Fussball

Schlieren ist bereit: Nach dem Trainingslager in Valencia geht es nach Biel

Die Fussballerin Sereina Küng vom FC Schlieren und ihr Trainer Fernando Esteban haben grosse Ziele.

Die Fussballerin Sereina Küng vom FC Schlieren und ihr Trainer Fernando Esteban haben grosse Ziele.

Heute beginnt die Mission Ligaerhalt für die Schlieremer NLB-Fussballerinnen. Mithelfen soll auch die Vereinsikone Patrizia Dreyer.

Der Fussball-Frühling kommt in die Gänge: Die Schlieremer Frauen starten als erstes Limmattaler Fussballteam in die Rückrunde. Das ist der Stand der Dinge vor dem Anpfiff heute Abend.

Bilanz
12 Spiele/8 Punkte/15:29 Tore/Rang 8 von 10 Teams.

Ausgangslage
Nach einer erwartet schwierigen Vorrunde mit nur zwei Siegen aus 12 Partien steigen die Limmattalerinnen heute Abend gleich mit einem wegweisenden Spiel in den Fussball-Frühling. Auswärts treffen die Frauen von Trainer Fernando Esteban – er hat das Team im vergangenen Sommer übernommen – auf den noch sieglosen Tabellenletzten Walperswil aus dem Berner Seeland. «Wir wollen gewinnen und Moral für die nächsten Aufgaben tanken», sagt der Schlieremer Übungsleiter. Ausgetragen wird das Spiel interessanterweise auf einem Nebenplatz der Tissot-Arena in Biel. Apropos: Der heutige Gegner bestritt bereits eine Partie, vor einer Woche setzte er gegen Yverdon eine 0:5-Heimniederlage ab.

Stimmungslage des Trainers
Trotz der angespannten Tabellensituation erstaunlich gut. «Wir haben eine gute Vorbereitung hinter uns. Auch das Trainingslager in der Nähe von Valencia war ein Erfolg, wir konnten mit 15 Spielerinnen anreisen», sagt Esteban. Sonniges Wetter, angenehme Temperaturen und eine super Stimmung, so Esteban weiter, waren die Komponenten der Woche im Süden. «Auch das Shopping kam natürlich nicht zu kurz», fügt der Trainer schmunzelnd hinzu. Einziger Wermutstropfen: Die schwere Verletzung von Andreia Machado einen Tag vor dem Abflug nach Spanien. Mit einem gebrochenen Wadenbein muss die Innenverteidigerin ihren Teamkolleginnen in den nächsten Wochen von der Seitenlinie aus die Daumen drücken. Bitter: Machados Ausfall ist nicht der einzige bisher. In der Vorrunde zog sich Routinier Marina Radulovic (32) einen komplizierten Fussbruch zu. Auch sie fehlt dem Team seither.

Überraschung
Die Personaldecke wird in Schlieren also immer dünner. Nur gut, dass da noch Patrizia Dreyer, genannt «Pätzi», ist. Die 34-jährige Vollblut-Fussballerin hat zwar im Sommer 2018 den Rücktritt vom Leistungssport gegeben, ganz losgelassen hat sie ihr liebstes Hobby allerdings nie. Dreyer ist auf der Schlieremer NLB-Kaderliste offiziell als Assistentin von Trainer Esteban gemeldet. «Das war eigentlich auch so geplant, das Team auf ein Spiel vorbereiten, das Aufwärmen leiten, solche Sachen. Aber jetzt sieht es ein wenig anders aus», sagt Dreyer. Genauer: Es ist anzunehmen, dass sie bereits heute Abend ihr Comeback in der NLB-Mannschaft geben wird. «Ich bin einigermassen fit, für 90 Minuten reicht die Luft aber noch nicht», sagt Dreyer. Ganz Schlieren darf sich also freuen, denn ihre Präsenz wird einen weiteren Motivationsschub auslösen.

Kaderveränderungen
Bislang hat sich mit Ausnahme der beiden verletzungsbedingten Absenzen von Radulovic und Machado sowie der Reaktivierung von Dreyer noch nichts ergeben. «Es zeichnen sich aktuell keine weiteren Abgänge oder Zuzüge ab», sagt Esteban.

Die Rolle im Verein
Innerhalb des FCS fühlen sich die Frauen wohl, sagt Esteban. Der Respekt sei vorhanden, es gebe immer wieder aufmunternde Worte aus allen Richtungen. «Jetzt müssen wir auf dem Rasen einfach zeigen, dass wir das in uns gesteckte Vertrauen rechtfertigen.»

Erfreulich
Laut Trainer Esteban glaubt das Team auch nach der mässig erfolgreichen Vorrunde an ein gutes Ende der Saison. «Wir haben immer wieder besser gespielt, als es die Resultate zeigen», sagt er. So beispielsweise bei der unglücklichen 0:1-Niederlage in Luzern Mitte Oktober. «Das war ohne zu übertreiben unser bestes Spiel bisher. Wir hatten vier Top-Chancen, leider ging der Ball nicht rein. Und es war wie meistens: Wer die Treffer nicht erzielt, der kassiert sie halt.»

Enttäuschend
Die zweite Hälfte der Vorrunde war resultatmässig ein Reinfall. Aus den sechs Partien vor der Winterpause resultierte nur ein einziger Punkt, dies bei einer Tordifferenz von 6:17.

Unsere Prognose
Am 6. Juni bestreiten die Schlieremerinnen in Rapperswil die letzte Partie der NLB-Saison 2019/20. Bis dahin werden sie den Ligaerhalt in trockenen Tüchern haben. Warum? Weil die Limmattalerinnen genau wissen, gegen wen sie punkten müssen, um ihr Ziel zu erreichen. Ihre bislang acht Punkte holten sie in Duellen gegen Teams, die sie hinter sich lassen müssen, um oben zu bleiben: 3:1 gegen Walperswil, 3:2 gegen Derendingen Solothurn und zwei Remis (1:1 und 2:2) gegen Worb.

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