Es sind vor allem diese Farben, die den Betrachter von Anfang an in den Bann ziehen. Hier ein leuchtend orangefarbener Abendhimmel über dem Zürcher Lindenhof. Da ein tiefes Blau Canale Grande in Venedig. Und dazwischen immer wieder diese bunten Häuser. Fassaden in strahlendem Gelb daneben ein leichtes Blau oder Rosa, darüber die Dächer in allen Rot- und Brauntönen. Man fühlt sich wohl in der Umgebung dieser Bilder.

Immer sind es die Häuser, die Architektur und Landschaften, die den Künstler zum Malen inspirieren. Früher schon. Bruno Domenico Grüniger malt, solange er sich erinnern kann. Dabei hat er sich alles selber beigebracht. Früher hatte er mit vielen Materialien experimentiert: zunächst mit Bleistift, dann mit Guache auf Papier, mit Acryl auf Leinwand und sogar in Scherenschnitten. Schliesslich fand er zur Seidenmalerei. Mittlerweile hat er zu seiner ganz eigenen Bildsprache gefunden. Er verwirft die Perspektive und reduziert die Häuser und die Landschaften auf leuchtende Farbflächen. Das ist faszinierend.

Auffallend sind die leuchtenden Farben der Häuser.

Auffallend sind die leuchtenden Farben der Häuser.

Italien, die zweite Heimat

Geboren und aufgewachsen ist er in der Schweiz. Mit seiner zweiten Heimat, Italien, ist er verbunden, seit er ein kleiner Junge war. Gerne erinnert er sich zurück an seine jüngsten Kindertage in Apulien, wo seine Mutter herstammt. Jede Schulferien verbrachte er dort, im Sommer, Herbst, Winter und im Frühling. Schon als kleiner Kneisel – er hat Jahrgang 1949 – schlenderte er gerne durch die schmucken Dörfer Süditaliens.

Alberobello, das kleine Städtchen in Apulien, in der Nähe von Bari, hat es ihm besonders angetan. Es zeichnet sich aus durch seine weissen, runden Häuser mit ihren Dächern aus Stein. Aber auch Venedig, Florenz und Siena, all diese hübschen, prachtvollen Städte inspirieren ihn. Auch nördlich der Alpen hat er Motive gefunden, in der Altstadt von Zürich, in Bremgarten oder in Aarau.

Vor rund 10 Jahren hat er sich der Seidenmalerei verschieben und seither hat ihn diese Technik nicht mehr losgelassen. Das Ganze ist eine Arbeit, die viel Disziplin und Ausdauer erfordern. Bruno Domenico Grüniger besitzt beides. Einmal malte er ununterbrochen fünf Wochen bis rund acht Stunden an einem einzigen Bild. Vor allem sind es die leuchtenden Farben, die ihn faszinieren.

Irgendwann wurde er vom Organisationskomitee der Kulturtage in Urdorf, wo er seit 33 Jahren wohnt, angefragt, ob er seine Bilder nicht der Öffentlichkeit präsentieren wolle. Er wollte, und seither hatte er bereits mehrere Ausstellungen in Urdorf, in Schlieren, in Zürich und sogar in Alberobello im Heimatmuseum, was ihn besonders freute. Und eine Ausstellung für das nächste Jahr in Uster ist bereits geplant.

Die Ausstellung im Gemeindehaus Bergdietikon dauert noch bis zum 31. Oktober. Öffnungszeiten Mo–Fr 8.30–11.30 und 14.00–16.00, Donnerstagnachmittag bis 18.00 Uhr.