Weinbauern und Weinliebhaber können aufatmen. Nach dem verregneten Frühling und späten Sommerbeginn hat sich mit den schönen Herbsttagen doch noch alles zum Guten gewendet. «Wir hatten dieses Jahr eine qualitativ gute Ernte», sagt Robin Haug vom Weingut Haug in Weiningen. «Nur von der Menge her kommen wir nicht ganz an andere Jahre heran.»

Nach dem Hagelschaden vor zwei Jahren und dem Mehltau-Befall im 2012 hätten viele Weinbauern Angst um ihre Trauben gehabt, als es im Frühling so lange kalt blieb, sagt Jakob Haug. Auch er ist Rebbauer aus Weiningen. Gekeltert wird sein Wein allerdings nicht wie bei Robin Haug in der eigenen Kelterei, sondern in den Volg Weinkellereien in Winterthur und der Staatskellerei Zürich in Rheinau.

Aromen der Trauben wichtig

«Wir sind mit der Wümmet dieses Jahr rund zwei Wochen später dran als in den vorhergehenden Jahren», sagt Jakob Haug. Bereits die Blüte sei dieses Jahr etwas später dran gewesen – zumindest im Vergleich mit den letzten Jahren, in denen die Blüte immer früher als üblich erschien. Dank den sonnigen Herbsttagen konnten die Trauben dafür aber dementsprechend länger hängen bleiben.

Robin Haug, der auch als Geschäftsführer des Branchenverbandes Deutschschweizer Wein tätig ist, weist darauf hin, dass der Erntezeitpunkt nur ein Faktor von vielen sei, damit alles optimal herauskomme. «Es braucht Gespür und vor allem Geduld in den letzten Wochen der Reifung», sagt er.

So könne man den Erntezeitpunkt nicht einfach über den messbaren Öchsle-Grad, einem Wert zur Bestimmung des Zuckergehalts und somit des Alkoholwertes des späteren Weins, bestimmen, sagt Robin Haug. Denn dieser Wert sage nichts aus über die sortentypischen Aromen.

Vorsichtig mit Prognosen

Mit Vorhersagen, ob der diesjährige Weinjahrgang ein besonders guter werde, sei er noch vorsichtig, sagt Jakob Haug. «Der Wein ist noch nicht in der Flasche. Aber zumindest den Grundstein für einen guten Jahrgang haben wir gelegt.»