Dietikon
Die Stadt Dietikon will mit der Siedlungsplanung noch warten

Der Dietiker Stadtrat hält es nicht für opportun, Zonenplanänderungsvorlagen zu erarbeiten, um so den Siedlungsbau mit der Linienführung der Limmattalbahn abzustimmen. Zuerst müssen Realisierung und Linienführung der Limmattalbahn gesichert sein.

Sandro Zimmerli
Merken
Drucken
Teilen
Die Limmattalbahn in Dietikon unterwegs (Visualisierung).

Die Limmattalbahn in Dietikon unterwegs (Visualisierung).

Zur Verfügung gestellt

Das Risiko wäre zu gross und Ausgaben für Planungsleistungen würden vergebens getätigt, schreibt der Stadtrat in seinem Bericht zu einer Motion von SVP-Gemeinderat Roger Bachmann. Sein Vorstoss ist einer von drei Motionen, die von SVP, SP und CVP zur Limmattalbahn eingereicht wurden (siehe Box).
Verdichtetes Bauen

Bachmann sowie 25 Mitunterzeichnende forderten den Stadtrat auf, dem Parlament einen Vorschlag zur Teilrevision der Bauordnung zu unterbreiten, damit der Siedlungsbau mit der geplanten Linienführung der Limmattalbahn abgestimmt werden kann. Die Stadtbahn soll einerseits jene Gebiete erschliessen, die einen hohen Bestand an Wohnungen und Arbeitsplätzen aufweisen. Über eine Änderung der Bauordnung könnte andererseits entlang der Bahn verdichteter gebaut werden, hielten die Motionäre fest.

«Definitive Gewissheit» bis 2015

«Eine definitive Gewissheit, dass der Bau der Limmattalbahn erfolgt und wie die Details der Linienführung aussehen, ist bis Ende 2015 zu erwarten», schreibt der Stadtrat. Falls dann die Limmattalbahn mit der vom Stadtrat und der Limmattalbahn AG gemeinsam beschlossenen Linienführung realisiert werde, sollen sich die bietenden Chancen zur Siedlungserneuerung beziehungsweise zur Aufwertung bestehender Quartiere genutzt werden. Daher sei der Stadtrat mit der Stossrichtung der Motion grundsätzlich einverstanden. Er beantragt, die Motion für erheblich zu erklären.
Knappe Ressource Boden

Laut Stadtrat sollen dann verschiedene Aspekte im Vordergrund stehen. So sei in Bereichen, wo die Limmattalbahn durch Bauzonen mittlerer Dichte führt, zu prüfen, auf welche Weise für Bauvorhaben eine höhere Ausnützung gewährt werden könne. «Zweck einer solchen Nutzungsverdichtung wäre primär eine Erhöhung des Fahrgastpotenzials für die Limmattalbahn», hält der Stadtrat weiter fest. Zudem könne so das Anliegen einer Siedlungsentwicklung nach innen im Sinne eines haushälterischen Umgangs mit der knappen Ressource Boden umgesetzt werden. Dies könne einerseits durch die Festlegung einer Zone höherer Ausnützung oder andererseits durch Sonderplanungsinstrumente, wie Gestaltungspläne oder Sonderbauvorschriften, mit entsprechender Zweckbestimmung in der Bauordnung erfolgen. Weiter brauche es die intensive Begleitung durch die öffentliche Hand, damit die unterschiedlichen Interessen der betroffenen Grundeigentümer ausgeglichen werden könnten.
Autoarmes Wohnen ermöglichen.

Mobilität: Es ändert sich einiges

Weiter, so der Stadtrat, sei zu prüfen, inwieweit mit gezielten Anreizen Bauherren motiviert werden könnten, alte, nicht mehr zeitgemässe Bausubstanz zur Steigerung des Wohnwerts sowie zur Verbesserung energetischer Standards zu erneuern oder durch Neubauten zu ersetzen. Bezüglich Mobilität werde sich einiges an den Rahmenbedingungen ändern. Der Kanton bereite eine Revision des Planungs- und Baugesetzes vor, welche insbesondere die Integration der Parkplatzberechnung in das Baugesetz beinhalten werde. Bei der Berechnung des Parkplatzbedarfs werde die Qualität der vorhandenen Erschliessung mit dem öffentlichen Verkehr berücksichtigt. «Es könnte darüber hinaus durchaus sinnvoll sein, bei entsprechender Erschliessungsqualität Formen von autoarmem Wohnen zu ermöglichen», hält der Stadtrat weiter fest.
Wohl nicht vor 2020 in Betrieb

Die Planungen zur Umsetzung dieser Aspekte sollen gemäss Stadtrat in zwei Schritten erfolgen. In einem ersten Schritt sollen die Gestaltungs- und Quartierpläne im Gebiet Niderfeld erarbeitet werden: «Im Niderfeld ist die Linienführung noch unbestimmt und kann somit durch die zu erarbeitende städtebauliche Gestaltung festgelegt werden.» Aufgrund des längeren Zeitbedarfs soll mit den Planungen im Verlauf dieses Jahres begonnen werden.

Nach dem Kreditbeschluss für die Limmattalbahn würden in einem zweiten Schritt die Planungen für die Gebiete der Badener- und Zürcherstrasse folgen. Da davon auszugehen sei, dass die Bahn nicht vor 2020 in Betrieb gehe, bestehe genug Zeit, die planerischen Voraussetzungen zu schaffen und erste Projekte bis zu ihrer Eröffnung zu realisieren.