Oetwil

Die Seniorenbühne Zürich führt ihre neue Komödie «Dä Revisor» auf – mit Erfolg

Mucksmäuschenstill war es im Saal: Gebannt hörten Dutzende Senioren der Komödie «Dä Revisor» zu.

Mucksmäuschenstill war es im Saal: Gebannt hörten Dutzende Senioren der Komödie «Dä Revisor» zu.

Die Komödie «Dä Revisor» der Seniorenbühne Zürich lockt viele Zuschauer an. Die Gemeindescheune in Oetwil füllt sich rasch. Obwohl es Mittwochnachmittag und strahlender Sonnenschein ist, sind die 64 Plätze bis auf ein paar wenige freie Stühle besetzt.

Die Gemeindescheune in Oetwil füllt sich rasch. Obwohl es Mittwochnachmittag und strahlender Sonnenschein ist, sind die 64 Plätze bis auf ein paar wenige freie Stühle besetzt.

Ein Mann mit schwarz geränderten Augen und dunklem Anzug betritt die Bühne: «Dieses Mal geht es nicht um Gipfeli wie letztes Mal, heute geht es um Geld. Aber das betrifft uns ja auch alle.» Kaum gesagt, beginnt die Vorstellung der Seniorenbühne Zürich. Die Laienschauspieler zeigen die Komödie «Der Revisor», des russischen Schriftstellers Nikolai Gogol. Marius Leutenegger übersetzte und kürzte den Weltklassiker. Unter seiner Regie bringt die Seniorengruppe nun «Dä Revisor» mit präzisen schweizerdeutschen Ausdrücken wie: «Das Fleisch isch ja verbrännt und hert wie e Stifelsohle», auf die Bühne.

Die Geschichte des Stücks ist schnell erzählt: Die korrupte Verwaltung einer russischen Kleinstadt erfährt, dass ein Revisor aus der Sankt Petersburg eintreffen wird — zu allem Übel auch noch inkognito! Die Aufregung unter den wichtigtuerischen Amtsschimmeln ist gross. Alle wissen, dass sie Dreck am Stecken haben. Just in diesem Moment steigt ein Drückeberger im örtlichen Hotel ab. Sofort halten ihn alle für den Revisor. Der Gauner weiss kaum, wie ihm geschieht: Das Geld der korrupten Beamten fliegt ihm nur so zu. Zur Krönung des Ganzen soll er gar noch die Tochter des Bürgermeisters heiraten. Doch soweit kommt es nicht: Er macht sich gerade rechtzeitig aus dem Staub, um dem richtigen Revisor die Klinke in die Hand zu drücken.

Beliebtester Anlass des Clubs

Der Senioren Club Oetwil plante in diesem Jahr insgesamt neun Veranstaltungen. Mit dieser Theateraufführung ging nun die zweitletzte über die Bühne. Nebst der Theateraufführung treffen sich die Senioren zu Wanderungen, Jassabenden oder Grillausflügen. Das Theater in der Gemeindescheune spricht für sich: «Die Theaterveranstaltung ist jeweils der beliebteste Anlass», sagt René Barras, Präsident des Senioren Club Oetwil. Hätte es nicht eine Parallelveranstaltung gegeben, wären gar noch mehr Senioren eingetrudelt, sagt er. Nach der Unterhaltung kommt aber auch das gemütliche Beisammensein nicht zu kurz. Doch statt der eingangs erwähnten Gipfeli buken die Frauen der Vorstandsmitglieder Kuchen. So sitzen die Senioren am Ende des Nachmittags bei Kaffee und Süssem zusammen und diskutieren das Stück sowie die neusten Entwicklungen des Orts. Der Präsident ist zufrieden mit dem Anlass: «Das war meine Motivation im Club mitzumachen: Es ist einfach der Plausch.»

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