Die Stadt bewirbt den Langsamverkehr

Die Stadt will den Langsamverkehr und das Freizeitangebot bekannter machen – aber noch nicht online

Alex Rudolf
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Wer am kommenden Wochenende nicht weiss, was mit der freien Zeit angefangen werden soll, dem wird von der Stadt Dietikon unter die Arme gegriffen. Das Stadtplanungsamt hat während der vergangenen Monate eine Freizeitkarte erstellt. Diese wird ab heute an alle Dietiker Haushalte gratis verteilt und künftig jedem Neuzuzüger abgegeben. Darauf sind die wichtigsten Velo- und Spazierwege, Parkanlagen und Naherholungsgebiete eingezeichnet. Die Auflage beträgt stolze 20 000 Exemplare, das Budget für das Projekt 50 000 Franken.

Die Stadt verfolgt mit der Karte zwei Ziele, wie Projektleiter Severin Lüthy an der gestrigen Präsentation sagte. «Wir wollen den Bewohnern aufzeigen, dass kurze Strecken manchmal schneller mit dem Velo oder zu Fuss zu bewältigen sind als mit dem Auto», sagt er und verweist darauf, dass Dietikon konstant wachse, der Platz für den motorisierten Individualverkehr jedoch gleich bleibe. Dies sei somit eine Investition in eine nachhaltige Mobilität. «Die durchschnittliche Länge einer Freizeitautofahrt in der Agglomeration beträgt drei Kilometer, eine perfekte Fahrraddistanz», ergänzt Lüthy.

In der Karte weisen orange Linien auf die Fusswege hin, rote Linien auf die Velowege. Die Benutzer können auf einer Vergleichslinie beim Kartenmassstab nachlesen, wie lange sie für einen Abschnitt zu Fuss oder mit dem Velo unterwegs sein werden.

Das zweite Ziel ist, die Promotion des Naherholungsangebots der Stadt. Dieses sei bei manchen Dietikern ein wenig in Vergessenheit geraten, so Stadtpräsident Otto Müller (FDP), der bei der Präsentation ebenfalls zugegen war. Das Angebot habe keine grosse Bekanntheit, weil es einerseits sehr gross und reichhaltig sei und andererseits in der Vergangenheit zu wenige beworden worden sei. Auch wolle man alteingesessenen Dietikern ein Aha-Erlebnis verschaffen und sie somit auf die Idee bringen, diesen oder jenen Ort wieder zu besuchen, so Müller.

Neben den eingezeichneten Velo- und Wanderwegen, Grillplätzen, Aussichtspunkten, ÖV-Haltestellen und Parkanlagen bewirbt die Karte auch die fünf Themenwege Dietikons – den Bruno-Weber-Weg, den Brüggliweg, den Limmatuferweg, den Quellenweg sowie den Bunkerweg. Das morgen erscheinende Stadtmagazin widmet seine Ausgabe dem Thema «Freizeitdestination Dietikon», wobei die Karte detailliert vorgestellt wird.

Online kommt womöglich später

Verschiedene Institutionen sind in der Freizeitkarte mit einem QR-Code vertreten. Dieser leitet den Leser – scannt man ihn via Smartphone ein – direkt auf die Homepages des Carsharing-Anbieters, der Stadtbibliothek oder der Freizeitanlage Chrüzacher. Obschon damit die Annäherung ans Webzeitalter angedeutet wird, setzt man bei der Stadt wenig auf die Multimedia-Karte. «Dies war ein bewusster Entscheid», so Lüthy. Der Projektleitung sei es wichtig gewesen, die Karte noch vor den Sommerferien zu veröffentlichen. Die Zeit wäre zu knapp gewesen, für all die technischen Herausforderungen, die eine interaktive Karte mit sich bringen würde. «Wir wissen aber, dass die Freizeitkarte stets aktualisiert und neu herausgebracht werden muss, damit auch neue Angebote darauf vertreten sind», so Lüthy. In drei bis fünf Jahren soll eine Neuauflage herauskommen, dann sei es durchaus denkbar, den Online-Auftritt – zurzeit kann auf der Homepage der Stadt lediglich das Pdf eingesehen und heruntergeladen werden – aufzufrischen oder gar eine dazugehörige App zu lancieren.

Karten konkurrenzieren sich nicht

Die Limmattaler Standortförderung brachte im vergangenen Jahr ebenfalls eine Freizeitkarte heraus, auf der Freizeitaktivitäten im ganzen Bezirk vorgestellt wurden. Ist dies etwa eine Doppelspurigkeit? «Nein. Denn unsere Freizeitkarte fokussiert auf die Aktivitäten in Dietikon», so Lüthy, was der Übersichtlichkeit diene. Dass sich die beiden Karten konkurrenzieren, glaubt er derweil nicht.