es für Autolenker, die von Zürich her kommen, aber eine neue Verbindung geben.

So wird man von der Zürcherstrasse in Richtung Schlieren rechts in die Wagistrasse abbiegen und anschliessend auf das Areal der ehemaligen NZZ- Druckerei einbiegen können. Auf diesem gelangt man bis an die SBB-Gleise, wo man nach einer Linkskurve direkt bis an die Grabenstrasse weiterfahren kann. Wer also den Stadtkreisel-Verkehr umgehen möchte, könnte dies theoretisch hier tun.

Das sei ganz und gar nicht das Ziel dieser Strasse, sagt der Schlieremer Bauvorstand Stefano Kunz (CVP). Die Verbindung werde erstellt, damit die Unternehmen, die sich im JED eingemietet haben, beliefert werden können. Unter dem Namen JED vermarktet die Swiss Prime Site die Büroflächen, die in der ehemaligen NZZ-Druckerei entstanden sind. Namhafte Unternehmen wie Zühlke und Halter haben ihren Sitz hierhin verlegt.

Wenn die Strasse als Schleichweg genutzt wird, kommt eine Schranke

Die Verbindung solle demnach im Einbahn-Verkehr Richtung Bahnhof geführt werden. «Stellen wir jedoch fest, dass die Strasse vermehrt als Schleichweg genutzt wird, wird eine Schranke installiert, mit der die Strasse während der Stosszeiten geschlossen werden kann.» Und der Stau rund um den Stadtkreisel? «Der Ausbau des Engstringer-Knotens wird substanzielle Verbesserungen bringen», so Kunz. Wann mit diesen Arbeiten begonnen werde, sei unklar.

Auch Gianfranco Basso, Head Construction und Mitglied der Geschäftsleitung von Swiss Prime Site, betont, dass sich die neue Strasse nicht für den Schleichverkehr eigne. So entscheidet das Schlieremer Stimmvolk an der Urne, ob auf dem Bahnhofsgebiet Tempo 20 oder 30 eingeführt wird. «Jenes Temporegime werden auch wir auf unserer Privatstrasse ein­führen», sagt er. Hinzu komme, dass sich neben den Ein- und Ausfahrten der Einstellhallen und oberirdischen Parkplätzen auch Anlieferungszonen befinden. «Unsere Strasse ist keine Alternative zur Zürcherstrasse und wird daher auch nicht ausgeschildert», so Basso.

Planung muss auf Bahnhof abgestimmt werden

Die Zufahrt zum Bahnhof entlang der Gleise ist schon länger ein Thema. Denn einer der Kritikpunkte an der Tempo-20-Initiative, die am 7. März an der Urne einer Variante mit Tempo 30 gegenübergestellt wird, war die Zufahrt vom Bahnhof zum Gewerbegebiet Grabenstrasse: Für Zulieferer werde diese zum Spiessrutenlauf, hiess es aus dem bürgerlichen Lager. Daraufhin beschloss der Stadtrat im März 2017, die Abteilung Bau und Planung damit zu beauftragen, die Erschliessung dieser Liegenschaften von Osten her detailliert zu prüfen. Diese Prüfung rückte jedoch in den Hintergrund, da die CVP, die FDP und die SVP eine Tempo-30-Initiative lancierten. «Auch wenn es sich um unabhängige Projekte handelt, muss die Planung abgestimmt werden», sagt Kunz.

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