Die Autowerkstätten an der Badenerstrasse in Schlieren, in denen es kürzlich gleich zweimal gebrannt hat, sind offiziell «industrielle und gewerbliche Betriebe ohne erhöhtes Brandrisiko». Das schreibt der Schlieremer Stadtrat in der Antwort auf eine Kleine Anfrage von FDP-Gemeinderat Markus Weiersmüller.

Wie der Stadtrat festhält, unterstehen die Werkstätten dabei «klar der Eigenkontrolle beziehungsweise der Eigenverantwortung und sind nicht periodisch durch die Behörden zu kontrollieren». Welche Liegenschaften vom Kanton oder von der Gemeinde auf feuerpolizeiliche Mängel kontrolliert werden, ist in der Verordnung über den vorbeugenden Brandschutz via Weisung vom 24. Februar 2012 geregelt.

Brand Schlieren

Brand Schlieren

Strafverfahren nach Grossbrand

Anlass zu Weiersmüllers Anfrage hatten zwei Brände gegeben, die beide auf dem gleichen Autoareal an der Badenerstrasse 90 innerhalb von drei Wochen ausgebrochen waren. Nach dem Grossbrand von Mitte September wurde ein Mann in Untersuchungshaft gesetzt. Gegen ihn wurde ein Strafverfahren eingeleitet wegen fahrlässiger Verursachung der Feuersbrunst bei der Verrichtung von Arbeiten in der Autowerkstatt. Beim zweiten Brand Anfang Oktober ging die Kantonspolizei eher nicht von Fahrlässigkeit aus. Wie Mediensprecher Marc Besson gestern auf Anfrage sagte, steht die Brandursache noch nicht fest. Gemäss jetzigem Ermittlungsstand kann aber Brandstiftung ausgeschlossen werden.

Menschliches Versagen als Grund

Weiersmüller wollte wissen, ob nach diesen Vorfällen in Zukunft mehr feuerpolizeiliche Kontrollen durchgeführt werden und ob die Stadt andere Massnahmen umsetzt, um das Brandrisiko bei den Werkstätten möglichst klein zu halten.

Dazu gäbe es keinen Grund, heisst es in der Antwort des Stadtrats: Die Tatsache, dass es gleich zweimal gebrannt habe, sei nicht zum Anlass zu nehmen, das «verbindliche Prinzip der Eigenverantwortung beim Brandschutz» infrage zu stellen. «Menschliches Versagen führt immer wieder zu Brandfällen», schreibt der Stadtrat. Dies lasse sich auch durch zusätzliche Kontrollen oder durch Präventionsarbeit der Gebäudeversicherung oder der Gemeinde nicht gänzlich verhindern.

Seriös geführte Garagenbetriebe würden richtigerweise nicht als Risikobetriebe gewertet, so der Stadtrat. Genehmigte Lagerflächen, die ohne Nutzungsänderungsgesuch und somit illegal in Werkstattbetriebe umgewandelt werden, blieben hingegen «immer ein Risiko».