Schlieren
Die Spitalkapelle steht nicht mehr unter Schutz

Wegen des Neubaus des Spitals Limmattal soll die Spitalkapelle in Schlieren abgerissen und wieder aufgebaut werden. Für die Zwischenzeit wurde eine Lösung gefunden.

David Egger
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Die Spitalkappel in Schlieren steht nicht mehr unter Schutz – der Stadtrat hat sie aus dem Inventar der kulturhistorischen Objekte gestrichen.

Die Spitalkappel in Schlieren steht nicht mehr unter Schutz – der Stadtrat hat sie aus dem Inventar der kulturhistorischen Objekte gestrichen.

Mathias Marx

Für Kranke und Angehörige ist sie ein Ort der Stille: die Kapelle des Spitals Limmattal. Doch an ihrem Standort wird es bald laut: Bis 2018 entsteht ein neues Spitalgebäude für 270 Millionen Franken. Diesem muss das Gotteshaus weichen.

Nun hat der Schlieremer Stadtrat die Weichen für den Abriss gestellt: Er hat die Kapelle aus dem Inventar der kulturhistorischen Objekte gestrichen, das heisst: Sie steht nicht mehr unter Schutz.

Der Stadtrat schloss aber auch einen Vertrag mit dem Spital ab, der dieses zu einer möglichst detailgetreuen Rekonstruktion verpflichtet. Dazu gehört, dass es am neuen Standort der Kapelle wieder einen Teich haben muss.

Fallkostenvergleich zwischen 19 Zürcher Spitälern: «Limmi» ist zweitgünstigstes Spital

Von 19 verglichenen Zürcher Spitälern hat das Spital Limmattal die zweittiefsten Fallkosten. Dies geht aus einem Vergleich hervor, den die kantonale Gesundheitsdirektion gestern veröffentlichte. Die Fallkosten im Spital Limmattal betrugen im vergangenen Jahr 8933 Franken.

Spitaldirektor Thomas Brack freut sich: «Das ausgezeichnete Resultat bestätigt, dass wir neben der Qualität auch die betriebswirtschaftlichen Aspekte adäquat berücksichtigen.» Der Vergleich basiert auf dem Betriebsaufwand und den Investitionskosten. Deshalb geht Brack davon aus, dass der Neubau ab 2018 einen «signifikanten Einfluss» auf die Fallkosten haben wird. Schon 2012 erreichte das Spital Limmattal den zweiten Platz in diesem Vergleich, damals noch mit Fallkosten von 8963 Franken. Die Fallkosten des Spitals Limmattal sanken somit um etwas mehr als 0,3 Prozent. Der Fallkostendurchschnitt aller verglichenen Spitäler beträgt 9757 Franken.

Die alljährlich publizierten Zahlen sollen transparente Spitalvergleiche ermöglichen, heisst es in der Mitteilung der Gesundheitsdirektion. Die im Moment stabilen Tarife sprächen für die Effizienz des Zürcher Spitalwesens und kämen auch den Steuer- und Prämienzahlern zugute. Am günstigsten ist das Gesundheitszentrum Adus-Medica in Dielsdorf (8475 Franken pro Fall). Mit 11 530 Franken ist das Spital Männedorf das teuerste. (DEG)

Den Anhängern der Kapelle gibt der Stadtrat Entwarnung: Die Unterschutzstellung ist nicht für immer aufgehoben. «Der Stadtrat hat bereits entschieden, dass die Kapelle nach der Rekonstruktion wieder ins Inventar der kulturhistorischen Objekte aufgenommen wird», sagt der Schlieremer Stadtingenieur Hans-Ueli Hohl.

Für die Phase des Abrisses und der Rekonstruktion der Kapelle hat das Spital eine Zwischenlösung aufgegleist: In Absprache mit den Spital-Seelsorgern wurde beschlossen, im Erdgeschoss des Pflegezentrums einen Raum der Stille einzurichten.

«Dieser wird bis zum Projektabschluss bestehen bleiben», sagt Christa Himmler, stellvertretende Kommunikationsverantwortliche des Spitals. Zudem stehe der Garten-/Bühnensaal weiterhin für Gottesdienste zur Verfügung. Der Raum der Stille wird dort eingerichtet, wo bisher ein Büro der Informatik-Abteilung lag. Diese zügelte bereits in den 15. Stock des bestehenden Spitalgebäudes, wo das Spital noch über freie Räume verfügte.

Visualisierung des neuen Spitalgebäudes in Schlieren: Bis 2018 soll es gebaut sein. Die Kosten liegen bei 270 Millionen Franken.

Visualisierung des neuen Spitalgebäudes in Schlieren: Bis 2018 soll es gebaut sein. Die Kosten liegen bei 270 Millionen Franken.

ZVG

Spital baut Kapelle 2018 neu auf

Anfang 2015 wird die Kapelle abgerissen, was etwa drei Wochen dauert. Die Rekonstruktion erfolgt im Herbst 2018 und soll drei bis fünf Monate dauern. «Zuerst muss der Neubau fertiggestellt sein», erklärt Spitalarchitekt Roman Steinemann. Die Betonhülle der Kapelle wird zwar eine neue sein, soll aber gleich wie in den 60er-Jahren gefertigt werden.

Elemente wie die Holzdecke, die Orgel oder die Fenster werden im Original in die neue Kapelle gezügelt. Auch für den Teich hat es Platz. Laut Steinemann wird dieser aber etwas kleiner als vorher.