Pünktlich zur Spitze der Erntezeit lädt die Familie Haug in Weiningen zum Sauserfest ein. Zahlreiche Besucher sind der Einladung gefolgt und füllen bereits zur Mittagszeit die Festbänke.

Musik aus dem Bündnerland und mehrere Auftritte mit dem Alphorn sorgen für Heimatgefühl. Auch Dora Haug ist diesem Klang zugeneigt und spielt das Horn vor Publikum. Bei strahlendem Sonnenschein wird die 24. Ausgabe am Sonntag gefeiert. Besonders die Kombination mit Bauernschüblig und anderen Leckereien wird geschätzt.

Während ein Helfer den Risotto aus einem grossen Topf schöpft, haben die anderen mit dem Servieren alle Hände voll zu tun. «Es ist immer nett, schön und gut», sagt Besucherin Trudi Pfister aus der Fahrweid. Gemeinsam mit ihrem Mann Fritz hat sie sich ein Platz im Schatten ausgesucht und geniesst die Atmosphäre.

Für farbliche Vielfalt sorgt der dunkelrote «Goofe-Suuser», der dank idealer Wetterbedingungen und einer neuen Traubensorte sehr süss schmeckt. «Wesentlich süsser als herkömmlicher Apfelsaft», sagt Winzer Robin Haug. Das gute Wetter habe zu einem hervorragenden Jahr verholfen. So könne bereits die letzte Ernte in den nächsten Tagen erfolgen und der Regen, der im August dann doch noch fiel, habe die Qualität der Trauben weiter gesteigert. «Das sensationelle Jahr macht für uns alles einfacher und schneller, von der Planung bis zur Ernte, und dazu gibt es nur sehr wenig Fäulnis», erklärt er.

Alkohol verdeckt Süsse

Neben dem Goofen-Sauser wird auch Weiber-Sauser Herren-Sauser angeboten. Gleich alle drei Variationen haben Liz Litscher und ihr Partner Marcel Eicher aus Geroldswil degustiert.

Sie favorisiert den mittelstarken «WiiberSuuser»: «Beim ‹Herre-Suuser› schmeckt man kaum den Alkohol und er erscheint mir weniger prozenthaltig als in den vergangenen Jahren», sagt Litscher. Das täuscht, denn der Alkoholgehalt sei in der Tat aufgrund der Süsse kaum einzuschätzen, aber höher, erklärt Robin Haug.

Eicher, der das Fest zum ersten Mal besucht, mag am liebsten den «Goofe-Suuser», dessen Süsse und Farbe ihn überzeugen. «Wirklich sehr gut», lobt er. Man komme gerne wieder, lautet denn auch das Fazit der beiden.
«Man kann unser Fest ja fast als ein Schubladenfest bezeichnen und für das Jubiläum im nächsten Jahr ist bereits ein Fest in grösserem Rahmen in Planung», sagt Haug. Zunächst erwartet ihn und seine Familie in der kommenden Woche aber der Trüffelmarkt, bei dem der regionale Sauser- und Weingenuss wiederum nicht fehlen wird.