Schneeplausch
Die Skilager im Limmattal bleiben gut besetzt

Für Schulen ist die Woche unverzichtbar – doch nicht überall ist sie gleich beliebt.

Anina Gepp
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Nächste Woche werden sich die Schüler im Schnee austoben, wie jene 2011 im Schneeschuhlager der Schule Weiningen.

Nächste Woche werden sich die Schüler im Schnee austoben, wie jene 2011 im Schneeschuhlager der Schule Weiningen.

zvg

Lauwarmer Früchtetee, unzählige Abfahrten im Pulverschnee und Discoabende mit der ersten Lagerromanze. Diese oder ähnliche Erinnerungen kommen wohl so manchem beim Gedanken an die Skiwoche aus der Kindheit in den Sinn. Damit die Schüler den Schneeplausch in den Sportferien geniessen können, opfern freiwillige Helfer jedes Jahr viel Zeit. Das Lagererlebnis hat für die Kinder und Jugendlichen in den letzten Jahren aber stark an Bedeutung verloren. Schweizweit hat sich der Anteil der Ski- und Snowboardfahrer im Alter von 14 bis 19 Jahren um 0,3 Prozent reduziert, im Alter von 20 bis 29 Jahren sind es sogar 7,5 Prozent.

Im Limmattal gibt es aber sogar Schulen, an denen aufgrund von zu vielen Anmeldungen einige Schüler zu Hause bleiben müssen. In Dietikon ist das Lager in Klosters für Schüler der fünften Primar- bis dritten Sekundarstufe mit 26 Teilnehmenden ausgebucht. Auf der Warteliste befinden sich neun weitere Jugendliche, die zu Hause bleiben müssen. «Die Zahlen sind wieder im Steigflug. Deshalb planen wir auf nächstes Jahr wieder zwei Lager», sagt Gerold Schoch, Leiter der Schulabteilung. Er vermutet: Der Dietiker Skilift entfalte allmählich seine Wirkung.

Das Lager wird grundsätzlich von der Schule Dietikon organisiert, jedoch vor Ort durch externe Leiter betreut und durchgeführt. Schoch freut sich, dass die Woche im Schnee wieder zusehends beliebter ist. «Für Kinder sind Bewegung, das Zusammensein mit Gleichaltrigen und frische Luft eine echte Alternative zu Sportferien unter der Nebeldecke», sagt er.

Anders sieht es in Oberengstringen aus, wo nächste Woche zwei Skilager stattfinden. In der Mittelstufe fahren 50 Kinder mit in die Berge, in der Oberstufe sind es 20. Noch letztes Jahr haben sich über doppelt so viele Oberstufenschüler angemeldet. «Es ist ein ständiges Auf und Ab mit den Anmeldungen», sagt Esther Gysi von der Schulpflege Oberengstringen. Vor allem in der Oberstufe sei dies der Fall. In den unteren Klassen habe sich die Teilnehmerzahl inzwischen eingependelt.

Bisher hätten die beiden Lager glücklicherweise noch immer stattfinden können. Genügend Betreuer zu finden, sei bisher auch kein Problem gewesen. Neben Lehrpersonen kämen jeweils auch deren Partner oder Kollegen mit ins Schneelager.

Viele Kinder könnten heute aber gar nicht mehr Ski fahren, so Gysi. Dabei dürfe man auch gerne als Anfänger am Lager teilnehmen. Eine Woche im Schnee zu verbringen, sei eine wertvolle Erfahrung für Kinder.

Stagnierende Zahlen

Dem nationalen Trend der rückläufigen Zahlen entspricht aber nur Oberengstringen. In Urdorf ist die Anzahl der Anmeldungen jedes Jahr etwa gleich. Es wird ein Skilager für die Sekundarschule und eines für die Primarschule durchgeführt. «Wir rechnen damit, dass etwa 25 Schüler pro Lager teilnehmen werden», sagt Hans Karrer, Leiter der Schulverwaltung Urdorf. Ähnlich sieht es in Schlieren aus: Am Wintersportlager der Mittelstufe nehmen dieses Jahr 52 Schüler teil. Maximal wären 56 Plätze zu vergeben gewesen. Organisiert werde das Lager jeweils von einem eingespielten Team aus Lehrpersonen, sagt Andrea Fus, Abteilungsleiterin Bildung und Jugend.

Zudem biete die Schule Schlieren eine günstige Ski- und Snowboardvermietung an. Dort können Skis, Skischuhe, Stöcke, Snowboards und Snowboardschuhe gemietet werden. Das Angebot werde sehr gerne genutzt, da viele Schüler keine eigene Ski- oder Snowboardausrüstung besitzen, so Fus.

Umfrage: Fahren Sie dieses Jahr in die Skiferien?

Klaus Peyer, 74, Schlieren «Skifahren war nie mein Hobby. Als ich zur Schule ging, konnte man es noch nicht dort lernen. Nun fühle ich mich zu alt, um damit zu beginnen.»
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Tabea Hümbeli, 24, Dietikon «Ich verbringe vereinzelte Wochenenden in Mulanz, GR. Ich möchte von Snowboard, auf Ski umsteigen, um mit Freunden Touren machen zu können.»
Jonathan Pascual Sola, 28, Oberengstringen «Da ich nicht Ski fahren kann, werde ich logischerweise nicht in die Skiferien fahren. Ich würde es in der Zukunft aber gerne lernen.»
Susnja Zorka, 58, Dietikon «Ich selber fahre nicht Ski, aber meine beiden Töchter machen gerne Wintersport. Die Jüngere fährt Snowboard, die Ältere Ski.»

Klaus Peyer, 74, Schlieren «Skifahren war nie mein Hobby. Als ich zur Schule ging, konnte man es noch nicht dort lernen. Nun fühle ich mich zu alt, um damit zu beginnen.»

Julia Wartmann